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Gehorsame und Detektive

#1 von RAFA , 03.07.2011 14:45

Manche Leute messen die Dinge daran, was andere sagen (nennen wir sie "die Gehorsamen") und manch andere Leute überprüfen die Dinge, ob sie wirklich so stimmen (nennen wir sie "die Detektive").

Bei den Gehorsamen ist eine Hierarchie immer wichtig und notwendig. Ihnen kommt es darauf an, ob eine These von einem Obermacker oder einem Untermacker aufgestellt worden ist. Die Formel ist recht einfach: Ist die These von einem Untermacker, gilt sie nicht viel - ist sie von einem Obermacker, wird sie akzeptiert und für wahr genommen. Nur wenn der Obermacker einen absoluten Scheiß von sich gibt, wird vielleicht widersprochen (oft aber nicht einmal dann), aber damit wird auch gleich der Obermacker abgesetzt (so ne Art Misstrauensvotum). Die Obermacker passen deswegen schön auf, was sie von sich lassen. Oft erzählen sie auch gern so Zeug, was den Leuten gefällt, um deren Gunst zu behalten, oder was den Leuten Angst macht, damit sich diese nicht aufmucken trauen. Das Ganze ist ein Machtspiel.

Aufgaben

1A: Berechnet die Wahrscheinlichkeit, wieviel Wahrheitsgehalt in einer These eines Obermackers steckt!

1B: Für wie klug (auf einer Skala von 1=doof bis 10=sehr klug) haltet ihr es, ein Gehorsamer zu sein und einem Obermacker zu vertrauen? Bitte begründe deine Bewertung pragmatisch.


Den Detektiven leuchtet eine These dagegen dann ein, wenn sie nachvollziehbar oder am besten auch noch überprüfbar ist. Sie glauben keinem Zeugen und keiner Aussage, sondern sie suchen Spuren und kombinieren daraus: "Kann das so gewesen sein oder widerspricht dem irgendwas? Wenn das so ist und dieses so, dann kann es nur noch SO&SO gewesen sein!"

2A: Berechnet die Wahrscheinlichkeit, wieviel Wahrheitsgehalt in der Lösung eines Detektivs steckt!

Nun haben wir hier recht oft das Phänomen, dass Gehorsame auf Detektive treffen. Die einen argumentieren: "Aber der Obermacker hat das doch so gesagt!" und die anderen denken gleich: "Das ist bestimmt der Mörder, der sich ein Alibi bastelt. Sehr verdächtig!" Das beißt sich natürlich enorm, weil die Argumente der einen für die anderen gar keine sind.

3A: Was/wie muss ein Detektiv zu einem Gehorsamen sagen, damit dieser seine Worte anerkennt?

3B: Wie muss ein Gehorsamer seine These einem Detektiv gegenüber unterbreiten, damit dieser sie überhaupt mal unter die Lupe nimmt?


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RE: Gehorsame und Detektive

#2 von Nos482 , 03.07.2011 19:34

Zitat
3A: Was/wie muss ein Detektiv zu einem Gehorsamen sagen, damit dieser seine Worte anerkennt?


Das ist eine sehr gute Frage, sag mir bescheid wenn Du die Antwort kennst.

Zitat
3B: Wie muss ein Gehorsamer seine These einem Detektiv gegenüber unterbreiten, damit dieser sie überhaupt mal unter die Lupe nimmt?


Würde der Detektiv das nicht in jedem Fall machen?



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RE: Gehorsame und Detektive

#3 von Vandermeer , 04.07.2011 18:43

@ Rafa

Zu 1A
50 / 50. Kann halt richtig sein oder kann halt falsch sein.

1b: das kommt auf den Obermotz an. Wenn es irgendein Laberkopf mit Prospekten auf der Straße ist dann eher bei 0-1.

2a Das hängt wohl auch viel davon ab, wieviel brauchbare Hinweise er hat und wieviel Erfahrung generell darin, das Wesentliche vom Unwichtigen unterscheiden zu können. Wenn es zwei Möglichkeiten gibt auch 50 zu 50. Je besser der Detektiv desto höher dann die Wahrscheinlichkeit dass er richtig liegt. Wobei auch ein blindes Huhn findet mal ein Korn, ne. ^^

3a Sieh her, das kann ich dir beweisen. Da liegt ein Ei und hier liegen noch mehr, zähl mal bitte nach, wieviele Eier jetzt insgesamt vor dir liegen! Und, also ergibt ein Ei und noch eine unbekannte Zusatzzahl an Eiern dann wieviele insgesamt? Also ist 1 + x = y

3b Sagmal Detektiv wie blöd bist du eigentlich, dass du nicht kapierst, was richtig ist? Jeder Trottel weiss das doch!

Also ich finds generell schon ganz gut, wenn jemand sich auskennt mit dem Zeug was er so von sich gibt.

 
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RE: Gehorsame und Detektive

#4 von RAFA , 04.07.2011 23:58

Zitat von Nos
Würde der Detektiv das nicht in jedem Fall machen?


Das stimmt eigentlich: ein ECHTER Detektiv würde sie so oder so unter die Lupe nehmen.

Manche Pseudo-Detektive ballern sie aber a priori ab, weil sie sagen: "Sowas gibts sowieso nicht". Andererseits kann man sich halt auch nicht um JEDES Detail kümmern, schon gar nicht, wenn man bei den Ermittlungen schon ordentlich viel weiter ist.

Ja, aber allerdings stimmts schon: eine kleine These könnte ja die ganzen Ermittlungen unter ein neues Vorzeichen stellen, so dass sich wer ganz anderes als der Mörder oder der Schöpfer entpuppt


Zitat von Vandermeer
50 / 50. Kann halt richtig sein oder kann halt falsch sein.


naja, dann kann man doch eigentlich auch einfach nur ... WÜRFELN?


Zitat von Vandermeer
Je besser der Detektiv desto höher dann die Wahrscheinlichkeit dass er richtig liegt.


Also ist die Detektiv-Methode eher was für bessere und clevere Leute.
Die, die es nicht drauf haben, folgen dann lieber irgendeinem Obermotz rein nach der Würfelmethode.


Zitat von Vandermeer
Sieh her, das kann ich dir beweisen. Da liegt ein Ei und hier lie


Naja, aber bekanntlich sagt ein richtig Gehorsamer: "Der Obermotz hat gesagt, es gibt keine Eier, also ist dieses Ei bestimmt ein Fake."


Zitat von Vandermeer
Sagmal Detektiv wie blöd bist du eigentlich, dass du nicht kapierst, was richtig ist? Jeder Trottel weiss das doch!


Das sagst du zu einem Detektiv?? Nein, das würde ich zu einem Gehorsamen sagen, der funktioniert nach Autorität und Vorgabe. Einem Detektiv würd ich eher sagen: "Hier ist meine These und hier sind die Spuren dafür: überprüf das mal!"


Zitat von Vandermeer
z gut, wenn jemand sich auskennt mit dem Zeug was er so von sich gibt.


Also sollte man weniger den Obermotzen hinterhergehorchen, sondern sich lieber informieren.


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RE: Gehorsame und Detektive

#5 von Vandermeer , 06.07.2011 10:47

@ Rafa

Also wenn jemand Ausgewachsenes zu mir bei dem Eierbeispiel sagen würde, das sind doch aber Fakeeier, deswegen zählt das nicht, dann würd ich ihn mal direkt zurück zur Kindergartentante schicken, die soll ihm mal einen Haufen Knete zum spielen geben oder sagst halt "Du, die Schauspieler im Film sterben auch gar nicht in Wirklichkeit und und trotzdem guckst dus dir gerne an oder heulst sogar, wenn dein Liebling erschossen wird."

Würfeln finde ich wiederum auch blöd, wenn mir was wichtig ist. Dann informiere ich mich erstmal und versuche dann die besten Infos zu kriegen, die ich finden kann. Meistens klappt das eigentlich ganz gut.

 
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RE: Gehorsame und Detektive

#6 von 667-NeighbourOfTheBeast , 06.07.2011 13:03

Ich hab letztens was ganz interessantes gelesen, nur vergessen wo:
Ein Autor hat das "ethische Niveau" von Menschen in verschiedene Stufen unterteilt:
- Man gehorcht aus Angst vor Strafe
- Man gehorcht um "gut" zu sein
- Man hält sich an eine einheitliche und für alle verbindliche Norm
- Man kann in Sonderfällen selbständig von der Norm für ein höheres Interesse abweichen
- Man kann selbständig sogar "höhere Interessen" bewerten.

Die beiden ersten wären demnach gehorsames "religiöses Niveau", die dritte entspricht dem kategorischen Imperativ, die vierte wäre Fähigkeit zur Reflexion, und die fünfte aufgeklärte Reife. Ab Stufe drei wären Ansätze zu Detektivarbeit zu erkennen.


Religion gilt dem Dummen als wahr, dem Weisen als falsch und dem Mächtigen als nützlich. (Seneca)

 
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RE: Gehorsame und Detektive

#7 von RAFA , 06.07.2011 15:45

Zitat von Vandermeer
Also wenn jemand Ausgewachsenes zu mir bei dem Eierbeispiel sagen würde, das sind doch aber Fakeeier, deswegen zählt das nicht, dann würd ich ihn mal direkt zurück zur Kindergartentante schicken


Ja, aber so sind sie doch, die Kreationisten: Die Dinosaurier gab es entweder einfach gar nicht, oder sie durften nicht mit auf die Arche und sind deswegen ausgestorben, die Neandertaler gabs auch nicht, weil die Menschheit ist erst 6000 Jahre alt, und lauter so ein Zeug. Du, da gibt es einiges, was die Forschung ganz klar beweist und die lehnen das trotzdem einfach ab. Also das IST Kindergartenniveau. Aber nun eben wieder die Frage: Wie geht man mit (erwachsenen) Kindergartenkindern um? Sie haben keine Einsicht in die Dinge, verweigern schlichtweg den Verstand und das einzige, was bei ihnen funzt, ist Gehorsam gegenüber dem Papa. Wenn der Papa sagt: "Die Menschheit stammt von Adam und Eva ab", dann ist das für die eben so, aus batsch fertig.


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RE: Gehorsame und Detektive

#8 von 667-NeighbourOfTheBeast , 06.07.2011 16:04

Zitat
Wie geht man mit (erwachsenen) Kindergartenkindern um?


Der Versuchung widerstehen, ihnen was beizubringen. Wer partout nicht will, in den geht einfach nix rein.


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RE: Gehorsame und Detektive

#9 von Nyx , 06.07.2011 17:00

Dieser Versuchung zu Widerstehen ist verdammt schwer
Ich erlebe das immer wieder an mir
Weil man immer denkt und fest daran glaubt: der MUSS das doch verstehen-kapieren-einsehen-erkennen
Man erklärt und erklärt
Irgendwann gebe ich dann auf , weil ich den anderen einfach für "zu Dumm" befinde
Und schüttle nur noch peinlich berührt den Kopf wenn an wieder etwas völlig weltfremdes und naives von erwachsenen Kindergartenkindern kommt
Aber ja...vieleicht wollen die, dass gar nix reingeht
Und ich maße mir an , denen etwas erklären und beibringen zu wollen

 
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RE: Gehorsame und Detektive

#10 von 667-NeighbourOfTheBeast , 06.07.2011 20:39

Ja, als normal gepolter Mensch wird da das Helfersyndrom aktiviert, wenn sich einer nur allzu dämlich anstellt. Vielleicht ist das überhaupt der Grund, interreligiöse Dialoge zu suchen, um sich mit Hilfsbedürftigen zu umgeben?


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RE: Gehorsame und Detektive

#11 von Instant Karma , 08.07.2011 21:42

Zitat von RAFA
wie muss ein Detektiv zu einem Gehorsamen sagen, damit dieser seine Worte anerkennt?



Obermacker-konform; das ist meine Erfahrung. Selbst so einer wie Gullfo fängt an zuzuhören, wenn man die Dinge in sein Paradigma übersetzt.


 
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