Aus systemtechnischen Gründen ist die Registration als neuer User nur über die direkte Einwahl ins Forum möglich: RAFA.xobor.de

Funktionalität Gottes

#1 von RAFA , 31.05.2011 01:28

Die einen sagen, Gott gibt es, die anderen sagen, es gibt ihn nicht, weil man ihn nicht nachweisen kann und die anderen wiederum sehen seinen Nachweis in Selbstverständlichkeiten, z.B. dass jeden Tag die Sonne aufgeht. Das Tragische an "Gott" ist IMO eigentlich, dass man ihn nicht empirisch nachweisen kann, weil es bislang keinen Versuch gibt, der eindeutig für ihn gesprochen hätte.

Noch nie konnte das Wirken Gottes ein zweites Mal auf gleiche Weise bewirkt werden. Kurzum: Der eine betet, Gott hilft - der andere betet auch, Gott hilft nicht - der erste betet wieder, da hilft er auch nicht - dann hilft er wieder, obwohl weder der erste noch der zweite gebetet haben. Also das ganze Ding "Gott" ist völlig willkürlich und weist keinerlei Regelmäßigkeiten auf, mit denen man rechnen könnte. Wozu braucht man ein solch unberechenbares Ding? Also ich für meinen Teil habe nur Werkzeuge in der Auswahl, auf die ich mich verlassen kann - inkl. Menschen: Ich weiß genau, wenn ich den Klaus auf seine Midlife-Crises anspreche, geht er in die Luft. Wenn ich ihn heute anspreche, geht er heute in die Luft, sprech ich ihn morgen an, geht er auch in die Luft... also er hat Regelmäßigkeiten und deswegen kann ich ihn einschätzen und mit ihm umgehen. Wenn einer den Gott blöd von der Seite anmacht, erschlägt er ihn zuweilen sofort mit einem Blitz aus heiterem Himmel, einen anderen dann wieder erst 10 Jahre später und einen dritten und n.ten Lästerer auch überhaupt nicht.

Warum gehen Leute nun mit so einer "Person" um, die keinerlei Regelmäßigkeiten aufweist, die unberechenbar ist, völlig willkürlich agiert (RE-agiert kann man ja nicht einmal sagen): Mit so jemandem käm ich nicht klar!


www.RAFA.at
guckstu auch in meinen Blog: www.RAFAmania.de

 
RAFA
Beiträge: 3.572
Registriert am: 05.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#2 von Bierbaron , 31.05.2011 02:00

Vielleicht ist das ja beim Klaus auch so, dass er wie Gott auf verschiedene Personen verschieden reagiert. Und Gott reagiert wie Klaus auf die gleiche Person immer gleich.


www.erwaehnenswertes.de

Als Kind wollte ich Feuerwehrauto werden, nun bin ich Agnostiker. Man kann halt nicht alles haben.

 
Bierbaron
Beiträge: 1.174
Registriert am: 06.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#3 von aiem , 31.05.2011 09:35

Wer religiös ist, betet in der Regel vermehrt, wenn es ihm schlecht geht. Von unseren als Gebete getarnten Forderungen dürfen wir nicht allzu viel erwarten. Wenn man sich (seinem) Gott unterwirft und ihn nicht bloß benutzen will, darf es auch kein Erbsenzählen geben. Als wahrhaft Gläubiger sollte man davon ausgehen, dass alles, was geschieht, dazu dient, Gott näherzukommen, was ohne Leid nicht möglich ist. Leid hat reinigende Funktion; auch dann wenn man dies überhaupt nicht mitbekommt. ER allein entscheidet, wann, wo und auf welche Weise wie viel vom Scheuermittel "Leid" erforderlich ist. Religiös zu sein, bedeutet Gott für jegliche Wohltat (selbst wenn er gar nichts davon weiß) zu danken. Ist man in einer misslichen Lage, soll Gott nicht um Beendigung derselben angefleht werden, sondern bestenfalls um die Stärke, das Leid ohne Murren zu ertragen.
Als religiöser Mensch sollte man sich also immer wieder folgende Frage stellen:
Will ich einen Flaschengeist, der mir all meine Wünsche erfüllt, oder will ich Gottes Diener sein. Nur wenige wollen Letzteres. Außer Gott selbst haben sie nichts zu erwarten. Ihr Leben ist meistens leidvoller als das der gläubigen "Herrenmenschen", aber die endgültige Belohnung, wenn man von einer solchen sprechen will, wird eine gänzlich andere sein.

Und wenn es Gott nicht gibt? Worin liegt der Fehler, in dem Leid, das einem begegnet, (auch) Gutes zu sehen? Von einem Fehler könnte man dann sprechen, wenn man dazu übergeht, Leid zu suchen oder, was noch viel schlimmer ist, andere mit Leid zu beglücken.


Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche (G. Mahler)

 
aiem
Beiträge: 646
Registriert am: 07.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#4 von aiem , 31.05.2011 09:52

@RAFA:
Wer von euch beiden ist das Werkzeug: Du oder Ahriman? An seiner Stelle hätte ich Dir schon längst einen Arschtritt verpasst. Womit hat dieser arme Teufel so etwas wie Dich verdient?
Auf der anderen Seite: Wenn es mein Anliegen wäre, das Ego meiner "Diener" bzw. Benutzer aufzublasen, wäre ich auch viel toleranter.


Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche (G. Mahler)

 
aiem
Beiträge: 646
Registriert am: 07.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#5 von Instant Karma , 31.05.2011 10:05

Zitat von Bierbaron
Vielleicht ist das ja beim Klaus auch so, dass er wie Gott auf verschiedene Personen verschieden reagiert. Und Gott reagiert wie Klaus auf die gleiche Person immer gleich.



Gibt es für so eine Person ein historisches Beispiel? Diese ganzen Bet-Untersuchungen zeigen ja genau das was Rafa schreibt. Die Chance, dass die Beterei vom Zufall unterscheidbare Effekte hat, ist nur dann gegeben, wenn die Person für die gebetet wird, von der Beterei auch weiß. Dann nämlich schadet das Gebete der Person signifikant. Vermutlich weil sie sich denkt "oh je, wenn schon für mich gebetet wird, dann sieht `s ja mal so richtig arg finster aus".


 
Instant Karma
Beiträge: 3.764
Registriert am: 06.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#6 von Bierbaron , 31.05.2011 12:08

Ich wollte für Klaus und Gott gleiche Bedingungen, die waren bei Rafas Vergleich nicht gegeben. Placebos nutzen sehr häufig und das basiert nur auf Glauben, da würde ich nicht generell sagen es ist schädlich an Gottes Hilfe zu glauben. Wenn er nicht existiert oder reagiert, ist bei den Menschen denen "Gott hilft", ja offenbar der Placebo-Effekt der eine positive Wirkung hat.


www.erwaehnenswertes.de

Als Kind wollte ich Feuerwehrauto werden, nun bin ich Agnostiker. Man kann halt nicht alles haben.

 
Bierbaron
Beiträge: 1.174
Registriert am: 06.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#7 von Instant Karma , 31.05.2011 13:15

Zitat von Bierbaron
Placebos nutzen sehr häufig und das basiert nur auf Glauben, da würde ich nicht generell sagen es ist schädlich an Gottes Hilfe zu glauben.



Nein, natürlich nicht! Das kann auch nutzen und das auch sehr effektiv, WENN man erstmal seine Ansprüche soweit runtergedrosselt hat, dass man diesen Chirstenkram glauben kann. Aber verharren wir ruhig mal kurz im Bibel-Universum und nehmen die Wirksamkeit des Betens als Faktum hin: Warum muss sich der Christengott erst von jemand dritten groß bitten lassen? Er ist doch allwissend und grenzenlos gerecht, dann muss er doch eingreifen wenn ER es für richtig hält und sich nicht groß überzeugen lassen erst? Also wenn man das konsequent zu Ende denkt, ist das Beten auch im Christentunnel so sinnlos wie nur irgendwas. Man kommt beim Christsein echt nicht umhin, immer einen Teil seines Hirns ausschalten zu müssen.


 
Instant Karma
Beiträge: 3.764
Registriert am: 06.03.2011

zuletzt bearbeitet 31.05.2011 | Top

RE: Funktionalität Gottes

#8 von RAFA , 31.05.2011 14:01

Zitat von Bierbaron
Und Gott reagiert wie Klaus auf die gleiche Person immer gleich.


Ja, wenn er das denn täte! Er reagiert höchstens auf Atheisten immer gleich: denen gewährt er keinen Beistand und das jedesmal.


Zitat von aiem
alles, was geschieht, dazu dient, Gott näherzukommen


Ja gut, dann lassen wir das mal mit den fordernden Gebeten und bauen das Beispiel um auf Gott-näher-kommen: Der eine unterwirft sich und hat heute das Gefühl, Gott sei ihm näher gekommen - der andere unterwirft sich auch, kommt aber keinen Schritt weiter - der erste unterwirft sich morgen wieder, hat nun aber das Gefühl, dass sich Gott eher von ihm entfernt hat - ein Dritter unterwirft sich überhaupt nicht und hat auf einmal das Gefühl, Gott sei ihm nahe gekommen = dieselbe Willkür!


Zitat von aiem
Will ich einen Flaschengeist, der mir all meine Wünsche erfüllt


Das wollen wohl 99% der Leute, die meinen, Christen zu sein.


Zitat von aiem
oder will ich Gottes Diener sein.


Das sollten sich die Christen fragen, stimmt


Zitat von aiem
Worin liegt der Fehler, in dem Leid, das einem begegnet, (auch) Gutes zu sehen?


Darin, dass man sich weniger bemüht, dieses Leid abzuwenden und damit da Leid begünstigt, nicht nur für sich, sondern auch für andere. Eben weil sie das Leid NICHT annehmen wollten, haben Ärzte Medikamente erfunden, die das Leid von Krankheiten lindern oder heilen, und Techniker Maschinen, die uns leidvolle Arbeit abnehmen und unser aller Leben schöner macht. Ein Hoch auf diese Leute, ein Segen für die Menschheit!


Zitat von aiem
Wer von euch beiden ist das Werkzeug: Du oder Ahriman?


Bei Ahriman ist das anders, denn ich gehöre zu den 1%, die wegen ihm zu ihm kamen: Ich war damals von Gott so derartig angewidert, dass ich Satan suchte, nur um Satan zu haben. Dass ich dann Vorteile von dem haben könnte, fiel mir zwar später auch ein, aber eigentlich bin ich dort, weil ich die Position des Satans richtig fand und einfach nur auf seiner Seite stehen wollte.


Zitat von aiem
An seiner Stelle hätte ich Dir schon längst einen Arschtritt verpasst. Womit hat dieser arme Teufel so etwas wie Dich verdient?


Ganz ehrlich?: Das hätte ich auch - schon längst! - an dem seiner Stelle. Ich hab auch immer bissel die "Angst", dass er das auch eines Tages tut, weil was ich dem manchmal hinfahr, ist ja echt nimmer feierlich. Warum tut der sich das alles an? Naja, vielleicht hält er seine Bündnisse...?
Die arme Sau


Zitat von Bierbaron
n denen "Gott hilft", ja offenbar der Placebo-Effekt


Na, dann stellen wir doch für Klaus und Gott tatsächlich dieselben Bedingungen her: Eine Person meckert an Klaus herum, dass er die Midlife-Crises hat, und Klaus geht in die Luft - heute, morgen, übermorgen - bei der Person, bei ner anderen Person und auch, wenn er das bloß wo liest, von Anonym verfasst. Das liegt daran, dass Klaus bezüglich Midlife-Crises-Kritik höchst empfindlich ist.

Gott ist angeblich gegen Sünden oder Lästerungen empfindlich. Ich glaub, da brauch ich nichts weiters dazu ausführen, denn man sieht an zahlreichen Beispielen, dass seine "Reaktion" auf Sünden und Lästerungen völlig willkürlich ist: Den einen pumpt er gleich um, einen anderen quält er auf lange Zeit bis in den Tod und einem Dritten passiert einfach nur gar nichts und er hat das schönste Leben. Das ist wirklich vom bloßen Zufall nicht zu unterscheiden: Als zuverlässige und charakterfeste Person, die zu ihrem Wort und ihrem Sinn steht und ein intaktes Gegenüber darstellt, mit dem man vernünftig interagieren kann, versagt Gott in jedem Fall!


www.RAFA.at
guckstu auch in meinen Blog: www.RAFAmania.de

 
RAFA
Beiträge: 3.572
Registriert am: 05.03.2011

zuletzt bearbeitet 31.05.2011 | Top

RE: Funktionalität Gottes

#9 von Aslan , 03.06.2011 21:02

Zitat von RAFA
Bei Ahriman ist das anders, denn ich gehöre zu den 1%, die wegen ihm zu ihm kamen: Ich war damals von Gott so derartig angewidert, dass ich Satan suchte, nur um Satan zu haben. Dass ich dann Vorteile von dem haben könnte, fiel mir zwar später auch ein, aber eigentlich bin ich dort, weil ich die Position des Satans richtig fand und einfach nur auf seiner Seite stehen wollte.


Dieses Statement von dir kennen wir ja nun schon alle längst....
Aber sag, wie kann man denn von einer imaginären Person angewidert sein?


Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, ein Überführtsein von Dingen, die man nicht sieht. Hebr. 11, 1

 
Aslan
Beiträge: 720
Registriert am: 12.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#10 von Instant Karma , 03.06.2011 21:33

Zitat von Aslan
Aber sag, wie kann man denn von einer imaginären Person angewidert sein?



Im Grunde genommen ist man NUR von imaginären Personen angewidert, denn durch unsere Wahrnehmung werden sie zu imaginären Projektionen unseres Geistes und nur in der Form kann unser Geist auch mit ihnen umgehen. -Mit allen Facetten, die wir in sie hineindenken. Mit keiner einzigen weniger und mit keiner einzigen mehr.


 
Instant Karma
Beiträge: 3.764
Registriert am: 06.03.2011

zuletzt bearbeitet 03.06.2011 | Top

RE: Funktionalität Gottes

#11 von RAFA , 04.06.2011 10:36

Zitat von Aslan
Dieses Statement von dir kennen wir ja nun schon alle längst....
Aber sag, wie kann man denn von einer imaginären Person angewidert sein?


Wenn etwas nur im Geist existiert, ist das keinesfalls dasselbe wie "imaginär". Die Intelligenz ist etwas Unkörperliches und eine Sache, die nur im Geist existiert, aber sie ist nicht imaginär. Besonders idealistische Strukturen, wie der Kommunismus, der Nationalsozialismus oder die Hierarchie sind rein geistige Dinge, die nur im Denken existieren, aber deswegen längst nicht "imaginär" sind. Da sind wir auch gleich beim Punkt: Hierarchien und Nationalsozialismus widern mich an und ich schlage mich klar auf die gegnerische Seite. Körperliche Repräsentanten dieser Geister erleichtern natürlich den Kampf, weil man sie leichter greifen kann.

Auch mein eigenes Ich ist eine rein geistige Sache (auch wenn es dazu eine körperliche Entsprechung gibt): Ich existiere nur in meinem Kopf, aber ich bin nicht imaginär, ich bin bedingt. Bedingt ist auch Gott, und zwar ist er bedingt von euch, seinen Anhängern und von seinen Begründern aus biblischen Zeiten.

Im übrigen kann man auch von rein imaginären Personen angewidert sein, z.B. von Superman, Micky-Maus oder dem bösen Wolf.


www.RAFA.at
guckstu auch in meinen Blog: www.RAFAmania.de

 
RAFA
Beiträge: 3.572
Registriert am: 05.03.2011

zuletzt bearbeitet 04.06.2011 | Top

RE: Funktionalität Gottes

#12 von Instant Karma , 04.06.2011 20:17

Zitat von RAFA
Besonders idealistische Strukturen, wie der Kommunismus, der Nationalsozialismus oder die Hierarchie sind rein geistige Dinge, die nur im Denken existieren, aber deswegen längst nicht "imaginär" sind.



Naja, diese Ideologien existieren aber nur deswegen, weil sie erdacht werden, bzw. weil man sie herbei imaginiert. Imo ist alles was im Geiste existiert, von diesem auch imaginiert.


 
Instant Karma
Beiträge: 3.764
Registriert am: 06.03.2011

zuletzt bearbeitet 04.06.2011 | Top

RE: Funktionalität Gottes

#13 von RAFA , 05.06.2011 12:39

Ich unterscheide aber zwischen freier Fantasie, mit der man sich irgendwelche Märchen ausdenkt, die keinerlei Realitätsbezug brauchen - und bedingtem geistigen Umriss, mit dem man ein Phänomen definiert, das bedingt ist durch...wasweißich.

Ein solches bedingtes geistiges Ding ist z.B. eine Nation: Eigentlich gibt es sie nicht, weil es ist hier zwar ein Land und es sind auch einige Leute drauf, aber nun wird auf dem Land eine geistige (und später auch physikalische) Linie gezogen, einfach quer durch den Wald, die könnte zwar auch ganz woanders durchlaufen, ist aber genau hier bestimmt, und sie zeichnet eine "Nation". Eine Nation ist ein Ding, das es eigentlich gar nicht gibt, außer eben im Kopf. Rein imaginär ist sie auch nicht, denn sie ist bedingt, z.B. durch andere Nationen oder durch geographische Grenzen (Meer, Gebirge).

Als ein solches bedingtes geistiges Ding sehe ich auch jegliche Art von Götter und Geister. Es ist nur die große Frage, ob sie denn allein durch die Definition ihrer Anhänger bedingt sind, oder auch noch durch etwas Natürliches oder gar Eigenes. Das weiß ich nicht.


www.RAFA.at
guckstu auch in meinen Blog: www.RAFAmania.de

 
RAFA
Beiträge: 3.572
Registriert am: 05.03.2011

zuletzt bearbeitet 05.06.2011 | Top

RE: Funktionalität Gottes

#14 von aiem , 05.06.2011 17:12

Ja, ob man zu den 99% oder zu dem einen gehört, macht scheinbar keinen Unterschied: aus unserem begrenztem Blickwinkel erscheint uns so gut wie alles als göttliche Willkür, und darum sind wir geneigt, Gott abzulehnen.
Selbst Buddhisten, die ja bekanntlich die gesamte Welt als quasi kollektive Imagination ansehen, gestehen Göttern dieselbe Existenzberechtigung zu wie uns. Da aber im Buddhismus die Vorstellung einer (geschaffenen) Seele nicht existiert, hat auch der Mensch keine wirkliche Existenz. Das einzige, das wirklich existiert, ist die Leerheit, und Leerheit oder Tao sind Begriffe, mit denen man den Begriff "Gott" problemlos ersetzen kann. Ich ziehe es vor, von unbegrenztem Bewusstsein zu sprechen. Dass man Gottheiten oder (begrenzte) Aspekte des unbegrenzten Bewusstseins erschaffen kann, weiß niemand besser als die Tibeter. Und von dieser (oft unbewussten) Schaffenskraft ist die Rede, wenn geschrieben steht, dass uns Gott nach seinem Bild erschaffen hätte. Es wird wohl keiner so dämlich sein, und glauben, dass Gott zwei Arme und zwei Beine hat; nicht einmal die Zeugen Jehovas.


Tradition ist die Weitergabe des Feuers, nicht die Anbetung der Asche (G. Mahler)

 
aiem
Beiträge: 646
Registriert am: 07.03.2011


RE: Funktionalität Gottes

#15 von Maik , 08.06.2011 01:56

Da hat sie mal Recht, die Rafa: Gott handelt nicht nach Schema F.
Es gibt keinen Gottknopf durch dessen Drücken, die Rafa ihre persönlichen Vorstellungen durchdrücken kann.
Selbst wenn sie beten würde, so wie Andere.
Es gibt also tatsächlich eine gewisse Unregelmässigkeit.
Woran liegt das?

Die Antwort: an den Menschen. Oder besser gesagt an der Vielseitigkeit der Menschen.
Du hast nur Werkzeuge im Lager auf die du dich verlassen kannst. Der Denkfehler der zu dieser Aussage geführt hat ist:
Gott ist nicht dein Hammer.
Eher umgedreht sollte es sein.

Was ist es das Gott verspricht:

Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben.(Joh11:25)

Für den Unverständigen ist das eigentlich noch nie eingetreten, denn bisher sind alle Menschen gestorben. Und die Auferstehung lässt sich wissenschaftlich nicht nachweisen. Für den Christen ist es längst erwiesen. Die Frage ist also: was unterscheidet den Christen vom Unverständigen?

Johannes 15,5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt, und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

Frucht steht für Ergebnisse bzw. Dinge die man bewirken kann. Aber was für Frucht? Kann eine Rafa mit Hilfe Gottes Hass und Zwietracht säen?
Und wenn nein, hat dann Gott gelogen? Nein hat er nicht, denn Gott geht es um:

1. Korinther 13,13 Nun aber bleiben Glaube; Liebe Hoffnung, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

und wenn man gegensätzliche Zwecke verfolgt, dann "funktioniert" Gott nicht. Daher ist er auch mehr als ein Placebo. Denn Placebos wirken unabhängig vom Charakter.

Ich fasse nochmal zusammen:
Die "Wirksamkeit" von Gott hängt von verschiedenen Faktoren ab:
1. Dem Glauben den man an Gott hat
2. Was man von Gott will
3. Was man von Gott weiss bzw. dem eigenen Stand

Maik  
Maik
Beiträge: 1.889
Registriert am: 08.06.2011


   

Wer hat recht in seinem Glauben?
Die Lästerung des Heiligen Geistes

Toplisten, Counter, Banner (bitte drauf klicken!):
Christliche Topliste von Gnadenmeer.de Life-is-More Christian Toplist
Xobor Einfach ein eigenes Xobor Forum erstellen