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verlorene Unschuld

#1 von RAFA , 05.03.2011 02:41

Man sagt ja gern - besonders bei Frauen - sie hätten "ihre Unschuld verloren". Meistens geschieht das durch eine Erfahrung.

Wie kommt es denn nun, dass Erfahrung und Wissen mit Schuld gleichgesetzt wird und dass jemand nicht mehr "unschuldig" ist (P.S: woran ist er denn schuldig?), nur weil er etwas WEISS!

Wer ist denn der wertvollere Mensch: der Dumme, Unerfahrene und angeblich "Unschuldige" oder der Weise, Erfahrene, der Checker, der weiß, wie es geht und der einem gute Ratschläge geben könnte oder einen führen und leiten könnte? Warum soll letzterer "nicht mehr unschuldig" sein, gar schuldig und woran hat er sich denn schuldig gemacht?

P.S., besonders für Salih: Dieser Thread soll jetzt NICHT über Sex und Frauen gehen, sondern über die Idee der Schuldigkeit durch Erfahrungsgewinn in jeglicher Hinsicht.

 
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RE: verlorene Unschuld

#2 von magnusfe , 05.03.2011 20:46

Zitat
Meistens geschieht das durch eine Erfahrung.



was erfahrung sein ?

wahrscheinlich wenn sie dem mann widersprechen tun wie eva es gemacht hat bei adam und ihn zu baumessen überredet hat

also frau ist dann schuldig dass sie nicht 100 % immer mit mann übereinstimmt und somit mann stresst

---


 
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zuletzt bearbeitet 05.03.2011 | Top

RE: verlorene Unschuld

#3 von Bierbaron , 06.03.2011 20:53

Hä?

 
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RE: verlorene Unschuld

#4 von Bamma , 07.03.2011 18:06

Ich würde da erst einmal klar zwischen dem klassischen die "Unschuld verlieren", im Sinne von erster sexueller Erfahrung und im weiteren Sinne unterscheiden.
Ersteres ist vielleicht historisch und kulturell ganz aufschlussreich interessant und hat wohl seine Wurzeln auch in den Faktoren, die Instant Karma im Sexualität Forum angesprochen hat. In Bezug auf den Verlust der Unschuld von Männern hat man das früher auf junge Soldaten angewendet, die ihr erstes Gefecht im Krieg überstanden hatten, weil dafür zumindest die Bereitschaft einen anderen Menschen zu töten, vorhanden sein musste. Ich würde deswegen sagen, es handelt sich beim „Verlust der Unschuld“ um eine erlebte Erkenntnis, die einem die Begrenztheit und auch die Umumkehrbarkeit des eigenen Handelns aufgezeigt hat. Tote kann man nun einmal nicht wieder lebendig machen oder persönlich um Verzeihung bitten.

Wissen alleine impliziert aber noch keine Schuld, erst durch das Erkennen, einer damit einhergehenden Verantwortlichkeit für das eigene Handeln, kann diese Frage sich überhaupt herausbilden. Bloß weil ich weiss, dass Strom nicht von fleißigen Heinzelmännchen herbeigezaubert wird, sondern in Kraftwerken produziert werden muss oder dass Afrika ein Kontinent südlich von Europa ist, geht damit schließlich noch keinerlei Schuld einher. Wenn ich allerdings um bestimmte Zusammenhänge weiss, sie begreife, zueinander in Beziehung setze und dann vielleicht sogar erkenne, dass ich immer eine Wahl habe, mein Handeln bzw. Nichthandeln selbst zu orientieren, wird es interessant.

Von wertvolleren Menschen kann ich für mich selbst sowieso nicht sprechen, in welchem Sinne wertvoll? Im Sinne von nützlich? Fleißig? Schön? Kreativ? Intelligent? Effektiv? Interessant? Für die Gesellschaft? Für die Evolution? Für mich persönlich? Geht nicht. Menschen bedeuten mir entweder persönlich etwas oder sie tun es nicht, viel mehr ist da nicht. Für mich mag jemand unentbehrlich oder sehr wertvoll erscheinen, während der Rest der Welt das überhaupt nicht so sieht oder wenn überhaupt dann vielleicht sogar nur Dinge an der Person schätzt, die ich eher nebensächlich finde und genauso kann das auch in Bezug auf mich selbst stattfinden.

Die meisten Menschen, mich eingeschlossen, würden wenn sie vor die Wahl gestellt würden, welchen Ertrinkenden sie zuerst retten sollen, wohl instinktiv zuerst ein ihnen unbekanntes Kind retten, auch wenn es sich bei der Alternative um einen wichtigen, wissenschaftlichen Nobelpreisträger handelt. Das ist vermutlich so eine Art ansozialisiertes, evolutionär nützliches Programm, Jung vor Alt, Kinder und Frauen zuerst. Es kann aber auch schnell außer Kraft gesetzt werden, sobald es um den eigenen Arsch geht, die Entscheidung zwischen Held oder Feigling entscheidet sich dann in Sekundenbruchteilen.

Literarisch oder auf der Bühne ist Unschuld / Schuld natürlich hochspannend. Ich finde es aber im wahren Leben verwerflich, naiven Menschen bewusst ihre Unschuld zu rauben, sie sozusagen als Ersatz für das eigene Unglück ebenfalls zu vergiften und das beginnt meistens damit, dass man ihnen schon als Kindern Schuldgefühle (häufig religiöser Natur) oder Vorurteile einredet, wo sie keine haben sollten oder sie andererseits später gezielt zu Handlungen manipuliert (Kriege, hemmungsloser Konsum, eifersüchtiger Neid, Gleichgültigkeit), wo Schuldgefühle möglicherweise angebracht wären. Andere Menschen zu korrumpieren und sie mit überflüssigen (d.h. Schuld um der Schuld willen, ohne konkreten Sinn, außer dem sie dadurch leichter zu kontrolllieren) Schuldgefühlen zu impfen, ist eine widerliche Angelegenheit, ich finde es grässlich zu beobachten, wie ein enthusiastisches, aber naives Kind zu einem zynischen, abgefuckten Arschloch oder einem resignierten Mitläuferzombie heranwächst. Aber als beobachteter Lebensprozess für sich selbst, ist es andererseits für mich wieder interessant, selbst wenn es offiziell ein totales Versagerleben sein sollte. Menschen im Einzelnen: immer wahnsinnig spannend; in der Masse: relativ vorhersehbar, und eher abstoßend.

Nochmal zurück, Schuld ergibt sich für mich immer erst aus bereits erkannter Verantwortung für das eigene Handeln, noch nicht aus einer Erfahrung oder Wissen an sich, das bleibt solange neutral, bis ich es in Bezug zu meinem restlichen Leben setzen will und kann. Wenn ich erstmalig die Erfahrung der betrunkenen Autobahnnachtfahrt mache und dabei alles gutging, gibt es noch kein Problem durch die gemachte Erfahrung, das wird immer erst offenbar, wenn eben etwas nicht mehr wie geplant lief. Das wird gut im biblischen „und sie erkannten, dass sie nackt waren“ deutlich: Ab dem Moment, wo Menschen begannen bewusst zu unterscheiden, was Gut und Böse ist, war auch das Schuldgefühl und damit die Sünde geboren.

 
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RE: verlorene Unschuld

#5 von 667-NeighbourOfTheBeast , 08.03.2011 13:04

Kann man auch Beiträge gezielt zitiren?

Zitat
Wie kommt es denn nun, dass Erfahrung und Wissen mit Schuld gleichgesetzt wird und dass jemand nicht mehr "unschuldig" ist (P.S: woran ist er denn schuldig?), nur weil er etwas WEISS!


Ich denke mal das kommt daher, daß Wissen und Erfahrung der größte Feind einer institutionalisierten Religion ist und damit natürlich der Teufel werden muß.

 
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RE: verlorene Unschuld

#6 von Instant Karma , 08.03.2011 13:06

Zitat von 667-NeighbourOfTheBeast
Kann man auch Beiträge gezielt zitiren?



Unten auf "threaded" klicken, Beitrag auswählen und ab dafür.

 
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RE: verlorene Unschuld

#7 von 667-NeighbourOfTheBeast , 08.03.2011 13:32

Zitat von Instant Karma

Zitat von 667-NeighbourOfTheBeast
Kann man auch Beiträge gezielt zitiren?

Unten auf "threaded" klicken, Beitrag auswählen und ab dafür.



Wow, 3 mal um die Ecke klicken... und 2 verschiedene Beiträge in einer Antwort zitieren? Geht wahrscheinlich nur durch editieren...

 
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RE: verlorene Unschuld

#8 von Instant Karma , 08.03.2011 13:34

Tja...

 
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RE: verlorene Unschuld

#9 von Vep , 09.03.2011 12:00

Bei der Betitelung der Hilfsorganisation Innocence in Danger, die sich gegen Kindesmissbrauch einsetzt, hat man die angeführten Punkte nicht bedacht:
"Innocence", die Unschuld, ist in diesem Zusammehang für die Verantwortlichen anscheinend ein erstrebenswerter Zustand, der weggenommen wird und nicht mehr zurückerlangt werden kann. Das dürfte (zumindest unterbewußt) zusätzliche Schuldgefühle bei Betroffenen wecken.

Die Konnotation von "Unschuld" ist für mich ohnehin nicht besonders positiv. "Unschuldige Vorschläge" werden gerne ob ihrer Weltfremdheit belächelt.

Bammas Ausführungen würde ich gerne noch hinzufügen, dass der Verlust von Unschuld im Sinne von kindlicher Naivität für mich bereits bedeutet, dass die Motivation anderer Menschen hinterfragt und ihr eventuell eine böse Absicht unterstellt wird. Will der da eigentlich Gutes? Lügt mich diese Person vielleicht an? Will man mich über das Ohr hauen? Meint der das auch so?
Vielleicht setze ich Unschuld aber auch zu sehr mit Leichtgläubigkeit gleich.

 
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RE: verlorene Unschuld

#10 von 667-NeighbourOfTheBeast , 09.03.2011 13:18

Zitat von Vep
"Innocence", die Unschuld, ist in diesem Zusammehang für die Verantwortlichen anscheinend ein erstrebenswerter Zustand, der weggenommen wird und nicht mehr zurückerlangt werden kann. Das dürfte (zumindest unterbewußt) zusätzliche Schuldgefühle bei Betroffenen wecken.


Ui, ganz schön böse, aber treffend. Sollte man vielleicht lieber in "unverletzt" umbenennen.

Zitat von Vep
Vielleicht setze ich Unschuld aber auch zu sehr mit Leichtgläubigkeit gleich.


Das wird wohl auch richtig sein. Doof und leicht verarschbar ist ja religiöses Ideal.

 
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RE: verlorene Unschuld

#11 von Bamma , 09.03.2011 17:56

Vep:
dass der Verlust von Unschuld im Sinne von kindlicher Naivität für mich bereits bedeutet, dass die Motivation anderer Menschen hinterfragt und ihr eventuell eine böse Absicht unterstellt wird. Will der da eigentlich Gutes? Lügt mich diese Person vielleicht an? Will man mich über das Ohr hauen? Meint der das auch so?
Vielleicht setze ich Unschuld aber auch zu sehr mit Leichtgläubigkeit gleich.



Ja, das stimmt. Die hilfsbereiten Omas, die den Neppern, Schleppern und Bauernfängern ihre Wohnungstüren öffnen; die einsamen Herzchen, die Geld nach Nigeria oder Russland überweisen, um ihrer Internetliebschaft das benötigte Visum zu bezahlen und die Nachbarskinder, die glaubten der nette Onkel von nebenan, wolle ihnen wirklich nur die kleinen Kaninchen zeigen.

Das Dilemma ist dabei, dass unschuldige Menschen, soweit es die heutzutage überhaupt noch geben kann, mit ihrer liebenswert einfältigen Art innerhalb kürzester Zeit zur Beute für den wissenden Rest werden können. Es ist also fast schon vermessen, zu postulieren, sogenannte Unschuld sei überhaupt etwas bewahrenswertes, denn sie schirmt die Betreffenden ja eigentlich eher von der harten Wirklichkeit ab, anstatt sie lebensfähiger, glücklicher oder stärker zu machen. Was mir dazu auch noch einfällt sind die Stilmittel Ironie, Sarkasmus oder sogar Zynismus. Um sie zu verstehen oder darüber auch nur lachen zu können, braucht man eine gewisse Intelligenz, Abgebrühtheit und Erfahrung, die unschuldige Menschen (noch) nicht aufweisen, sie neigen dazu alles wörtlich zu nehmen oder die größten Räuberpistolen direkt zu glauben. Das kann sogar einen großen Charme haben, wenn man selbst diesen Status schon lange nicht mehr besitzt oder sonst vielleicht nur mit Arschlöchern zu tun hat. Daraus erklärt sich vielleicht auch die große Anziehungskraft solcher Menschen gerade auf abgefucktes Mannsvolk im fortgeschrittenen Alter. Umso abstoßender wird es, wenn andere Leute wiederum versuchen diesen Zustand vorzutäuschen oder sich unschuldig zu geben, obwohl völlig klar ist, dass sie es längst besser wissen.

In dem Sinne ist unschuldig dann auf eine Weise wirklich gleichzusetzen mit „unverletzt“, nämlich jemandem, der sich noch nicht am Leben gestoßen oder eine blutige Nase geholt hat. Es ist etwas vergleichbar mit einem Menschen, der noch nie von einem fremden Hund gebissen oder überhaupt fies angeknurrt wurde und spontan allem den Kopf tätschelt, was irgendwie nach angeleintem Hund aussieht. Im Zeitalter des Internets ist die Unschuld sowieso vom Aussterben bedroht, das ist auch nicht mehr zurückzudrehen.

Man könnte sogar noch einen Schritt weitergehen und postulieren, dass Leute, die behaupten, die bedrohte Unschuld anderer Menschen beschützen zu wollen, dies in Wahrheit tun, um besser ihre eigenen Machtambitionen damit durchzudrücken, sich nebenbei einen moralischen Heiligenschein aufsetzen zu können und dabei außerdem als Kollateralschaden noch in Kauf nehmen, dass die doofen Unschuldigen als Haustierschäfchen weiterhin in unmündiger Abhängigkeit von ihren selbsternannten "Beschützern" bleiben.

Grundsätzlich kann man sagen: Einmal etwas erkannt, bleibt erkannt, da führt auch kein Weg mehr zurück, außer Selbstverarschung, egal wie sehr man sich dann auch wünschen mag oder einredet, man hätte die bittere Wahrheit lieber doch nicht so genau gewusst. Deswegen wird es wohl auch so oft als ein Verlust betrachtet und deswegen wollen viele Menschen es auch oft gar nicht so genau wissen, wenn sie ihre Weltsicht bedroht fühlen.


 
Bamma
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zuletzt bearbeitet 09.03.2011 | Top

   

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