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RE: Wozu braucht man Gott?

#31 von RAFA , 19.02.2013 15:44

Zitat von IK
überwinden, sondern mit Wissenschaft und Technik.
Daraus entstand das Brückenmodell: Du musst es irgendwie managen bis zu einer Brücke am Leben zu bleiben, die dein Leben bis zur nächsten Brücke verlängert


Es geht ja nicht drum, nur mein Leben zu verlängern, weil ich hab keinen Bock, als alte Vettel 200 Jahre alt zu werden - dann lieber bloß 80, das ist lang genug. Eigentlich reichen auch schon 40, ...denn selbstverständlich will ich auch jung bleiben bzw. wieder jung werden (aber dann auch noch mit einer hübscheren Nase, bitte), vor allem auch jünger im Kopf! Es müssten auch die 80er Jahre wieder her, weil heute möchert ich noch nicht mal mehr jung sein!

Und selbst wenn ich wieder jung wär und die Welt wieder auf 80er downgeloadet werden würde, dann hab ich auch keinen Bock auf ein 300jähriges Erdenleben mit 280 Jahren Arbeit oder so. Außerdem gibt es in diesem irdischen Leben noch viel mehr Sachen außer Arbeit, die ich mir viel geiler vorstellen könnte, gäbe es sie (für mich) einfach bloß NICHT mehr. Dafür hätt ich noch gern übermenschliche Kräfte, damit ich jedem eine aufs Maul hauen kann, der mich blöd anmacht... naja, usw.

Im Prinzip ist es so: Als kleines Kind war ich relativ unzufrieden mit meiner Seinsform, weil ich klein und dumm war, aber ich wusste ja: ich werde mal in die Schule kommen und dann kann ich AUCH lesen und schreiben! Nachdem ich mich eine Weile in der Schule dann an meine besseren Fähigkeiten und bessere Seinsform gewöhnt hatte, war ich aber immer noch unzufrieden, weil schließlich musste ich um 8 ins Bett und auch immer Spinat essen. Aber ich wusste: Eines Tages werde ich erwachsen sein und dann kann ich selbst bestimmen, wann ich ins Bett geh und was ich ess, haha! So ging das weiter, denn ich war dann zwar irgendwann erwachsen, aber ein junges Küken, das keiner für voll nahm. Also entwickelte ich mich wieder weiter und eines Tages war ich dann halt der Checker auf meiner Lebensbühne und ich wär eigentlich ziemlich zufrieden gewesen, wenn das so geblieben wäre. Leider wuchs ich dann irgendwann aus der Szene raus, weil ich zu alt geworden war und weil mich das auch alles langweilte, denn ich kannte es ja zur Genüge, ...aber es kam nix Neues mehr! Zumindest nichts BESSERES Neues. Mittlerweile bin ich in einer Phase, wo ich hoffe, dass die aktuelle Phase noch lang dauert, weil mir ist klar, dass es jetzt anfängt, ordentlich bergab zu gehen: die ersten meiner Altersgenossen haben schon diverse Krankheiten und sterben auch schon vereinzelt, die nächsten sind mit dem Leben fertig, ausgepowert, deprimiert und saufen sich die Birne weg, die anderen frusten nur noch vor sich hin...

DAS ist es, was ich haben will: eine Zukunft, auf die man gespannt sein kann und sich freuen kann! Damit meine ich jetzt nicht: als Renter in Mallorca hocken und sich die Sonne auf den Bauch scheinen lassen, sondern irgendeine weiter führende Selbstverwirklichung, so wie es in den Phasen vorher auch war. Ich möchte einfach einer Zukunft entgegen sehen, in der ich mich und mein Umfeld NOCH besser machen kann, damit ich dann endlich mal dies&das erreiche oder tun kann. Ich möchte weiter wachsen. Es darf auch "nur" ein persönliches, geistiges, seelisches oder wasweißichwas Wachstum sein, das fände ich auch geil. Ich könnt auch damit leben, wenn die nächste Phase wäre, den Abstieg und das Loslassen lernen zu müssen, damit meinen Charakter zu verbessern und mir Weisheit anzueignen, die ich dann in der kommenden Phase nutzen und richtig ausleben kann.

Aber es kommt keine Phase mehr.
Danach kommt der Tod.
Es geht sukzessiv nach unten mit dem Wagen und du kannst mit Operationen oder Chemie grad mal ein bisschen den körperlichen Verfall bremsen und den Lebensweg um einen kleinen Teil länger machen. Aber unten crasht dieser Lebenswagen ungebremst gegen die Wand und dann ist das einfach aus, peng.

Vielleicht ist das depressiv, aber es ist eine derart destruktive Aussicht, dass es mich graust, seit ich das das erste Mal erkannt hab (da war ich noch ein Kind). Seitdem versuche ich, eine Phase für NACH der Lebensphase zu finden, weil sonst hat das ganze Leben keinen Sinn! Für mich definiert sich "Sinn" nämlich in erster Linie in "Fortführung und Aufbau".

Definitiv ist das ein Ding NACH dem Tod.
Die reinzige krampfhafte Hoffnung, die ich mir mach ist die, dass ich vielleicht die Weisheit sammeln soll, alles vergehen lassen zu müssen, um DANN in der nächsten Phase mit dieser Weisheit irgendwas anzufangen, also dass der Tod halt nur ein Punkt ist, den ich dann hoffentlich für den nächsten Level brauch. Ohne nächsten Level brauch ich nämlich ein Spiel gar nicht spielen, dann kann ichs gleich lassen. Ohne die Hoffnung auf den nächsten Level gäb ich mir einfach nur noch die Kugel! Drum klammer ich mich auch an unsinnigste Glaubensdinger, weil ich es anders einfach nicht ertragen kann.

Ich denke, dass das auch ein wesentlicher Punkt bei Christen oder Muslimen und anderen Gläubigen ist. Weil so vehement viel Kraft und Verzweiflung, Todesangst und Grauen dahinter steckt, gehen die auch so fürchterlich auf die Barrikaden, wenn ihnen das einer ankratzt!

und: JA, es MACHT Sinn, sich dafür in die Luft zu sprengen.



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RE: Wozu braucht man Gott?

#32 von Instant Karma , 19.02.2013 16:30

Zitat von RAFA
Ich möchte weiter wachsen. Es darf auch "nur" ein persönliches, geistiges, seelisches oder wasweißichwas Wachstum sein, das fände ich auch geil.



Genau das bietet ja der Transhumanismus. Dem Transhumanisten ist der Körper nämlich nicht wichtig. Er ist Mittel zum Zweck, um dem Geist sein Überleben zu sichern. Ob das jetzt eine Fleischhülle oder 'ne Datenbank ist, kommt dann darauf an, was zu gegebener Zeit am Funktionalsten erscheint. Ich hätte auch kein Problem damit, in einer virtuellen Welt zu leben, wenn sie nur spannend und abwechslungsreich genug beschaffen ist. Dann werden auch Dinge wie der Magie-Krams möglich, die du dir ja so sehnlichst wünschst.

Zitat von RAFA
Ohne die Hoffnung auf den nächsten Level gäb ich mir einfach nur noch die Kugel! Drum klammer ich mich auch an unsinnigste Glaubensdinger, weil ich es anders einfach nicht ertragen kann.



Da finde ich den Transhumanismus vielversprechender, weil er kein Märchen ist, sondern Realität. Ich will mir nichts vor machen, sondern wirklich was erreichen und da ist mir keine Alternative bekannt, als lange genug am Leben zu bleiben bis die Technologien da sind, die mir das ermöglichen. Das ist meine Hoffnung und mein Leveln. Gut, du bist nun über 50. DA ist die Wahrscheinlichkeit schon mal was geringer; es sei denn, du schaffst es noch, die 90 voll zu machen. Bei Null liegt sie aber nur, wenn du dich auf gibst und das nächste Level im Tod vermutest.

 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#33 von RAFA , 19.02.2013 16:56

Zitat von IK
Ich hätte auch kein Problem damit, in einer virtuellen Welt zu lebe


ganz und gar nicht, im Gegenteil: das wäre einfach end-geil! Das wär ja genau das, was ich mir wünsche!!

Da allerdings die Technik noch nicht so weit ist und ich mir auch vorstellen kann, dass bestimmt ziemlich üble Bedingungen gestellt werden, um so einen virtuellen Platz zu erhalten (heutige Arbeitsbedingungen sind bestimmt ein Dreck dagegen), bleibt mir momentan nicht viel anderes übrig, als auf Götter zu hoffen. Vielleicht SIND sie ja die virtuellen Checker??



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RE: Wozu braucht man Gott?

#34 von Instant Karma , 19.02.2013 17:18

Zitat von RAFA
Da allerdings die Technik noch nicht so weit ist



Das stimmt. Aber wir haben ja das unverschämte Glück, in die Zeit der dynamischen Entwicklungen hinein geboren zu sein, wo diese erst entstehen.

Zitat von RAFA
und ich mir auch vorstellen kann, dass bestimmt ziemlich üble Bedingungen gestellt werden, um so einen virtuellen Platz zu erhalten (heutige Arbeitsbedingungen sind bestimmt ein Dreck dagegen),



Es wird geschätzt, dass das Gehirn eine Speicherkapazität von wenigen Terabyte bis höchstens einen Petabyte Speicher hat. Das passt in wenigen Jahrzehnten auf einen Stecknadelkopf. Auf eine SD-Karte passen heute ja schon Millionen 90er Jahre-Disketten. Das hätte sich damals wohl auch kaum einer vorstellen können, aber neue Techniken stehen gerade in den Startlöchern, die das vergangene Wachstum nochmals ordentlich in den Schatten stellen.

Worauf ich hinaus will: Kostspielig sind neue Informationstechnologien immer nur am Anfang. Man kann den Wert von Transistoren ja nicht mal mehr in Cents ausdrücken und früher waren die noch echt teuer pro Stück!
Ich glaube auch kaum, dass wir dann noch in der Form arbeiten müssen, wie wir es kennen. Es gibt ja heute schon 3D-Drucker, die einfach produzieren, was man ihnen als Blueprint eingegeben hat. Diese Entwicklung wird natürlich AUCH weiter gehen und alles mögliche für den industriellen Bedarf wird dann einfach maschinell entwickelt, optimiert und ratz fatz ausgedruckt. Als wertschöpfende Komponente wird der heutige Mensch vollkommen überflüssig. Arbeiten kann man dann ja zum "Spaß" in der virtuellen Welt.

Da gilt nochmal das was ich zu Loki gesagt habe: Es entwickeln sich ja nicht nur einzelne Komponenten weiter. Die gesamte Gesellschaft wird völlig umgeworfen. Früher haben die Leute auch gesagt: Wozu braucht man denn Computer? Und heute steht in jedem Kinderzimmer einer rum und kein Auto kommt mehr ohne aus und die ganze Welt ist vernetzt. Das sind alles Dinge, die man in so einer Überlegung NICHT beachtet, weil es extrem schwer ist, die ganze Dynamik zwischen den verschiedenen Wissenschafts- und Techniksparten zu durchschauen. Es gibt aber Leute, die das tun und die hatten in der Vergangenheit sehr oft Recht mit ihren Annahmen. Das sind sozusagen meine "Propheten", die mir Hoffnung geben und denen ich vertraue. Nicht nur weil ich da unbedingt was glauben will, was mir Mut und Hoffnung gibt, sondern weil sie sich bewährt haben und ich ihre Herleitungen nachvollziehen kann.


 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#35 von RAFA , 19.02.2013 17:53

Zitat von IK
Das stimmt. Aber wir haben ja das unverschämte Glück, in die Zeit der dynamischen Entwicklungen hinein geboren zu sein, wo diese erst entstehen.


Naja, aber da entscheide ich nun mittels einer einfach Wahrscheinlichkeitsrechnung: die Wahrscheinlichkeit, dass ICH die Virtualisierung von Menschen noch erlebe und auch das Glück habe, sie dann nutzen zu dürfen (warum sollten sie sie MIR gewähren? Kann ich das bezahlen? Für wie lange? Zu was muss ich mich dafür dann alles prosituieren? Muss ich vielleicht mein Gehirn bzw. mein Denken verleihen? Lässt man mich nur dann visualisieren, wenn ich dafür pro Stunde 500 andere Geister mit irgendeinem Werbespam zu-denke?) erscheint mir doch noch entschieden geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass es eine "natürliche" Virtualisierung mittels "Gottheiten" gibt.


Zitat von IK
ss wir dann noch in der Form arbeiten müssen, wie wir es kennen.


natürlich nicht, aber ob die neue Art von "Arbeit" besser sein wird? Ich sehne mich ja jetzt schon fast nach einem althergebrachten "Dienstherrn", der einem halt ein paar Schelln gibt, wenn man ne Stunde eher von der Arbeit abgehaun ist - im Gegensatz zu dem Psychoterror und dem Leistungsstress, den sie heute veranstalten. Ich kann mir vorstellen, dass es schon in 10 oder 20 Jahren Tätigkeiten gibt, die die Jugendlichen dann ganz normal finden, aber wo ICH lieber sterben tät als mich so zu prostituieren. Es ist ja JETZT schon so, dass Leute freiwillig und sogar gern für ein paar lumpige Knetscher Dinge tun, die ICH total schändlich, uncool, blöd und no-go finde und für mehrere 1000 € nicht machen tät, z.B. ihren privaten Bereich für kommerzielle Werbung hergeben. Vielleicht dürfte ich mich nur visualisieren, wenn ich dafür 5 Stunden am Tag "kaufen Sie Ihr Zubehör günstig bei Media Markt!" denke, um diesem Werbe-Mem im Kollektivgehirn zu mehr Präsenz zu verhelfen, weil das wiederum die Gedanken-Aktien hoch treibt, oder so? Da würd ich dann lieber sterben, ehrlich.



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RE: Wozu braucht man Gott?

#36 von Instant Karma , 19.02.2013 18:15

Zitat von RAFA
die Wahrscheinlichkeit, dass ICH die Virtualisierung von Menschen noch erlebe und auch das Glück habe, sie dann nutzen zu dürfen



Ich denke nicht, dass der Mensch eine Zukunft hat. Er wird zu etwas Neuem transzendieren oder aussterben. Wenn wir mit der Technik eins werden, dann werden sich diese ganzen Probleme gar nicht stellen, die du da genannt hast. Denn irgendeinen verleihbaren Wert hat unser Gehirn nicht, wenn jeder Taschenrechner seine Leistung ums x-Fache übertrifft.

Zitat von RAFA
erscheint mir doch noch entschieden geringer als die Wahrscheinlichkeit, dass es eine "natürliche" Virtualisierung mittels "Gottheiten" gibt.



Ich weiß nicht genau was du mit "Virtualisierung mittels Gottheiten" meinst, aber dass die Technik in absehbarer Zeit so weit ist, ist imo nicht unwahrscheinlich. Vorausgesetzt, sie wächst weiterhin so wie sie es bisher getan hat. Wenn man die Wachstumskurven nämlich extrapoliert, haben wir um 2060 rum Desktop-Computer, die die ganze Menschheit in Echtzeit emulieren können. Wenn wir uns mit ihnen augmentieren, wird der "Mensch" besser, höher, weiter und die einzige Voraussetzung, daran teil zu haben, ist, einfach mit zu machen.
Wenn eh alles im Überfluss vorhanden ist, werden auch andere Wirtschaftsformen wieder interessant, die mit der jetzigen Natur des Menschen nicht in Einklang zu bringen sind. Es wird also nichts geringeres als das Paradies geschaffen, wenn man so will. Auseinandersetzungen wird es nur mit denen geben, die sich den Transhumanisten in den Weg stellen. Da sie sich aber freiwillig in die unterlegene Position begeben, sind sie kein wirkliches Problem. Wer unbedingt Macht oder Reichtum haben will, kann das in seiner eigenen VR ausleben.

Zitat von RAFA
natürlich nicht, aber ob die neue Art von "Arbeit" besser sein wird?



Ja, weil sie freiwillig ist. Der Zugang zu den ganzen Techniken von denen ich rede, wird billiger sein als eine Scheibe Brot. -Wenn es dann überhaupt noch Zahlungsmittel gibt. Das halte ich nämlich für eher unwahrscheinlich in einer Welt, in der Foglets per Fingerschnipp erzeugen was man will. Dann kann man natürlich entgegnen: Warum soll dann ÜBERHAUPT jemand noch irgendwas entwickeln oder so. Aber das soll eben niemand. Wer es will, kann es tun, wer es nicht will, lässt es halt und sonnt sich in der VR. Aber vielleicht muss man auch NOCH mehr out of the box denken: Was spricht denn zum Beispiel gegen Motivator-Unterprogramme, die deinen Willen so beeinflussen, dass du beim Arbeiten förmlich orgasmierst?


 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#37 von RAFA , 19.02.2013 18:35

Zitat von IK
Denn irgendeinen verleihbaren Wert hat unser Gehirn nicht, wenn jeder Taschenrechner seine Leistung ums x-Fache übertrifft.


Am Anfang meines Berufslebens, irgendwann Anfang der 80er-Jahre, habe ich mal drüber nachgedacht und kam zu dem Schluss, dass ich wohl nicht sooo lange arbeiten muss, weil immer mehr Maschinen die Arbeit übernehmen und es dann für Menschen irgendwann nichts mehr zu tun gibt. Ich hatte übersehen, dass es da einen ganz wichtigen Wirtschaftswert gibt, nämlich den Menschen selbst.

Der Mensch ist heute Käufer, Kunde, Wähler, Stimme, was weiß ich - und um ihn und seine Kraft (Kaufkraft, Publicity, Wirkungskraft) wird gekämpft. Weil die "Arbeit" immer mehr in den sozialen Bereich verschoben wird (die Hardware haben ja längst Maschinen übernommen), ist ein heißer Kampf entbrannt: Leute, die nicht genug Intelligenz oder Sozialkompetenz haben, haben wirtschaftlich keinen Wert mehr. Karussellschieber braucht man nämlich heute nicht mehr. Man braucht heute "Arbeiter", die mit der Ware "Mensch" umgehen können.

Vielleicht werden sogar einst auch DAS Maschinen übernehmen, die versuchen, Menschen zu überzeugen, dies&das zu kaufen oder zu wählen, aber ich denke nicht, dass sich der Mensch irgendwann komplett durch Maschinen/Technik ersetzen lässt. Sollte das jemals der Fall sein, gibt es schon gar keinen Grund mehr, einen Menschen sich virtualisieren zu lassen, denn dann hat ein Mensch keinen Wert und keinen Nutzen mehr.


Zitat von IK
was du mit "Virtualisierung mittels Gottheiten" meinst


ganz einfach den alten Scheiß: dass nach dem Tod der Geist aka "Seele" in irgendwelche "Sphären" und "Himmelreiche" (=geistige Welten) eingeht und sich dort mit dem Betriebssystem (=ein Gott) vereint und von diesem lebt. Auf welcher Hardware so ein Gott laufen soll, weiß ich nicht, aber so GANZ unlogisch finde ich das nicht.


Zitat von IK
aber dass die Technik in absehbarer Zeit so weit ist, ist imo nicht unwahrscheinlich.


Ich bin nicht nur dem Fortschritt der Technik gegenüber skeptisch, sondern insbesondere den menschlichen Machenschaften: diese Möglichkeit, dem Tod durch Visualisierung zu entkommen, wird ein Haufen Geld kosten, sie unterliegt menschlichen Mächten, die sie zu ihren Zwecken - wirtschaftliche und politische - ausnutzen werden und die Bedingungen, die dafür zu erfüllen sind, stelle ich mir entsetzlich vor, wenn ich an die Charaktere von Staatsführern oder Firmenchefs denke.

Ich finde, du siehst das ziemlich blauäugig, grad so wie Raumschiff Entenscheiß. Dass das aber REALITÄT werden wird und damit unter den Spielregeln der Realität abläuft (also Korruption statt Heldentum, Sklaverei statt heroische Entdeckung neuer Welten, Ausbeutung statt Erlösung durch die Technik), scheinst du zu übersehen. Guck doch: alle tollen Errungenschaften, von denen der Mensch dachte, nun würde sein Leben leichter, wurden flugs dazu genutzt, Krieg zu führen und andere auszubeuten, zu erobern, zu töten, zu knechten. Meinst du, das wird jemals anders sein?



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RE: Wozu braucht man Gott?

#38 von Instant Karma , 19.02.2013 19:13

Zitat von RAFA
Sollte das jemals der Fall sein, gibt es schon gar keinen Grund mehr, einen Menschen sich virtualisieren zu lassen, denn dann hat ein Mensch keinen Wert und keinen Nutzen mehr.



Richtig, und daher wird der Mensch auch aussterben. Er wird schlichtweg nicht mehr benötigt. Das bedeutet aber nicht, dass unser Geist stirbt. Er wird ja weiter getragen durch neue Daseinsformen, wenn wir mit den Rechnern fusionieren. Das passiert ja nicht von heute auf morgen, sondern geht jetzt schon gaaaanz langsam los.
Natürlich können die Dinger uns auch einfach platt wischen. Das ist auch sicher nicht unwahrscheinlich, aber es ist halt die einzige, halbwegs realistische Hoffnung, den eigenen Geist über die kommenden Jahrhunderte aufrecht zu erhalten.

Zitat von RAFA
Auf welcher Hardware so ein Gott laufen soll, weiß ich nicht, aber so GANZ unlogisch finde ich das nicht.



Doch, das finde ich schon. Denn selbst wenn man die Existenz von Göttern voraus setzt, ist es doch total überheblich, anzunehmen, die seien auch nur ansatzweise an dir interessiert. Also DIE Wahrscheinlichkeit liegt ganz nahe bei 0,0, meiner Meinung nach. Verrechnet mit der Wahrscheinlichkeit von Göttern an sich, finde ich diesen ganzen Gedanken nicht mal der Erwähnung wert.

Zitat von RAFA
diese Möglichkeit, dem Tod durch Visualisierung zu entkommen, wird ein Haufen Geld kosten,



Nur kurz am Anfang. HD-Fernseher konnte sich vor kurzem auch noch keiner leisten. Auf lange Sicht ist es aber viel kostengünstiger und effizienter, in digitaler Form weiter zu existieren und nicht mehr fressen und scheißen zu müssen. Informationen sind leichter und kostengünstiger zu verarbeiten als Materie. Drum haben die digitalen Datenbanken inzwischen fast überall die Papier-Buchhaltung abgelöst. Das hat auch Geld gekostet, aber ist längst amortisiert.

Zitat von RAFA
die sie zu ihren Zwecken - wirtschaftliche und politische - ausnutzen werden und die Bedingungen, die dafür zu erfüllen sind, stelle ich mir entsetzlich vor, wenn ich an die Charaktere von Staatsführern oder Firmenchefs denke.



Entsetzlicher als die heutigen Bedingungen, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird es nicht sein. Warum auch? Ich kann nicht entdecken, dass mit zunehmender Technisierung, die Menschheit irgendwie "bösartiger" wird. Was aber offensichtlich immer gleich bleibt, sind Leute, die vor jeder neuen Technik-Revolution den Weltuntergang herbei faseln. Das war damals bei der Eisenbahn so, das war bei der Atomkraft so und es wird auch bei der Transhumanisierung so sein. Völlig normal und menschlich.

Zitat von RAFA
Dass das aber REALITÄT werden wird und damit unter den Spielregeln der Realität abläuft (also Korruption statt Heldentum, Sklaverei statt heroische Entdeckung neuer Welten, Ausbeutung statt Erlösung durch die Technik), scheinst du zu übersehen.



Du bist es, die hier meiner Meinung nach was übersieht. Nämlich die fehlende Notwendigkeit, menschliche Sklaven zu haben, wenn jeder Roboter alles mögliche geschissen kriegt. Ironischerweise heißt Roboter übersetzt auch Sklave, wozu brauchen wir dann noch andere?
Wirtschaftsbosse nutzen ja nicht aus, weil sie bösartige Monster sind, sondern weil sie ihre Interessen knallhart vertreten. Wenn die Interessen durch Roboter besser zu bewerkstelligen sind als durch Menschen (oder was daraus wird), dann macht es auch nur Sinn, Roboter zu verwenden. Ich denke auch, dass sich in so einer Welt die persönlichen Interessen weg gehen von der kalten und langweiligen Realität und dass das so Wirtschaftsheinis nicht anders geht. Ich glaube, die Wirtschaft, wie wir sie kennen, hat ihre letzten Tage gesehen. Es geht in Zukunft um Information und Wissen, nicht um Geld. Es macht überhaupt keinen Sinn, Geld zu besitzen, wenn man auch alles umsonst haben kann, was man begehrt.

Zitat von RAFA
Guck doch: alle tollen Errungenschaften, von denen der Mensch dachte, nun würde sein Leben leichter, wurden flugs dazu genutzt, Krieg zu führen und andere auszubeuten, zu erobern, zu töten, zu knechten.



Dann musst du aber auch einen Blick auf die Ursachen richten. Menschen streiten sich um Ressourcen und Gebiete. Das wird kein Problem mehr sein, wenn die einzige Energie, die wir brauchen, von der Sonne kommt und die Gebiete unendlich ins Virtuelle hinein dehnbar sind.

Zitat von RAFA
Ich finde, du siehst das ziemlich blauäugig, grad so wie Raumschiff Entenscheiß.



Star Trek ist tatsächlich blauäugig, da gutmenschlich. Auch ist es total hirnrissig, dass die ganze Technik sich weiter entwickelt bis zum Beamen und der Mensch nicht mit ihr verschmilzt, aus "ethischen" Gründen. Jede Technik, die das Leben verbessert, wird aber auch genutzt werden. Das ist eines der Dinge, die immer so waren und mit Sicherheit so bleiben werden; weil sie nicht "menschlich", sondern funktional für das Individuum sind.

Ich glaube weiters nicht, dass der Mensch grenzenlos gut wird. Ich glaube ja nicht mal an Kategorien wie gut und böse. Aber ich denke, die Interessen werden sich verlagern und weg gehen von so primitivem Kram. Man muss ja auch bedenken, dass der Trans-Mensch mit zunehmender Transhumanisierung intelligenter und funktionaler wird. Das ist ja die ganze Idee dahinter. Drum kannst du natürlich auch nicht die Maßstäbe anlegen, die du bei Menschen anlegst.

Zitat von RAFA
Meinst du, das wird jemals anders sein?



Die primitiven Vorläufer siehst du ja schon in der EU. Ich denke nicht, dass es in dieser Institution jemals wieder einen Krieg geben wird, weil einfach alles zu sehr miteinander verflochten ist. Das wird global noch richtig krass auf die Spitze getrieben, wart 's mal ab! Es wird vielleicht nochmal so richtig knallen zwischen den Transhumanisten und den Menschileins, aber das war es dann. Und zwar für immer.


 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#39 von RAFA , 19.02.2013 19:55

Zitat von IK
aber nicht, dass unser Geist stirbt. Er wird ja weiter getragen durch neue Daseinsformen, wenn wir mit den Rechnern fusionieren.


hä? Wer sollte deinem Geist noch einen Rechner zur Verfügung stellen, wenn er dich gar nicht braucht? Da löscht man dich doch einfach runter!

Es sei denn, man ist ein Psychopath und hat Freude dran, eingesperrte Geister auf Rechnern durch Programme zu jagen, die sie nicht mögen und ihnen beim Leiden zuzuschaun.


Zitat von IK
Denn selbst wenn man die Existenz von Göttern voraus setzt, ist es doch total überheblich, anzunehmen, die seien auch nur ansatzweise an dir interessiert.


Sie sind vermutlich genau nach dem Procedere an Menschen interessiert, das ich bisher beschrieb: vielleicht genießen sie die vielen Stimmen und "Likes" oder sie sind Sadisten und erfreuen sich daran, Geister zu quälen, oder sie fassen unsere Geister wie Schmucksteine in irgendwelche Rahmen und schmücken sich damit oder sie benutzen uns, um sich selbst zu erweitern und zu entwickeln, indem sie sich mit uns streiten (so wie Satan-Ahriman das so gerne mit mir tut ) oder sie können uns als Substanz gebrauchen, aus der sie neue Programme basteln oder Kombinationen aus Geistern, vielleicht Völker, Kollektive, einfach so, um ihre Kreativität auszuleben und die fertigen Geist-Völker stellen sie dann aus als "Kunst" oder... ja mei, was erzählen denn Götter alles von sich, was sie von Menschen wollen? Allah will z.B. bedingungslose Hingabe, also lässt er sich wahrscheinlich die virtuellen Eier kraulen und Jhwh züchtet seine Geistern heran, dass sie sich auf ihn berufen und immer wieder das Up-side-down-Spiel treiben, d.h. runter in die nahezu vollständige Zerstörung zu verfallen um dann wie Phoenix aus der Asche emporzusteigen und dabei zu verkünden, ihr Erfolg sei das Werk Jhwhs. Der zieht seine Geister mal durchs KZ und dann wieder an die Spitze der Weltpolitik, er schickt sie in die Wüste (welcher Sorte diese auch immer sei) und lässt sie dann wieder wichtige Ländereien erobern... ja und Satan? Der lässt seine Geister so lange genau in DAS Ding laufen, das sie eigentlich unbedingt vermeiden wollen, bis es ihnen gefällt und sie sich von innen nach außen stülpen und guckt ihnen dabei zu.

Zumindest scheinen Götter mit Menschen zu deren Lebzeiten schon einiges anzustellen. Wieso sollte es dann nach dem Tod anders sein? Wenn es irgendeine Existenz nach dem Tod geben kann, wieso sollten Götter ihre Geister dann einfach nach dem Tod wegschmeißen? Der Tod eines Menschen dürfte für Götter überhaupt keine Bedeutung haben.


Zitat von IK
Ich kann nicht entdecken, dass mit zunehmender Technisierung, die Menschheit irgendwie "bösartiger" wird.


neinein, keinesfalls, aber die bestehende "Bosheit" der Menschen reicht mir vollends. Ich hab eigentlich keinen Bock, ihr auch im "Jenseits" ausgeliefert zu sein. Irgendwann möcht ich auch mal meine Ruhe und mich nicht mehr andauernd abgrenzen, verteidigen oder angreifen zu müssen. Irgendwann möcht ich mich auch einfach nur hingeben können (ohne diverse Repressalien erwarten zu müssen) und dazu möcht ich mir dann schon jemanden aussuchen, dem ich traue, dass er mit mir chillig umgeht. Einem Menschen trau ich da keinen Millimeter!


Zitat von IK
den Weltuntergang herbei faseln.


mach ich doch nicht! Ich erkläre bloß, warum ich der Technik und vor allem dem Menschen bezüglich meines geistigen Überlebens nicht (ver)traue und nach momentanem Stand meiner Einsicht lieber Götter bevorzuge.


Zitat von IK
Nämlich die fehlende Notwendigkeit, menschliche Sklaven zu haben, wenn jeder Roboter alles mögliche geschissen kriegt


Und selbst wenn die Roboter auch die eigensten psychischen Fähigkeiten eines Menschen ersetzen können, aber es wird immer Sadisten und Psychopathen geben, die einfach Gefallen dran haben, jemanden zu gängeln und zu quälen. Die werden sich dazu garantiert keinen Roboter aussuchen, weil der simuliert das ja nur! Die wollen das schon echt, sonst bringts das ja nicht. Vor allem im sexuellen Bereich fällt mir da einiges ein, was ja auch der Grund ist, dass so ziemlich jeder Mann lieber ne echte Frau vögelt statt die perfekteste Gummipuppe. Also: Menschen werden immer für Menschen einen Wert haben und typisch menschlich ist es nun mal, andere zu unterdrücken, schon einfach nur aus Lust und Ego!


Zitat von IK
Es geht in Zukunft um Information und Wissen, nicht um Geld.


Ich sehe das auch so, dass es nur noch um Information und Wissen und das ganze Cyber-Behaviour gehen wird. Die neue Welt ist das virtuelle Netz (vor oder nach dem Tod)! Aber genau darin geht es doch um Geld! Und wenn es keine Scheine und Münzen mehr sind, sind es neue Währungen, z.B. Facebook-Likes, Anzahl der Freunde oder irgendwas. Das ist doch heute schon so, dass Stars oder Firmen herumbuhlen mit ihren Likes und ihren Freunden und dass sie sie KAUFEN. So toll die Technik auch wird, so deppert bleiben die Menschen in ihrer Gesinnung. Darum wird es auch in der Cyberwelt Mord und Totschlag, bzw. Löschenb und Canceln geben und Mobbing ohne Ende und Gesetze gegen Mobbing und gekaufte Likes gegen die Gesetze gegen Mobbing und wenn du mir dein Like nicht gibst, dann hack ich deinen Account und lösch dich, also dien mir als Sklave und infiltriere nun alle deine Freunde mit meinem Werbespam, der über DEIN "Gehirn" läuft! Denke: like like like - 5 Stunden am Tag für mich. Dann kriegst du 2 Stunden, wo du in WOW denken darfst und danach dienst du mir wieder, indem du MICH denkst. Sonst gibts einen Cyber-Flashmob und ich behaupte irgendwo, du frisst kleine Kinder, äh die ACCOUNTS von kleinen Kindern.


Zitat von IK
Aber ich denke, die Interessen werden sich verlagern und weg gehen von so primitivem Kram


Klar verlagern sich die WERTE. Frühre hat man für ne Frau 5 Kamele bezahlt, später musste man dann mit einer guten Berufsausbildung punkten, die Geld brachte, damit man die Familie ernähren konnte, sonst gewährte der Vater nicht die Hand seiner Tochter, noch später musste man das Weibchen dann durch tolle Autos oder sonstige Werte beeindrucken und dann, im Netz, da brauchst du halt mindestens den 500. Level in WOW, dann simuliert dir der Partneraccount ein paar Streicheleinheiten.

Werte wird es immer geben und um die wird immer auch gekämpft und zwar mit den Methoden des menschlichen Charakters, der sich vermutlich seit der Steinzeit nicht wesentlich verändert hat.


Zitat von IK
Die primitiven Vorläufer siehst du ja schon in der EU. Ich denke nicht, dass es in dieser Institution jemals wieder einen Krieg geben wird, weil einfach alles zu sehr miteinander verflochten ist. Das wird global noch richtig krass auf die Spitze getrieben, wart 's mal ab! Es wird vielleicht nochmal so richtig knallen zwischen den Transhumanisten und den Menschileins, aber das war es dann. Und zwar für immer.


Und dann? Dann kommt magnusfe's "EU-Präsident" und dann spielen wir alle "schöne neue Welt" von Aldous Huxley?



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RE: Wozu braucht man Gott?

#40 von Instant Karma , 19.02.2013 20:26

Zitat von RAFA
hä? Wer sollte deinem Geist noch einen Rechner zur Verfügung stellen, wenn er dich gar nicht braucht?



Na wir uns selbst. Diese Entwicklungen passieren ja nicht sprunghaft von heute auf morgen. Wir wachsen da hinein, step by step.

Zitat von RAFA

Sie sind vermutlich genau nach dem Procedere an Menschen interessiert, das ich bisher beschrieb: vielleicht genießen sie die vielen Stimmen und "Likes" oder sie sind Sadisten und erfreuen sich daran, Geister zu quälen



Selbst dafür ist der Mensch zu unbedeutend. Ich mein', was bildet er sich denn da auch ein, das kleine Würmchen am Arsch auf so 'nem Krümel in den Weiten des Alls? Nein, WENN es Götter gibt, dann sind die nicht im Ansatz an uns interessiert. Sie würden uns nicht mal wahr nehmen.

Zitat von RAFA
ja mei, was erzählen denn Götter alles von sich, was sie von Menschen wollen?



Also diese Buch-Götter sind doch echt nur Märchenfiguren. An die kann ich schon gar nicht glauben; die halte ich für klar widerlegt. Natürlich NICHT in der Form, dass sie als Psycho-Viren in uns rum spuken. Aber dann sterben sie auch mit uns weg und tragen uns nicht ins Jenseits.

Zitat von RAFA
neinein, keinesfalls, aber die bestehende "Bosheit" der Menschen reicht mir vollends.



Die bleibt ja nicht bestehen, wenn der Mensch zu etwas wird, was der neuen Umwelt angemessen ist. Die Evolution hatte keine Zeit uns die Mittel für 's Informationszeitalter mit zu geben. Drum sind wir grad noch Affen mit Strom.
Meine ganze Rede hier ist aber ja davon, dass wir genau DIESEN Status überwinden durch technische Upgrades und Veränderungen. Wir verbessern also nicht nur unsere Umgebung, sondern uns selbst gleich mit.

Zitat von RAFA
Und selbst wenn die Roboter auch die eigensten psychischen Fähigkeiten eines Menschen ersetzen können, aber es wird immer Sadisten und Psychopathen geben, die einfach Gefallen dran haben, jemanden zu gängeln und zu quälen.



Ach, das ist ja leicht korrigierbar. Früher hat man sie zur Therapie in die Klapse gesteckt, morgen gibt 's einfach 'nen Patch. Natürlich können diese Psychopathen auch welche der Sorte sein, die sich dem Weg der Augmentierungen versagen, also MENSCH bleiben wollen. Aber die kann man ja in Reservate stecken, wo sie dann tun und lassen können was sie wollen. Ich denke, die geistig überlegene Art wird hier schon Mittel und Wege finden, sich durchzusetzen. Zur Not wird halt die Fliegenklatsche gezückt.

Zitat von RAFA
Also: Menschen werden immer für Menschen einen Wert haben und typisch menschlich ist es nun mal, andere zu unterdrücken, schon einfach nur aus Lust und Ego!



Das mag ja sein. Ich rede aber nicht von Menschen. Ich denke auch, dass der Trans-Mensch noch ein Ego haben wird. Aber er wird auch das Wissen haben, dass seine Existenz gefährdet ist, wenn man erstmal anfängt, die Existenz eines einzelnen Trans-Menschen in Frage zu stellen. Drum lassen sich alle aus purem Egoismus gegenseitig in Ruhe und solche Gelüste werden allenfalls in der VR ausgelebt. Vielleicht löscht man solche Eigenschaften auch irgendwann einfach raus und es bleibt am Ende fast gar nichts mehr von einem übrig. Das ist aber immer noch mehr als nichts.

Auch die Wirtschaftsbosse werden sich überleben, wenn jeder mit seinen Foglets (Nanitenroboter, die Materie beliebig zusammensetzen können) und der VR basteln kann, was er will. Es wird zu einer dezentralen Organisationsform übergehen, wo die Leute einfach ihre Blueprints tauschen. Die Wirtschaftsbosse werden sich, wie der Brockhaus der Wikipedia, geschlagen geben müssen.

Zitat von RAFA
Aber genau darin geht es doch um Geld! Und wenn es keine Scheine und Münzen mehr sind, sind es neue Währungen, z.B. Facebook-Likes, Anzahl der Freunde oder irgendwas.



Ich sag' es mal ganz allgemein: Wenn eine Verhaltensweise klar irrational ist und man die Möglichkeit hat, sie zu unterbinden, dann wird man diesen Schalter auch umlegen. Ich denke nicht, dass es in der Cyberwelt einen Wettbewerb braucht. Neugier und der Wille zur konstruktiven Mitarbeit ist viel funktionaler.

Zitat von RAFA
Werte wird es immer geben und um die wird immer auch gekämpft und zwar mit den Methoden des menschlichen Charakters, der sich vermutlich seit der Steinzeit nicht wesentlich verändert hat.



Ja, aber nun haben wir ja erstmals die Möglichkeit dazu!

Zitat von RAFA

Und dann? Dann kommt magnusfe's "EU-Präsident" und dann spielen wir alle "schöne neue Welt" von Aldous Huxley?



Höchstens in seiner VR! ;-)

In der Realität spielen wir "The Age of Spiritual Machines" von Raymond Kurzweil.


 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#41 von RAFA , 19.02.2013 21:54

Zitat von IK
Na wir uns selbst.


Und was hindert MICH dann daran, DEINEN Rechner einfach abzuschalten, nur um dich zu ärgern und mich cool zu fühlen?


Zitat von IK
was bildet er sich denn da auch ein, das kleine Würmchen am Arsch auf so 'nem Krümel in den Weiten des Alls?


ach sorry! Ja klar: wenn du unter "Gott" natürlich so ein universales Überdings aka Christentum verstehst, ist es freilich Blödsinn.

Ich dachte das nur von MEINER Definition aus mit Göttern als rein irdische, anhänger-gebundene Geistphänomene, die mit den Menschen eine Existenz-Symbiose bilden, dass einer vom anderen abhängig existiert.


Zitat von IK
Also diese Buch-Götter sind doch echt nur Märchenfiguren.


Es sind ja nicht nur "BUCH-Götter". Die in diesen Büchern beschriebenen Gott-Ideen sind ja in Interaktionen mit Menschen aktiv. Egal, ob sie eine Eigenexistenz haben oder nur tatsächliche "Hirn-Gespinste" sind, aber genau dadurch existieren sie und leben und "atmen": sie werden immer wieder gedacht und bilden dadurch eine tatsächliche Instanz, die wiederum auf den einzelnen Gläubigen zurück-einwirkt, denn dieser glaubt ja meist an eine Antwort oder eine Aktion von seinem Gott und schreibt dem Tendenzen zu, aus denen dieser Gott dann eben auch IST (gemacht wird). Durch den Daten-Fluss zwischen Mensch und (gedachtem) Gott passiert da wirklich was, was diesen Gott beschreibt (ob er ist oder nicht, aber spätestens dadurch WIRD er).

Nun ist ja auch noch das Phänomen, dass das dann nicht nur ein Hirngespinst eines einzelnen Verrückten ist, sondern Tausende daran glauben. Das Geistgespinst dieses Gottes ist also nicht vom Einzelnen abhängig, das es auch von den anderen gedacht wird und von dort aus natürlich auch auf den Einzelnen einwirkt.

Das Ding IST also (als lebendiger, interaktiver Gedankenkomplex). Vielleicht kann man sich als (ja auch nur gedachter) Menschengeist daran anschließen? Ich probiers halt einfach


Zitat von IK
Natürlich NICHT in der Form, dass sie als Psycho-Viren in uns rum spuken. Aber dann sterben sie auch mit uns weg und tragen uns nicht ins Jenseits.


Na eben nicht, denn wenn Christ-1 stirbt, glaubt ja noch Christ-2 bis -500 an diesen Gott. Also existiert dieser Gott in/aus der Psyche der anderen durchaus noch, obwohl Christ-1 tot ist. Er überlebt ihn also. Und wenn nun dieser Gott auch noch den Christ-1 denkt...? Wenn also die gedankliche Person "ich, Christ-1" als Psycho-Virus seines Gottes in diesen eingeht?


Zitat von IK
Die bleibt ja nicht bestehen, wenn der Mensch zu etwas wird, was der neuen Umwelt angemessen ist.


Haha! Du meinst, wenn Menschen sich virtualisieren, denken sie NICHT mehr in tierischen Bahnen, sondern werden auf einmal völlig unegoistische, nicht-triebhafte Heilige? Was sollten dann noch ihre Motive sein zu existieren und zu agieren?


Zitat von IK
Wir verbessern also nicht nur unsere Umgebung, sondern uns selbst gleich mit.


Muahaha! Das stellst du dir ja easy vor!
Du meinst, bloß weil ich nun ne andere Hardware habe, verändert sich mein Denken auch (von seiner tiefsten Struktur her)?


Zitat von IK
Ich denke, die geistig überlegene Art wird hier schon Mittel und Wege finden, sich durchzusetzen.


Böh: die Überlegenen waren in der Weltgeschichte noch nie die mit der edleren Mentalität.


Zitat von IK
ben, dass seine Existenz gefährdet ist, wenn man erstmal anfängt, die Existenz eines einzelnen Trans-Menschen in Frage zu stellen.


und das reicht dem, sich zu beherrschen, oder was? Na klar! Haha! Boah, es gäbe keine Raucher, keine Junkys, keine Alkis, niemanden, der schneller als 30 fährt, wenn die Vernunft solche Macht hätte!


Zitat von IK
Auch die Wirtschaftsbosse werden sich überleben, wenn jeder mit seinen Foglets (Nanitenr


Ach, und dann kommt Cyber-Ahmadinedschad oder Cyber-Hitler daher und hat die Idee, er sei zusammen mit bestimmten anderen Leute ein "Herren-Programm" und alles andere seien unwerte Tools und schon gehts los . Hör mal, so lange hier auf Erden jemand fähig ist, Atombomben zu schmeißen und das auch noch toll findet, wird sich auch niemand skrupeln, in dem Wahn des Übertools das "universale Netz" mit allen Untertools in die Luft zu jagen.

Nee, also "deine" Frieden-Freude-Eierkuchen-Cyber-Welt möcht ich erst mal sehen, bevor ich an sie glaub.



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RE: Wozu braucht man Gott?

#42 von Instant Karma , 19.02.2013 22:33

Zitat von RAFA
Und was hindert MICH dann daran, DEINEN Rechner einfach abzuschalten, nur um dich zu ärgern und mich cool zu fühlen?



Man wäre dann ja in der Cloud. Also da wo alle sind und das lässt sich genauso wenig abschalten wie das Internet, da dezentral organisiert mit Kreuz-Backups und dergleichen.

Zitat von RAFA

Na eben nicht, denn wenn Christ-1 stirbt, glaubt ja noch Christ-2 bis -500 an diesen Gott. Also existiert dieser Gott in/aus der Psyche der anderen durchaus noch, obwohl Christ-1 tot ist. Er überlebt ihn also. Und wenn nun dieser Gott auch noch den Christ-1 denkt...? Wenn also die gedankliche Person "ich, Christ-1" als Psycho-Virus seines Gottes in diesen eingeht?



Ja, vielleicht geht die ein oder andere Idee da rein. Aber das war es dann auch. Du selbst und dein Erleben und Empfinden sind ja trotzdem ausgelöscht auf nimmer wiedersehen, denn es sind ja nur die Teile transportierbar, die auch für alle einsehbar sind und selbst die unterliegen wieder einem Verschleiß. Dass so Meme weiter leben, davon haben die Nachfahren was von, aber ich ja nicht. Ich krieg davon ja nix mehr mit, also interessiert mich das auch nicht.

Zitat von RAFA
Du meinst, wenn Menschen sich virtualisieren, denken sie NICHT mehr in tierischen Bahnen, sondern werden auf einmal völlig unegoistische, nicht-triebhafte Heilige?



Nein, das habe ich ja schon ganz direkt ausgeschlossen. Sie sind schon noch egoistisch, aber der Egoismus ist der neuen Daseinsform angepasst und zielfördernd. In der technischen Evolution geht es nicht mehr darum, wer den Längsten hat, weil alle gleich ausgestattet sind. Solch' nutzlose Instinkte werden also gelöscht.

Zitat von RAFA
Was sollten dann noch ihre Motive sein zu existieren und zu agieren?



Neugier auf neues Wissen. Vielleicht auch Vergnügen und Freude. So ein Leben bietet ja viel mehr Möglichkeiten als das was WIR so kennen.

Zitat von RAFA
Du meinst, bloß weil ich nun ne andere Hardware habe, verändert sich mein Denken auch (von seiner tiefsten Struktur her)?



Ach, DA liegt das Missverständnis!
Nein, nein: Auch die Software wird eine andere sein. Wenn unsere Persönlichkeit zur Software wird, kann man sie auch patchen wie Software. Nachteilige Eigenschaften werden entfernt wie ein Krebsgeschwür. Natürlich gibt es da anfänglich Bedenken. Aber langfristig wird es sich durchsetzen, weil es sich so viel besser lebt in der Cloud.

Zitat von RAFA
Böh: die Überlegenen waren in der Weltgeschichte noch nie die mit der edleren Mentalität.



Die Menschheit auszurotten ist ja auch nicht edel, sondern funktional!

Zitat von RAFA
und das reicht dem, sich zu beherrschen, oder was?



Nach dem Upgrade wird er kaum mehr fähig sein, sich nicht zu beherrschen. Nun kann man natürlich sagen: "Wo bleib' denn da ich und mein freier Wille?"
Aber wo ist denn der freie Wille, auf die heiße Herdplatte zu fassen? Und was ist daran erstrebenswert?

Zitat von RAFA
Na klar! Haha! Boah, es gäbe keine Raucher, keine Junkys, keine Alkis, niemanden, der schneller als 30 fährt, wenn die Vernunft solche Macht hätte!



Man muss ihr nur die technischen Möglichkeiten dazu geben. Was wäre denn, wenn dein Gehirn dich für jede vernünftige Handlung mit einem ordentlichen Orgasmus belohnt? Was meinst, wie schnell die Leute dann 30 fahren! Du redest ja immerzu von dummen Menschileins, aber die gibt es dann gar nicht mehr.

Zitat von RAFA
Ach, und dann kommt Cyber-Ahmadinedschad oder Cyber-Hitler daher und hat die Idee, er sei zusammen mit bestimmten anderen Leute ein "Herren-Programm" und alles andere seien unwerte Tools und schon gehts los



Das wäre ja eine unlogische Annahme, wo doch alle in der Cloud auf dem gleichen technischen Stand sind. Also ein Programmfehler. Sowas setzt sich in einer von vornherein dezentral angelegten Struktur nicht durch. Drum gibt es auf Wikipedia auch keinen Meinungsherrscher, der durchsetzt 1 + 1 = 3! Zwar gibt es da auch mal Fehltritte, aber die werden immer seltener und es reift und reift und reift, wodurch jeder Lexikonband nun das Nachsehen hat. Und da sind sogar nur Menschen aus Fleisch und Blut tätig, ohne Logik-Expansion. Also, das Prinzip der Schwarmintelligenz funktioniert ziemlich gut und ich denke nicht, dass einzelne Ausreißer da gefährlich werden könnten. Höchstens für sich selbst.

Zitat von RAFA
Nee, also "deine" Frieden-Freude-Eierkuchen-Cyber-Welt möcht ich erst mal sehen, bevor ich an sie glaub.



Ich wünsche dir, dass du noch so lange lebst!


 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#43 von Astray , 20.02.2013 10:33

Zitat von Instant Karma im Beitrag #42

Zitat von RAFA
Und was hindert MICH dann daran, DEINEN Rechner einfach abzuschalten, nur um dich zu ärgern und mich cool zu fühlen?


Man wäre dann ja in der Cloud. Also da wo alle sind und das lässt sich genauso wenig abschalten wie das Internet, da dezentral organisiert mit Kreuz-Backups und dergleichen.


Also, vorübergehend könntet Ihr Euch auch dann gegenseitig abschalten - das führte dann letztendlich zu einer Art Flame-War.

 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#44 von Instant Karma , 20.02.2013 10:49

Die Rechner beginnen ja jetzt schon, immer mehr zu verschwinden. Die nächste Konsolengeneration setzt auf u. a. auf Cloud-Gaming wie Gaikai und auch Office lässt sich schon über die Cloud nutzen; von Smartphone Diensten ganz zu schweigen. Das IST nun mal die Zukunft. So wie auch niemand ein Kraftwerk zu Hause hat, zieht man dann die Rechenpower, oder den Geist, aus der Leitung. So geht man selbst bei Unfällen nicht Hops und es gibt auch nix, was sich da abschalten lässt, weil sofort und nahtlos ein anderer Sektor die Arbeit übernimmt. Das geht jetzt schon und wird noch viel ausgereifter sein, in der Zukunft.


 
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RE: Wozu braucht man Gott?

#45 von RAFA , 20.02.2013 16:29

Zitat von IK
Man wäre dann ja in der Cloud. Also da wo alle sind und das lässt sich genauso wenig abschalten wie das Internet, da dezentral organisiert mit Kreuz-Backups und dergleichen.


Ist doch nur eine Frage der Technik, die ich nicht näher aufrollen möchte, fest steht IMO nur: auf jeden Fall wird es irgendwelche Besondersgscheiterla geben - wie halt jetzt auch - die in der Lage sind, andere abzuschalten und sicherlich wird es auch jede Menge Psychopathen geben, die ganz versessen Bock dran haben, andere abzuschalten und es wird auch ganz sicherlich eine Schnittmenge geben, also besonders gescheite Psychopathen, die das dann auch TUN.

Nein, ich denke, das (evolutionäre) Prinzip, den anderen etwas zuvor zu haben, wird auch dann nicht vergehen und genauso praktiziert wie heute und zu allen Zeiten.

Und wenns das neueste Update ist, das die einen den anderen vorenthalten. Weil guck: schon längst sind wir medizinisch und technisch so weit, dass alle Menschen auf diesem Planeten in Frieden zusammen leben könnten, ihr Brot (worum sie sich in den vergangenen Jahrhunderten die Schädel eingeschlagen haben, heute für uns hier ein Witz) und ihre Spiele haben, so dass sie zufrieden sein könnten, SIND sie aber nicht und haben nichts Besseres zu tun als Krieg zu führen und andere bzw. sich gegenseitig auszubeuten. Leute aus dem Mittelalter würden die Köpfe schütteln, denn die empfänden unseren Lifestyle als pures Paradies und könnten sich nicht vorstellen, dass wir noch um irgendetwas kämpfen. Aber wir tun es. Und die später werden es auch tun.


Zitat von IK
Du selbst und dein Erleben und Empfinden sind ja trotzdem ausgelöscht auf nimmer wiedersehen


nein, das stell ich mir dabei ja eben anders vor (frag mich nicht, warum. Wahrscheinlich, weil ich es mir wünsche)


Zitat von IK
selbst die unterliegen wieder einem Verschleiß


was mir in letzter Zeit besonders dem "Verschleiß" unterliegend auffällt, ist leider der Geist selbst! Er wird nämlich gewissen Dingen müde und satt, einschließlich des Ichs/Egos und seiner selbst. Ich merk das immer mehr an mir selbst, dass dieses Unmögliche tatsächlich eintreffen wird: ich werde eines Tages "lebenssatt" froh sein, wenn ich endlich abnippeln, weil ich des Lebens einfach hundstarrmüde sein werde. Ist mir ja jetzt oft schon zu blöd, was den Tag über so läuft, kenn ich ja alles schon. Auch das Andere kenn ich schon. Und das noch ganz andere will ich nicht.

Als meine Oma schon sehr alt war (noch gar nicht sooo lang her), da sagte sie mal, das Schönste am Tag sei für sie, wenn sie abends ins Bett gehen kann und einschläft. Dazu dachte ich nur: "wow, wie arm!" Aber langsam merke ich, dass ich mich aufs Schlafengehen echt freu: einfach die Augen zu machen, nix mehr machen brauchen, bissel die Seele baumeln lassen und dann dahin schwelgen bis zum Weg-sein. Ruh und Frieden. Punkt.
NOCH find ich es natürlich auch klasse, früh wieder wach zu werden und was Tolles anzufangen! Aber wenn das so weiter geht? Da werde ich eines Tages froh sei, endlich zum Tod einzuschlafen, weil mein Geist einfach alt und müde sein wird. Er nutzt sich im Leben genauso ab wie der Körper!

Hilft einem davor eine Maschine? Liegt das an irgendwelchen Hormonen, die man sich dann ab- oder zuschalten kann. WILL man sich denn das überhaupt noch ab/zu-schalten?


Zitat von IK
In der technischen Evolution geht es nicht mehr darum, wer den Längsten hat, weil alle gleich ausgestattet sind. Solch' nutzlose Instinkte werden also gelöscht.


Wie ist das aber mit den weiblichen Geistern? Werden nicht viele von ihnen das Bedürfnis haben, ein Kind in die Welt zu setzen - wenn auch ein geistiges Kind, einen Kindergeist, einen kleinen, süßen, frischen, unprogrammierten Mini-Rechner, oh wie niedlich, den sie dann mal mit Daten füttern und aufpeppeln können? Werden sie dazu noch einen männlichen Geist brauchen? Sinnvoll wär das, denn der kleine Mini-Rechner soll ja auch ein eigenes Wesen haben und nicht nur eine Copy sein. Oder wird das Bedürfnis nach Babys auch gelöscht? Welche Bedürfnisse bleiben dann überhaupt nocht? Ist die Existenz mit so wenig Bedürfnissen dann auch lebenswert?


Zitat von IK
Nachteilige Eigenschaften werden entfernt wie ein Krebsgeschwür.


Aber weißt du, also ich kenn mittlerweile ein Haufen Leute, die Therapien hinter sich haben. Aber grad bei denen, die ihre Therapien ERFOLGREICH hinter sich haben, da läuft irgendwas nicht rund, find ich. Man merkt, dass da künstlich eingegriffen worden ist, weiß nicht. Aber die haben irgendsowas ... Unnatürliches (?) an sich. Da passt was nicht zum Rest, irgendwie.

Ich tüftel rum und mein, das liegt daran, weil denen hat man halt ein "geistiges Krebsgeschwür entfernt". Aber der GANZE Geist, die Persönlichkeit, ist ja mit dem Krebsgeschwür groß geworden. Das hat sich ja alles aufeinander eingestimmt im Lauf der Zeit. Die restliche Psyche hat sich mit dem Krebsgeschwür ja Stück für Stück arrangiert und ihrerseits auch wieder neue Triebe ausgeprägt, die sie ohne das Geschwür nicht gehabt hätte. Jetzt ist das Geschwür weg, aber die restliche Maschinerie läuft noch als wäre sie komplett. IST sie aber nicht mehr. Sicherlich wird sie sich auch mal wieder der Lücke anpassen, aber es bleibt eine Narbe - gleich dem Körperlichen, weil wenn du dort ein Krebsgeschwür wegschneidest, ...das ist ja nichts Eigenes, nichts Neues, sondern vormals gesundes Gewebe, das da auch hingehört, nun leider aber krank geworden ist und deswegen entfernt wird. Das Gewebe FEHLT. Es bleibt eine LÜCKE.

Genauso kommen mir diese Therapierten vor: die haben eine Lücke in der Psyche.

Nun ist das auch so: Wenn man meiner Psyche nun irgendeine Eigenschaft weglöschen würde, dann wäre ich glaub ich ordentlich lange damit beschäftigt, mit dem Rest der Psyche meine Mitte wieder zu finden! Ich würde ohne die bisherige Eigenschaft erst einmal gegen die Wand fahren, weil diese Eigenschaft einfach fehlt, ich sie aber gewohnt bin! Sie würde mir fehlen, so negativ sie auch war! Eine Menge anderer Eigenschaften würden mir nun plötzlich als negativ auffallen, weil die mit der gelöschten Eigenschaft zusammen gearbeitet haben und da nun plötzlich nix mehr zu tun ist, da gibts einen Leerlauf oder einen Stau an Energie. Es würde eine Menge psychischer Arbeit sein, meinen Geist da wieder einzustimmen. Genau SOLCHE ARBEIT ist es aber, die ich als LEID empfinde!

Sich selbst wieder mal suchen und justieren zu müssen, macht nämlich keinen Spaß. Da muss ich wieder einige bittere Erfahrungen machen, bis ich weiß, wo es lang geht.

Ja gut, du kannst sagen, das amputiert/löscht man dann halt auch gleich mit weg, aber dann frag ich schon: wie weit willst du mich/dich denn löschen? Wo ist das Ende? ...die Substanz, die du übrig lassen willst?


Zitat von IK
Was wäre denn, wenn dein Gehirn dich für jede vernünftige Handlung mit einem ordentlichen Orgasmus belohnt?


Auf die überzeugende Darstellung meines tollen Genpools durch 70-fahren-in-geschlossener-Ortschaft krieg ich vielleicht einen Orgasmus! Damit zeig ich nämlich, dass ich einen Arsch in der Hose habe und das ist im Leben oftmals eine sehr wichtige, funktionale und insofern auch eine vernünftige Eigenschaft, drum kriegen die ganzen Weibchen auf 70-Fahrer einen Orgasmus.

Nee, Mann: die Evolution ist doch nicht doof!


Zitat von IK
e, wo doch alle in der Cloud auf dem gleichen technischen Stand sind.


also nee, sorry! Wenn ich mir vorstell, dass dieser Oberdepp von --(will keine Namen nennen)-- durch künstliches Löschen oder Input irgendwelcher Untertools auf dem gleichen Stand ist wie ich, also nee, hey! Nee, alles was Recht ist, nee!!



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