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RE: Wozu braucht man Gott?

#106 von ArgonII , 25.08.2015 18:52

Deser thread scheint mir zwar zum Teil wieder ziemlich von den ewig-besser-wisserischen, soo collen Art der Anti-Religiösen durch setzt. (Religions-bashing just for fun is was für DUMME! u. oft Gestörte- slten stekt das der Wunsch nach Wahrheit oder Erkenntnis dahintzer. -- Aber ich würde mich gerne mit Jemanden über "das Wesen Gottes" austauschen. Oder auch über den Begriff "Gott", der so vielfältig verschieden benutzt u. (un-)verstanden wird. --
Ich habe eindeutig religiöse Erfahrungen gemacht,gehe aber in keiner Kirche (oder sehr selten) - bezeichne mich mal als Freidenker.
Denke, bete auf meiner Art und Weise. (Bin kein Kirchgänger, sehe aber die richtig gelebte christl, Botschaft als eigentlich positiv für die Welt - und im richtigem Maß eingenommen - als gut und nützlich für die Meisten.) - Vorsichtig: bin durchaus intelligent und wehrhaft. Das verbreitete, meistens sogar dumme u. mit vielen oberflächlichen Klischees behaftete Niedermachen von etwas, das viele Leute nicht annähernd verstehen, oder wenigstens mal versucht haben da einzudringen, hasse ich. - Bitte erspart mir deshalb all das dumm-oberflächliche Angriffige. Ich tausche mich aber gerne mit ernsthaften Leuten (zu "dem Wesen Gottes" o. den Begriff, dem Verständnis von Gott) aus. - Bin mal gespannt.


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RE: Wozu braucht man Gott?

#107 von Freigeist , 30.08.2015 10:12

GOTT = ALL

ah?

all-(eins)-sein, all-wissen, all-zeitlich, all-schöpfend, ...

- Wenn GOTT: Es git nichts außer GOTT - außer(halb) eines GOTT.
Wo alles eins ist - was bleibt ?

(Selbst in einem Bewußtsein von Nichts befindet ES sich schon in einer Dualität!)


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RE: Wozu braucht man Gott?

#108 von Default , 03.09.2015 09:08

Es gibt Dinge, die wir nicht wissen.
Vielleicht sogar Dinge, die wir nie wissen werden oder wissen können.

Wahrscheinlich kennt jeder den Song: All we are is dust in the wind.
Und die Religion ist dazu da, uns unsere eigene Bedeutungslosigkeit zu ersparen.

Ein schlauer Kopf sagte einmal:

Zu dem Adler sprach die Taube:
Wo das Denken aufhört, da beginnt der Glaube;
Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch,
Wo du glaubst, da denk' ich noch.
Robert Ludwig (1778 - 1832), deutscher Dichter

Was mich stört, das ist das Geschäftsmodell:
Der Krieg braucht ein Leben nach dem Tod, denn sonst geht keiner hin, und die Apokalypse braucht keine Nachhaltigkeit.

Aber nehmen wir einmal an, es gibt wirklich ein Leben nach dem Tod.
In diesem Falle könnte man doch eigentlich sagen:
Sie haben aus der Wahrheit am Ende der Zeit ein Verbrechen gemacht.

freundliche Grüße

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RE: Wozu braucht man Gott?

#109 von Zahnfee , 05.09.2015 12:28

Wozu braucht man Gott? Ich denke als Ziel der persönlichen Entwicklung. Wir Menschen fühlen uns überhaupt nicht perfekt und dieser Gott muss also alles sein wofür wir uns entwickeln wollen, müssen und es geht nicht um GUT oder BÖSE um Himmel oder Hölles ondern das perfekte eben die perfekte Mitte von allem nur das sein ohne wenn und aber.

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RE: Wozu braucht man Gott?

#110 von Default , 07.09.2015 02:20

Zitat
Wozu braucht man Gott? Ich denke als Ziel der persönlichen Entwicklung. Wir Menschen fühlen uns überhaupt nicht perfekt und dieser Gott muss also alles sein wofür wir uns entwickeln wollen, müssen und es geht nicht um GUT oder BÖSE um Himmel oder Hölles ondern das perfekte eben die perfekte Mitte von allem nur das sein ohne wenn und aber.



Hallo Zahnfee,
darf ich dazu eine andere Meinung formulieren?
Das was du schreibst, ist nämlich gleichzeitig eine Glaubenskritik.
Alles was wir nicht sind, oder alles was wir gerne hätten, das projezieren wir auf Gott.

Es gibt mehrere Philosophen, die etwas von dieser Art formuliert haben:
Der Mensch lebt im Zwiespalt zwischen dem was ist, und dem was sein soll.

Um diesen Zwiespalt oder Widerspruch aufzulösen, gibt es 2 Möglichkeiten.
Eine Möglichkeit sieht man manchmal bei Politikern:
Sie beschäftigen sich nur mit dem was sein soll, und verlieren dabei den Kontakt zur Realität.

Die andere Möglichkeit ware, sich mit dem zu beschäftigen was ist. Meine Erfahrung ist aber, dass man sich dabei nichts verbieten darf, sonst funktioniert es nicht.

Aus diesem Dilemma führt uns eine (buddhistische) Kultur der urteilslosen Selbstbeobachtung. Dabei ist es wichtig, die Reaktionen und die Urteile, die man gewohnheitsmäßig doch wieder trifft, in die Beobachtung miteinzubeziehen, anstatt sie sich zu verbieten. Mit anderen Worten: Seine eigenen Urteile und Vorurteile nicht zu verurteilen.

Das klingt vielleicht schwierig oder gar unmöglich.
Deshalb nehme ich Zuflucht zu einem Gleichnis.

Ich vergleiche den Verstand mit der Klinge eines Schwertes. Damit kann man Dinge zerteilen, zerlegen, sezieren. Und man kann kämpfen. Viele Diskussionen gleichen einem Fechtkampf. Wie beim Fechtkampf muß man bestimmten Regeln folgen um kämpfen zu können.

Aber wenn man versucht, mit diesem Schwert die Wunden seiner Seele zu heilen, so muß man sich nicht wundern, wenn sie noch stärker bluten.

In einem solchen Moment macht es Sinn, das Schwert kurzzeitig aus der Hand legen zu können.
Meditation wird manchmal mißbraucht.
Das Abstellen des Verstandes funktioniert dann so:
Bist du erst gehirnamputiert, dann läuft alles wie geschmiert.

Es genügt, den Verstand kurzzeitig aus der Hand zu legen, um zur Besinnung zu kommen. Man kann es ja bei Bedarf nochmal tun.

Es könnte ja sein, dass es jemandem weiterhilft.
freundliche Grüße


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RE: Wozu braucht man Gott?

#111 von Default , 11.09.2015 22:41

Man könnte das Vorige noch viel einfacher ausdrücken: Mach dir kein Bild von dir selbst.
Wenn man sich ein Bild von sich selbst macht und nach diesem Bild zu leben versucht,
so bedeutet das ein ständiges Auf und Ab, einen ständigen Kampf mit ständigem Leid.
Warum sollte ich mir selbst Vorschriften machen, wie ich zu sein habe?

Vielleicht ist das nur, weil ich so ein widersprüchlicher Mensch bin.
Ich kann zum Beispiel zwei verschiedene Meinungen zu einem Thema haben, die sich widersprechen,
und doch kann ich zu beiden Meinungen stehen und sie als richtig einschätzen.
Daher kann ich nicht auf eine Parteilinie gebracht werden, denn ich müsste dann etwas unterdrücken.
Und mit Sekten und Religionen geht es mir ebenso.

Vielleicht nehmen andere Leute das einfach nicht so genau, keine Ahnung.
Für mich lösen sich jedenfalls die Widersprüche, wenn ich über mich selbst nicht urteile oder mich selbst nicht verurteile, sprich, wenn mir von mir selbst kein Bild mache.

So gehe ich mit meinem kleinen psychisch-seelischen Bereich um.

Stellt es sich im großen Bereich anders dar?
Stell dir vor, jemand würde Gott Vorschriften machen, wie er zu sein hat?
Ich würde das als Propaganda empfinden.
Und ich fürchte, das führt auch zu ständigem Leid, sprich Krieg.

Deshalb halte ich es mit Moses:

2. Mose 20,3: Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.
2. Mose 20,4: Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen, weder des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Erden, oder des, das im Wasser unter der Erde ist.


Kein Bild und kein Gleichnis von dem was im Himmel, unten auf Erden und unter der Erde ist?
Fehlt noch etwas, um alles was es gibt zu beschreiben?
Damit auch wirklich nichts fehlt, hat man noch „im Wasser“ hinzugefügt.

Wird auch oft übersetzt mit: Mach dir kein Bild von Gott.
Soviel ich weiß, glauben die Christen das nicht.
Die Christen glauben auch nicht, dass die Gesamtheit eines lebendigen Universums Gott sein könnte.
Sie glauben, dass Gott irgendwo hinter dem dem Universum steht und zuschaut, oder nicht?

1. Mose 1,27: Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde

Jetzt überlegen wir einmal ganz scharf.
Wie sieht Gott gleich wieder aus?

Mache dir kein Bild von dir selbst.
Einem Bild entsprechen zu wollen, das kann eine Ursache von psychischem Leid und innerem Kampf und Stress sein.
Daher wird darauf noch genauer hingewiesen:

1. Mose 2,17: aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen.

Kritisch könnte man anmerken: Wer könnte ein Interesse haben, daß man die Augen verschließt? Die Politik?
Für die Außenwelt ist das zunächst nicht geeignet.
Aber könnte es heißen: Kämpfe nicht gegen dich selbst?

Und damit das hier auch noch einen Witz hat, erlaube ich mir, mein daraus resultierendes Verständnis von Religion und Religionskritik kurzzufassen.
Urteilen ist übrigens das Gleiche wie richten.

Und obwohl es heißt...
Matthaeus 7,1: Richtet nicht, auf daß ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden.
...konnte bis heute die sprechende Schlange nicht aus dem Garten vertrieben werden.

freundliche Grüße

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RE: Wozu braucht man Gott?

#112 von ArgonII , 14.09.2015 09:38

DEFAULT : Ein schlauer Kopf sagte einmal:

Zu dem Adler sprach die Taube:
Wo das Denken aufhört, da beginnt der Glaube;
Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch,
Wo du glaubst, da denk' ich noch.
Robert Ludwig (1778 - 1832), deutscher Dichter

Was mich stört, das ist das Geschäftsmodell:
Der Krieg braucht ein Leben nach dem Tod, denn sonst geht keiner hin, und die Apokalypse braucht keine Nachhaltigkeit.

Argon : Etwas späte Reaktion:
Danke Default für deine Beiträge die ich erst jetzt las (war etwas unterwegs). Es sind darin 2-3 interessante Gedanken zu sehen. Offenes Denken, überhaupt Denken und Glauben müssen sich nicht ausschließen, obwohl es doch öfters geschieht. Es gab und gibt kluge Denker unter Gottes-Suchern. Augustinus, I. Kant, Isaac Newton, W. Heisenberg und viele Andere waren integer, intelligent und klug.

Ich selbst habe reale Erfahrungen mit dem "etwas Weiteren oder Höherem" gemacht.
Was aber nicht heißt, dass man dadurch dann gleich alles weiß und versteht.
Leben noch dem Tod ist für mich sehr sehr wahrscheinlich. bzw. davon bin ich "voll überzeugt" ! Gemäß Untersuchungen von Dr. Moody und Dr. E. Kübler-Ross auch sehr wahrscheinlich bis belegt.
Bin kein Kirchgänger, aber doch von der Realität einer geistigen Welt "fest" überzeugt.
Religion kann ein Segen, aber auch das Gegenteil für Menschen sein. Vieles wurde einfach nur falsch gehandhabt oder wird nicht richtig verstanden.

Ein gute Woche wünscht Dir


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RE: Wozu braucht man Gott?

#113 von Default , 16.09.2015 11:05

Grüß Gott ArgonII,
Verzeihung, ich weiß natürlich, daß kein Atheist jemals diesen Gruß in den Mund nehmen würde,
nicht einmal hier in Bayern, wo man das den Kindern von klein auf beibringt. Ich hoffe, es fühlt sich niemand beleidigt.

Es ist nicht einmal das Wort Gott, das mich daran so fasziniert, sondern diese Zeitlosigkeit, die in diesem Gruß liegt.
Ich muß nicht auf die Uhr schauen dabei, ob jetzt Guten Morgen, guten Abend oder Mahlzeit angesagt ist.

- - - - - - - -

Ich war noch fast ein Kind, als mein Großvater starb und mir unfreiwillig etwas Wichtiges beigebracht hat.
Er war Arbeiter in einer Maschinenfabrik, sein ganzes Leben hat er auf den Moment gewartet, wo er endlich nicht mehr arbeiten muss.
Als er dann in Rente kam, da setzte er sich gemütlich an sein Fenster, und tat nichts mehr.
Er ging nur noch dorthin, wo auch der Kaiser zu Fuß hingeht, aber sogar den Wein ließ er seine Frau aus dem Keller holen.
Das überlebte er nur wenige Monate, bevor er verstarb.

Niemals will ich einen solchen Lebensentwurf leben, das war schon früh mein frommer Wunsch. -

Der gute Christ bekommt seinen Lohn nach dem Tode, sagt man.
Aber das heißt doch nichts anderes, als daß seine finanzielle Abhängigkeit bis ins Jenseits reicht, oder nicht?
Hat das Wort Credo am Ende etwa doch etwas zu tun mit Kredit oder Kreditkrise?

Auf jeden Fall bleibt zu hoffen, ihr habt genug Schätze im Himmel gesammelt,
damit ihr einen Logenplatz neben Jesus bekommt, und nicht etwa einen von diesen billigen Plätzen kurz vor der Grenze zur Hölle.

Die Rente ist sicher, zumindest nach dem Tod. Na ja, immerhin ein Trost.

Mein innerer Atheist lehnt sogar die Existenz einer Seele ab.
Ich habe keine Seele auf meinen Röntgenbildern gefunden, so sagt er. Wie meinen? Ein höherer Wert? Das hört sich nach Propaganda an.

(Ach, kennt ihr eigentlich den Buchtitel des philosophischen Buches von Richard David Precht: Wer bin ich und wenn ja, wie viele? )

In gewisser Hinsicht hat der Atheist recht. Ich würde es aber ganz anders ausdrücken:
Ich würde lieber an eine Seele glauben, die uns verbindet, als an eine, die uns trennt.

- - - - - - - -

Hast du schon einmal vom österreichischen Quantenphysiker Anton Zeilinger gehört?
Ich will seine Erkenntnisse hier nicht lange auswalzen. Ein wenig davon steht in den folgnden Artikeln.
Und er sagte so einen genialen Satz.

Auf seine Erkenntnisse hin haben sich viele esoterische "Quantenheiler" etabliert,
die dann kurz gesagt meinten: Na ja, wenn sowieso alles eins ist, dann kann man damit auch alles beweisen.
Da war Zeilinger einigermaßen sauer, ich kann das nachvollziehen.
(Und die Probleme, die es mit der Esoterik gibt, kann man ja mit einem Satz zur Sprache bringen:
Die Esoterik ist heute ein Milliardenmarkt, aber dennoch gibt es bis heute keinerlei Verbraucherschutz.)

Er meinte daraufhin:
Ich bin kein Atheist. Aber schon der Begriff "Leben nach dem Tod" hat eine zeitliche Dimension, die ich nicht für richtig halte....
http://www.wienerzeitung.at/themen_chann.../?em_cnt=506880

Na sowas. Und ein anderes Mal sagte er auf die Frage:

profil: Der Kirche gefällt die Urknalltheorie, weil sie Platz für einen Schöpfer lässt. Irgendwer muss ja schließlich vorher auf den Knopf gedrückt haben.
Zeilinger: Das ist genau die falsche Argumentation. Wenn ich Anhänger der Urknalltheorie bin, dann gibt es kein Vorher, weil mit dem Urknall erst die Dimension der Zeit begonnen hat....

http://www.profil.at/articles/1231/560/3...linger-den-gott

Siehe zu diesem Thema vielleicht auch den neun Seiten (!) langen wissenschaftlichen Artikel aus dem Fokus mit dem Titel:

Physik
Zeit ist nur eine Illusion (Seite 1/9)
http://www.focus.de/wissen/bild-der-wiss...aid_229939.html


Wäre es möglich, daß das, was wir nicht wissen oder vielleicht sogar nie wissen können, also das, was wir Gott nennen, außerhalb der Zeit steht?

- - - - - - - -

Noch ein letztes Zeilinger-Zitat:

Zeilinger: "Gott darf nicht beweisbar sein"
... Wenn wir mit Sicherheit wüssten, dass es einen Gott gibt, dann gäbe es in der Folge das Gute nicht mehr: Dann bleibt doch nur noch ein rein opportunistisches Verhalten übrig!..

http://diepresse.com/home/science/530682...-beweisbar-sein

Mein Kommentar:
Wenn Gott nur auf das Leben nach dem Tod beschränkt wird, dann ist das sicher richtig.
Man könnte in diesem Fall das Leben nach dem Tod sogar als "autoritäre Matrix" bezeichnen.

Außerdem könnte man die ganze Zeitlichkeit als Egozentrik entlarven, nicht nur für eine Einzelperson, sondern auch für ein Kollektiv.
Etwa nach diesem Muster:
Interessieren wir uns überhaupt für Gott, oder interessieren wir uns nur für uns selbst und was mit uns nach dem Tod geschieht?


Auf eine ganz andere Weise wird die Zeitlichkeit als Egozentrik sogar in der Bibel dargestellt:

Bibel - Prediger 1.9: Was ist's, das geschehen ist? Eben das hernach geschehen wird. Was ist's, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und es geschieht nichts Neues unter der Sonne. Geschieht auch etwas, davon man sagen möchte: Siehe, das ist neu? Es ist zuvor auch geschehen in den langen Zeiten, die vor uns gewesen sind. Man gedenkt nicht derer, die zuvor gewesen sind; also auch derer, so hernach kommen, wird man nicht gedenken bei denen, die darnach sein werden...

- - - - - - - -

In meinem vorletzten Beitrag weiter oben habe ich gesagt, dass ich 2 Dinge auseinanderhalte:
Den Umgang mit meiner Innenwelt und den Umgang mit der Aussenwelt.
Ich werde nicht wünschen können, dass die Aussenwelt eines Tages an die Innenwelt angepasst werden kann,
und das macht nicht einmal Sinn, denn für immer wird für die Aussenwelt gelten:
Der Unterschied ist schuld daran, dass man was erkennen kann.

Bei der Betrachtung der Zeit sieht das etwas anders aus.
In diesem Beitrag gab es Hinweise dafür, dass die Zeit etwas anderes sein könnte, als das, wofür wir sie üblicherweise halten.
Und zwar von wissenschaftlicher Seite, also die Aussenwelt betreffend.
Ich plane noch einen weiteren Beitrag die Innenwelt betreffend, wo es für mich ganz ähnlich aussieht.

Ein kleiner Hinweis darauf schon jetzt:
Es ist vielfach unbeachtet geblieben, dass Buddha ein Kritiker der Karma-Lehre war.
Aber er wollte das Karma nicht abschaffen, sondern nur eine andere Deutung dazu haben.
Vielleicht hat man es wegen dieses vermeintlich kleinen Unterschieds kaum beachtet.
Doch der Unterschied ist nicht klein.
Man kann es sogar bei wikipedia nachlesen. Ich zitiere:

...Vor diesem Hintergrund hat das zur Zeit des Buddha bereits existierende Konzept der Wiedergeburt, punabbhava, (p.; puna=wieder, bhava=werden)[10] im Buddhismus eine Neudeutung erfahren, denn die traditionelle vedische Reinkarnationslehre basierte auf der Vorstellung einer Seelenwanderung. Wiedergeburt bedeutet im Buddhismus aber nicht individuelle Fortdauer eines dauerhaften Wesenskernes, auch nicht Weiterwandern eines Bewusstseins nach dem Tode. Vielmehr sind es unpersönliche karmische Impulse, die von einer Existenz ausstrahlend eine spätere Existenzform mitprägen....
http://de.wikipedia.org/wiki/Buddhismus#...nd_Wiedergeburt

Was soll das nun heißen: "unpersönliche karmische Impulse" ??
Das kann eigentlich nur heißen, dass diese unpersönlichen karmische Impulse mehrere Leute, viele Leute, oder vielleicht sogar alle Menschen betreffen könnten, oder nicht?

Da kann ich mir nur vorstellen, es heißt so etwas wie es Mark Twain ausdrückte:
Die Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie kann sich reimen.

- - - - - - - -

Ein viel zu langer Beitrag. Hoffentlich liest das überhaupt jemand.

freundliche Grüße

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RE: Wozu braucht man Gott?

#114 von Default , 18.09.2015 14:53

Was kann man denn heute noch tun?
Macht es noch Sinn, die Leute zu einer politischen Partei, zu einer Religion oder zu einer Sekte zu bekehren?
Plötzlich sehen wir uns in die Zeit des Kalten Krieges zurückversetzt, die Kriege weiten sich aus, das zeigen schon alleine die vielen Flüchtlinge.
Die ganze Welt scheint dagegen machtlos zu sein und noch schlimmer sind die Dinge, die man heute im Internet lesen kann.
Vielleicht macht es mehr Sinn, daran zu arbeiten, dass die Leute nicht durchdrehen und vielleicht sollte man sogar Selbstmord-Prävention betreiben?
Auch damit beschäftigt sich dieser Beitrag.
Außerdem enthält dieser Beitrag eine Kritik am Gott der Freimaurer und ich komme dabei ganz ohne jede Verschwörungstheorie aus.
Und nicht zuletzt geht es um die Zeit, wie schon angekündigt.


Es gab einmal ein Esoterikforum, dessen Hauptzweck es war, den Determinismus zu diskutieren. Niemand
fand das unerträglich, im Gegenteil, man glaubte daran. Vielleicht hat auch der Wiedergeburtsglaube
eine gewisse Vorarbeit geleistet, der ja auch Elememte des Determinismus enthält. Kernthema war...

Zitat
Der Laplacesche Dämon
Der Laplacesche Dämon ist die Veranschaulichung der erkenntnis- und wissenschaftstheoretischen Auffassung,
nach der es möglich ist, unter der Kenntnis sämtlicher Naturgesetze und aller Initialbedingungen
jeden vergangenen und jeden zukünftigen Zustand zu berechnen. Mit dieser Aussage wäre
es theoretisch möglich, eine Weltformel aufzustellen....
http://de.wikipedia.org/wiki/Laplacescher_Dämon



Sehr interessant, nicht? Denke ich mich da tief hinein, so komme ich irgendwann zu diesem Gedanken:
Wenn alles vorherbestimmt ist einschließlich mir selbst, so brauche ich keinen Ausweg mehr suchen und
die Hoffnung ist gestorben.

Ich will damit andeuten, dass Vorherbestimmung und Hoffnung letztlich unvereinbar und gegensätzliche
Prinzipien sind. Die Hoffnung stirbt zuletzt sagt man. Vorsicht! Es kann an diesem Punkt sogar
Selbstmordgefahr bestehen. Ich komme anschließend noch auf das Thema Selbstmord zurück.

Um diesen Widerspruch aufzulösen, komme ich einzig zu dieser Lösung:

Was wird die Obrigkeit sagen?
Sag ihnen, es sei alles vorherbstimmt, dann macht keiner mehr das Maul auf?
Und gib ihnen ein wenig Hoffnung, dann sind sie wieder unbegrenzt leidensfähig?

Das soll jetzt weniger eine Religionskritik sein.
Hier geht es mir zunächst einmal nur darum, die innere Zeitmatrix ein wenig zu stören.

Es gibt eine Gottesauffassung, die dem Laplaceschen Dämon sehr ähnlich ist.
Sie nennt sich Deismus.
Kurz gesagt, die deistische Gottesaufassung geht davon aus, daß Gott am Anfang dieses perfekte Uhrwerk
„Universum“ erschaffen hat. Dann hat er die Uhr aufgezogen, und anschließend hat sich Gott verdrückt,
und wurde nie wieder gesehen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Deismus

Diese Deistische Gottesaufassung ist seit 1989 von den Freimaurern, genauer von der Vereinigten
Großloge von England vorgeschreben.

Zitat
...Im Januar 1989 kam sie davon wieder ab und die Voraussetzung einer theistischen Gottesauffassung
wurde von einer deistischen Gottesauffassung abgelöst. Freimaurer innerhalb der Zuständigkeit der Vereinigten
Großloge von England müssen seitdem an ein Supreme Being, ein Höchstes Wesen glauben...
http://de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei#Religion




Das mechanistische Weltbild oder der reine Materialismus als Gottesbild?
Fast möchte man sagen: Früher hatten wir noch Glück. Gott war Mensch geworden. Heute ist Gott Teilchen geworden...

____________________________

Selbstmord trifft oft die sensibelsten und gefühlvollsten Gemüter. Auch Drogentote sind oft Selbstmörder.
Der Widerspruch zwischen Hoffnung und Vorherbestimmung war für mich keine Bedrohung, eher ein
Wiedererkennungseffekt. Etwas Ähnliches kannte ich schon.

Der Christ ist da etwas mehr geschützt, nachdem ihm Selbstmord bei Höllenandrohung verboten ist. Jedoch
funktioniert das nur solange, wie er akzeptiert, sich eine solche Angst machen zu lassen. Man kann
ja auch nie sicher wissen, ob man brav genug war, um in den Himmel zu kommen. Die Angst vor dem
Tod ist also eine wichtige Größe, mit der auch die Kirchen handeln.

Mit Blick auf die Tatsache, dass jeder Mensch jeden Tag Umsatz macht und Steuern zahlt, könnte man darüber einen Witz machen:
Stell dir nur vor, es gäbe keine Religion, dann hieße dieses Delikt vermutlich: Vernichtung von Staatseigentum.

Man sagt nicht umsonst: Die Angst vor dem Tod ist der erste Schritt in die Sklaverei. Man kann ja trotzdem weiterhin vorsichtig sein.

Auf der anderen Seite aber ist der Schutz vor Selbstmord wichtig, denn gerade die „Wahrheitssucher“
sind oft selbstmordgefährdet. Hermann Hesse spricht sogar vom typischen Selbstmörder. Im Tractat vom
Steppenwolf heißt es wörtlich:

Zitat
...Wie jede Kraft auch zu einer Schwäche werden kann (ja unter Umständen werden muss),
so kann umgekehrt der typische Selbstmörder aus seiner anscheinenden Schwäche oft eine Kraft und eine Stütze machen,
ja er tut dies außerordentlich häufig.....
http://www.sanelatadic.com/media//DIR_15...8056a426365.pdf



Na sowas. Das würde ja heißen, man könnte den Selbstmord für sich nutzen, anstatt ihn gegen sich einzusetzen.
Wie soll das funktionieren?
Es erklärt sich von selbst? Nein?

Denkst du darüber nach, dich umzubringen?
Tu es morgen.
Nicht heute.
Das erspart es dir, an übermorgen denken zu müssen.
Und du verkraftest heute wesentlich mehr.
Paranoia werden wirkungslos.

Heute schon ausgebrochen aus dem Gefängnis der Zeit?

Und damit die Sache noch einen Witz hat:

Man sagt gerne: Der Wiedergeburtsglaube baucht keinen Gott. Besser gesagt:
Die deistische Gottesauffassung, wie sie seit 1989 von den englischen Freimaurern vorgeschrieben ist,
müsste aus meiner Sicht eigentlich für den Wiedergeburtsglauben genügen.

freundliche Grüße

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RE: Wozu braucht man Gott?

#115 von Freigeist , 17.11.2015 14:57

Erst wird ein "Gott" für alles eigene Verhalten verantwortlich gemacht, und schließlich hat man es nur noch mit dem Teufel zu tun. "Gott steh uns bei" rufen die "Ungläubigen" (Sklaven von ...). Hört endlich auf, einem Gott was sagen zu wollen! (Sofern man von einem ausgeht)

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RE: Wozu braucht man Gott?

#116 von Freigeist , 17.11.2015 15:01

PS: Geht man allerdings von einer (persönlichen/"untergeordneten") Gottheit aus, relativiert sich diese Aussage etwas.

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