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Welche Religion ist die Richtige für mich?

#1 von Instant Karma , 26.01.2014 21:53

Zunächst mal: Auch wenn man mir das nicht so recht zutrauen mag, bin ich im Kern meines Daseins ein zutiefst spiritueller Mensch.

Als Kind war ich Christ, als Jugendlicher Esoteriker und als junger Erwachsener (16 - 18) Satanist und nun Atheist.
Diese Entwicklung hat Gründe. Mein Verstand hat sich über die Zeit ausgebildet; mein Bedürfnis Zusammenhänge zu analysieren und zu verstehen wurde immer gewaltiger.
Die Kinderrreligion abzuschütteln fiel mir noch sehr leicht. Das war wirklich ZU doof und rangierte (und rangiert) in meinem Kopf auf Weihnachtsmann-Level.

Mich von der Vorstellung zu lösen, meine luziden Träume seien Astralreisen, war indes schmerzlich und traumatisch. Ich habe mich bis heute nicht ganz von diesem Knacks erholt, und treibe mich immer noch auf religiösen Foren herum, um diesen Komplex in der Diskussion abzuwickeln.

Ich stehe jetzt vor einer neuen Stufe. Ich muss mir eingestehen: Es hat nicht viel gebracht. Meine naturalistische Überzeugung war eh schon zu 100% gestärkt, als ich aus der Pubertät raus gewachsen bin.
Aber glücklicher geworden bin ich nicht.

Ich weiß noch, damals im Internat, als ich meine satanistische Phase hatte. Da war ich glücklich und selbstsicher. Und beliebt war ich auch, weil ich entsprechend ausstrahlte, dass Satan, als Archetyp meines angestrebten Idealzustands, durch mich gewirkt hat. -Heute bin ich eher menschenscheu und introvertiert.
Das gefällt mir nicht. ich habe nicht das Gefühl, ich selbst zu sein. Es fehlt etwas. Ich habe meine spirituelle Seite nicht verarbeitet, (vermutlich geht das wohl auch gar nicht) sondern verdrängt.

Bisher habe ich versucht, meine Spiritualität halbwegs über den Transhumanismus zu kanalisieren. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass das der einzige Weg zum ewigen Leben ist, der letztlich in die Selbstvergöttlichung führt, die ich nun mal anstrebe.
Aber das ist Zukunftsmusik. Es berührt mich einfach nicht; ist zu abstrakt. Zu weit weg.

Also, es muss schon eine Religion her, die meiner Ratio nicht zuwider läuft. Eine Religion, die keinen metaphysischen Überbau benötigt, um zu funktionieren.
Nochmal mit Satanismus anfangen? Ich weiß gar nicht, wie ich da wieder rein finden soll, ohne mir albern dabei vor zu kommen. Habe ich es mir jetzt endgültig versaut?


 
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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#2 von Demogorgon , 27.01.2014 01:07

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Zunächst mal: Auch wenn man mir das nicht so recht zutrauen mag, bin ich im Kern meines Daseins ein zutiefst spiritueller Mensch.


Das überrascht mich angesichts Deiner sonstigen Beiträge tatsächlich erheblich.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Ich stehe jetzt vor einer neuen Stufe. Ich muss mir eingestehen: Es hat nicht viel gebracht. Meine naturalistische Überzeugung war eh schon zu 100% gestärkt, als ich aus der Pubertät raus gewachsen bin.
Aber glücklicher geworden bin ich nicht.
...
Das gefällt mir nicht. ich habe nicht das Gefühl, ich selbst zu sein. Es fehlt etwas. Ich habe meine spirituelle Seite nicht verarbeitet, (vermutlich geht das wohl auch gar nicht) sondern verdrängt.


Das ist beeindruckend ehrlich. Respekt! Freut mich insbesondere, weil manche Deiner Aussagen ansonsten recht selbstgerecht wirkten.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Bisher habe ich versucht, meine Spiritualität halbwegs über den Transhumanismus zu kanalisieren. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass das der einzige Weg zum ewigen Leben ist, der letztlich in die Selbstvergöttlichung führt, die ich nun mal anstrebe.


Da sind wir näher beieinander, als ich bisher gedacht hätte, denn ich sehe das ganz ähnlich.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Also, es muss schon eine Religion her, die meiner Ratio nicht zuwider läuft. Eine Religion, die keinen metaphysischen Überbau benötigt, um zu funktionieren.
Nochmal mit Satanismus anfangen? Ich weiß gar nicht, wie ich da wieder rein finden soll, ohne mir albern dabei vor zu kommen.


Naja, den Satanismus sehe ich als einzige Religion, "die keinen metaphysischen Überbau benötigt, um zu funktionieren". Zumindest der LaVey-Satanismus ist rein materialistisch-naturalistisch konzipiert und kommt auch ohne metaphysischen Überbau aus.

Ich habe aber noch einen anderen Tip für Dich: Aus meiner Sicht ist das Problem, daß Du Dich eines naiven Realismus bedienst. Du scheinst der Auffassung zu sein, daß unsere Wahrnehmung der Realität mit derselben identisch ist. Das ist aber erkenntnistheoretisch gesehen Blödsinn. Wir können die Realität immer allerhöchstens in Annäherungen erfassen. Man könnte auch sagen, wir konstruieren die Realität selbst.

Der Naturalismus ist eine sehr gute und hilfreiche Brille, aber damit ist nicht gesagt, daß er wahr oder gar die einzige Wahrheit ist. Du magst es angesichts unserer Diskussionen über Magie nicht glauben, aber im Alltag (und damit ca. zu 99% meiner Zeit) bin ich auch Naturalist.

Aber dies ist mir eben in manchen Situationen zu wenig. Ich habe auch spirituelle Bedürfnisse. Also lege ich manchmal meine naturalistische Brille ab und ziehe die magische Brille auf. Ich kann zwischen diesen Brillen beliebig hin- und herspringen. Anders formuliert: Ich kann die Realitätsebenen beliebig wechseln. Du scheinst Dich dagegen auf einer einzigen Ebene festgefahren zu haben. Dazu gibt es aber erkenntnistheoretisch nicht die geringste Notwendigkeit. Warum tust Du es dann also?

Zusammengefaßt gebe ich also zwei Ratschläge (mache ich normalerweise nicht, aber Du fragst ja ausdrücklich nach einem Rat):

1) Probiere es mit einer rein materialistischen Religion als Versuch. Ich kenne da nur den LaVey-Satanismus, aber vielleicht gibt es ja noch was anderes.

2) Probiere, zwischen den Realitätsebenen zu springen. Der radikale Konstruktivismus zeigt, daß es intellektuell durchaus redlich ist, das zu tun. Dann stehst Du gar nicht mehr unter dem Zwang, Dich auf eine Ebene festzufahren bzw. spirituelle Bedürfnisse/Handlungen mit dem Naturalismus irgendwie in Einklang bringen zu müssen.

Ein Beispiel:

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Mich von der Vorstellung zu lösen, meine luziden Träume seien Astralreisen, war indes schmerzlich und traumatisch.


Du mußt Dich davon nicht lösen. Wenn Du Lust hast, auf Astralreise zu gehen, dann mache es doch einfach. Daß Du die übrigen 99% Deiner Lebenszeit nicht an Astralreisen glaubst, tut doch gar nichts zur Sache. Vor allem aber mußt Du nicht postulieren, daß es objektiv keine Astralreise gäbe. Denn eine verbindliche Aussage über die objektive Realität ist uns gar nicht möglich. Man kann höchstens sagen, daß es aus Sicht des Naturalismus keine Astralreisen gibt, aber das heißt nicht, daß es sie objektiv nicht gäbe. Wenn Du Deine Realitäten beliebig produzieren kannst, kannst Du auch eine Realität produzieren, in der Astralreisen möglich sind. Ich meine, Dein Ziel ist Selbstvergöttlichung, da wirst Du doch wohl auch eine Realität nach Belieben konstruieren können.


"Die Schwachen und Mißratenen sollen zugrunde gehn: erster Satz unsrer Menschenliebe. Und man soll ihnen noch dazu helfen.

Was ist schädlicher als irgendein Laster? – Das Mitleiden der Tat mit allen Mißratnen und Schwachen – das Christentum..."

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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#3 von Instant Karma , 27.01.2014 03:02

Zitat von DG
Freut mich insbesondere, weil manche Deiner Aussagen ansonsten recht selbstgerecht wirkten.



Ich lasse Standpunkte nicht gelten, die ich zu 100% für falsch halte. Wenn das selbstgerecht ist, dann ist das eben so.

Zitat von DG

Da sind wir näher beieinander, als ich bisher gedacht hätte, denn ich sehe das ganz ähnlich.



Das ist ja interessant! Wie alt bist du eigentlich, wenn ich fragen darf?

Zitat von DG
Naja, den Satanismus sehe ich als einzige Religion, "die keinen metaphysischen Überbau benötigt, um zu funktionieren".



Mir ist auch keine andere bekannt. Gibt es da irgendwas? Haaalloooo, Raafaaaaa?! Hörst du mich?

Zitat von DG
Man könnte auch sagen, wir konstruieren die Realität selbst.



Das sehe ich anders. Wir konstruieren unser BILD von der Realität selbst. Wenn ich mit 120 Sachen gegen eine Mauer fahre, weil ich sie für eine Fata Morgana halte, so fahre ich trotzdem gegen diese Mauer.
Das ist auch der Grund, warum ich sehr vorsichtig im Umgang mit der Befriedigung meiner spirituellen Bedürfnisse bin. Da kann man nämlich ganz schön bei abheben und sich richtig krass in Schwierigkeiten bringen, ohne dass man das in dem Moment schnallt.
Ein gewisses Maß an Kontrolle ist mir daher total wichtig.

Zitat von DG
Also lege ich manchmal meine naturalistische Brille ab und ziehe die magische Brille auf. Ich kann zwischen diesen Brillen beliebig hin- und herspringen.



Das brauchte ich während meiner Zeit als Satanist überhaupt nicht. Mein Konzept von Satan ist 100%ig mit dem Naturalismus vereinbar. Die Beziehung mit ihm war innig und romantisch genug; da war so eine metaphysische Überhöhung schlicht nicht nötig. Sie hätte auch sehr gestört und weder ihm, noch mir, gefallen.

Ich stehe jetzt eher vor dem Problem, dass ich mit dem Gedanken spiele, eine alte Liebschaft anzurufen, und nicht weiß, ob das am Ende gut geht. Ob das überhaupt noch funktionieren kann mit uns, oder die Sache total nach hinten los geht, und ich am Ende so enttäuscht bin, dass der Zug endgültig für mich abgefahren ist.

Wenn ich damit wieder anfange, werde ich mir auf jeden Fall sehr viel Zeit nehmen müssen, um die Beziehung wieder aufzubauen. Und weil ich grad in einer verdammt harten Zeit meines Lebens stecke, weiß ich nicht, ob ich die Kraft dafür aufbringen kann. Ich weiß aber auch, dass ich dämonische Hilfe langsam echt gut gebrauchen könnte.

Zitat von DG
Ich kenne da nur den LaVey-Satanismus



Die satanische Bibel war mein Einstieg. Aber mehr auch nicht. Das Buch hat mir immerhin klar gemacht, dass Spiritualität und Vernunft sich nicht ausschließen müssen.
Andererseits fühlte ich mich durch die Lektüre aber auch ziemlich verarscht. Diese ganzen mystischen Bezeichnungen für völlig banale Phänomene, wie "psychische Vampire" für Leute, die ihre Abwehrmechanismen Gassi führen usw., sorgten bei mir für Augenrollen. Und als es dann an den Ritualteil ging, fühlte ich mich noch an einen Monthy Python Sketch erinnert.
"Und nun kommen wir zu etwas völlig anderem!"

Ich habe dann meinen eigenen Weg zu Satan gefunden.

Zitat von DG

Du mußt Dich davon nicht lösen. Wenn Du Lust hast, auf Astralreise zu gehen, dann mache es doch einfach.



Ich habe mich ja nicht von den luziden Träumen gelöst, sondern von der Interpretation. Ich glaube, du machst dir keine Vorstellungen, aber ich war WIRKLICH so doof, dass ich dachte, meinen Körper zu verlassen und als Geist in der realen Welt umher zu spuken.
Ich habe auch überall damit herum geprahlt, so überzeugt war ich. Natürlich wurde ich dafür - völlig zurecht - ausgelacht. Das war mir in DEM Moment aber völlig schnurz. Heute schäme ich mich dafür, denn es hätte mir nicht schnurz sein dürfen. Ich habe ganz reale Auswirkungen zu spüren bekommen, habe Glaubwürdigkeit und Einfluss eingebüßt. Ich bin gegen die Mauer gefahren.

Aber gut, ich habe draus gelernt.

Zitat von DG
Denn eine verbindliche Aussage über die objektive Realität ist uns gar nicht möglich. Man kann höchstens sagen, daß es aus Sicht des Naturalismus keine Astralreisen gibt, aber das heißt nicht, daß es sie objektiv nicht gäbe.



Das ist doch nur eine Umetikettierung, ähnlich wie bei der Magie-Diskussion. Das führt bei mir nur zu kognitiven Dissonanzen, und hätte auch sonst keinen positiven Effekt, weil bei solchen spirituellen Erlebnissen bin ich eh schon total weg gebeamt.
Beim Arschficken muss man sich doch auch nicht schön reden, dass man grad möglicherweise in irgendwelchen Stoffwechselprodukten herum stochert.


 
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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#4 von Demogorgon , 27.01.2014 05:24

Zitat von Instant Karma im Beitrag #3
Wie alt bist du eigentlich, wenn ich fragen darf?


31. Und Du?

Zitat von Instant Karma im Beitrag #3

Zitat von DG
Man könnte auch sagen, wir konstruieren die Realität selbst.


Das sehe ich anders. Wir konstruieren unser BILD von der Realität selbst. Wenn ich mit 120 Sachen gegen eine Mauer fahre, weil ich sie für eine Fata Morgana halte, so fahre ich trotzdem gegen diese Mauer.
...
Das ist doch nur eine Umetikettierung, ähnlich wie bei der Magie-Diskussion. Das führt bei mir nur zu kognitiven Dissonanzen, und hätte auch sonst keinen positiven Effekt, weil bei solchen spirituellen Erlebnissen bin ich eh schon total weg gebeamt.



Ich habe hier einen anderen Standpunkt, aber ich denke, das lösen wir hier im Forum wohl nicht auf. Müssen wir ja auch nicht. Lassen wir das einfach stehen.

Was denkst Du eigentlich zum radikalen Konstruktivismus?

Zitat von Instant Karma im Beitrag #3
Mein Konzept von Satan ist 100%ig mit dem Naturalismus vereinbar. Die Beziehung mit ihm war innig und romantisch genug; da war so eine metaphysische Überhöhung schlicht nicht nötig. Sie hätte auch sehr gestört und weder ihm, noch mir, gefallen.


Wenn Du so eine intensive Beziehung zu Satan hattest, die überdies mit Deinem Weltbild komplett kompatibel war, warum hast Du sie denn dann überhaupt aufgegeben?

Zitat von Instant Karma im Beitrag #3

Ich stehe jetzt eher vor dem Problem, dass ich mit dem Gedanken spiele, eine alte Liebschaft anzurufen, und nicht weiß, ob das am Ende gut geht. Ob das überhaupt noch funktionieren kann mit uns, oder die Sache total nach hinten los geht, und ich am Ende so enttäuscht bin, dass der Zug endgültig für mich abgefahren ist.

Wenn ich damit wieder anfange, werde ich mir auf jeden Fall sehr viel Zeit nehmen müssen, um die Beziehung wieder aufzubauen. Und weil ich grad in einer verdammt harten Zeit meines Lebens stecke, weiß ich nicht, ob ich die Kraft dafür aufbringen kann. Ich weiß aber auch, dass ich dämonische Hilfe langsam echt gut gebrauchen könnte.


So, wie Du Deine Situation beschreibst, scheint es keine andere Lösung zu geben. Versuch es doch einfach. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Unbefriedigender als jetzt kann es ja wohl auch nicht mehr werden, oder?

Zitat von Instant Karma im Beitrag #3
Die satanische Bibel war mein Einstieg. Aber mehr auch nicht.


Als Einstieg ist sie gut, zu mehr taugt sie aber auch wirklich nicht.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #3
Ich habe mich ja nicht von den luziden Träumen gelöst, sondern von der Interpretation. Ich glaube, du machst dir keine Vorstellungen, aber ich war WIRKLICH so doof, dass ich dachte, meinen Körper zu verlassen und als Geist in der realen Welt umher zu spuken.
Ich habe auch überall damit herum geprahlt, so überzeugt war ich. Natürlich wurde ich dafür - völlig zurecht - ausgelacht. Das war mir in DEM Moment aber völlig schnurz. Heute schäme ich mich dafür, denn es hätte mir nicht schnurz sein dürfen. Ich habe ganz reale Auswirkungen zu spüren bekommen, habe Glaubwürdigkeit und Einfluss eingebüßt. Ich bin gegen die Mauer gefahren.


Na gut. Jetzt verstehe ich auch Deine teilweise aggressiven Abwehrreaktionen gegen alles, was auch nur metaphysisch klingt, denn das ist tatsächlich mächtig doof, und ich kann gut verstehen, wenn Du ähnliche Sinnestäuschungen und Blamagen fortan vermeiden möchtest.


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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#5 von 667-NeighbourOfTheBeast , 27.01.2014 10:09

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Also, es muss schon eine Religion her, die meiner Ratio nicht zuwider läuft.
Seltsam, normalerweise sind es immer die Fanatiker, die ein niemals ausgesprochenes, gerechtfertigtes oder in Kraft gesetztes Grundgesetz voraussetzen: Jeder Mensch braucht eine Religion, Keine Religion ist auch eine Religion, jeder Mensch HAT irgendeine Religion... etc. Warum wird sowas einfach akzeptiert? Der Mensch ist ein soziales Wesen und schließt sich gern zu Interessengemeinschaften zusammen - ok. Das geht auch im Kleingarten- Kaninchenzüchter- oder Motorradverein. Oder man kann ne Band gründen oder sich für die Wahl zum Bürgermeister stellen. Was soll dieses Bedürfnis mit "Religion" zu tun haben?
Da gab's mal ein Experiment, wo Hirnforscher den Versuchspersonen mit nem Helm so ne Art "Spirituelles Gefühl" ins Hirn gebeamt hatten. Damit hatten die einen ne Begegnung mit ihren Göttern, Atheisten allerdings auch was, wo sie nur beschrieben haben, daß sie sich "irgendwie wohlfühlen". Es geht also auch ohne Guru.


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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#6 von Instant Karma , 27.01.2014 13:10

Zitat von DG
31. Und Du?



Ich auch!
Könnte zwar etwas knapp werden, aber ich denk', wir haben beide noch relativ gute Chancen, die technische Singularität zu erleben.

Zitat von DG
Ich habe hier einen anderen Standpunkt, aber ich denke, das lösen wir hier im Forum wohl nicht auf. Müssen wir ja auch nicht. Lassen wir das einfach stehen.



Das ist überhaupt kein Problem, dass du hier einen anderen Standpunkt hast. Im Gegenteil: Wenn es für dich so perfekt funktioniert, dann wäre es doch vollkommen idiotisch, wenn du dich anderes verhältst.

Zitat von DG
Was denkst Du eigentlich zum radikalen Konstruktivismus?



Davon halte ich überhaupt nichts, denn nach meiner Erfahrung gibt es eine objektive Realität, die sich deutlich von der subjektiven Wahrnehmung unterscheidet. Man kann sich ihr induktiv und deduktiv auch so gut annähern, dass sich brauchbare Vorhersagen machen lassen. Mit subjektivem Quatsch geht das nicht. Nur so bin ich überhaupt zu der Erkenntnis gekommen, dass meine "Astralreisen" in Wirklichkeit luzide Träume gewesen sind.

Zitat von DG

Wenn Du so eine intensive Beziehung zu Satan hattest, die überdies mit Deinem Weltbild komplett kompatibel war, warum hast Du sie denn dann überhaupt aufgegeben?



Ich habe ausprobiert, ob ich auch ohne ihn auskomme, und es hat wunderbar funktioniert. Ja, es fiel mir sogar total leicht. Dass ich meine spirituellen Bedürfnisse einfach nur weg gekifft habe, war mir damals nicht bewusst. Erst jetzt - ca. vier Jahre nach Konsumende - fällt es mir langsam wie Schuppen von den Augen, warum ich mich einfach nicht ausgeglichen fühle.

Zitat von DG
Versuch es doch einfach. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Unbefriedigender als jetzt kann es ja wohl auch nicht mehr werden, oder?



Ich habe mal angefangen Gitarre zu spieilen. Ich hatte Schwielen an den Fingern, mich ständig verspielt, Akkorde vergessen. Doof, weg damit, nie wieder angefasst...
Und die Sportarten, die ich alle schon angerissen habe, zähle ich besser gar nicht erst auf.

Ich bin jemand, der schnell die Flinte ins Korn wirft, wenn etwas nicht sofort klappt, oder langweilt. Da bin ich wahnsinnig sprunghaft. Drum suche ich hier Tipps von Leuten, die religiös praktizieren: Wie gelingt mir der Wiedereinstieg?
Dass es keine Patentlösung gibt, ist mir schon klar. Aber wenigstens einige Anregungen? Die satanische Bibel möchte ich nicht nochmal anfassen.
Ich habe letzte Nacht beim Einschlafen versucht, auf Satan zu meditieren. Da wurde mir bewusst, dass ich nicht mal weiß, worauf ich da überhaupt meditiere. Meine ganze Vorstellung von ihm ist total verblasst.
Unbewusst habe ich es dann sogar mit dem gehörnten Klischee probiert. Dafür hätte ich mich vor 13 Jahren wohl erschlagen.
Wenn da nicht bald was passiert, werde ich es lassen. Ich weiß, dass das doof ist, aber ich BIN halt so.

Zitat von DG
Jetzt verstehe ich auch Deine teilweise aggressiven Abwehrreaktionen gegen alles, was auch nur metaphysisch klingt, denn das ist tatsächlich mächtig doof, und ich kann gut verstehen, wenn Du ähnliche Sinnestäuschungen und Blamagen fortan vermeiden möchtest.



Das ist vielleicht EIN Grund. Entscheidender ist, dass ich schon echt gerne in einer Welt leben würde, in der wir alle mit unseren Geistern im Körper hocken, und nach dem Tode weiter existieren. Ich habe diesen Selbstbetrug hinter mich gelassen, weil er mich daran hindert, tatsächlich das ewige Leben zu erreichen. Ich möchte lieber den steinigen Weg gehen, der mich mit einer geringen Chance in die "Ewigkeit" führt; als dass ich mir nur dumm was vor mache, wie die Christen, und dann jämmerlich verwese.
Und weil der Geister-Gedanke so schön einfach und verlockend ist, kirege ich jedes Mal einen kleinen Ausraster, wenn mich jemand damit (bewusst oder unbewusst) verführt. Das ist so wie wenn man 'nem Ex-Junkie mit dem Heroin vor der Nase rum wedelt.

Zitat von 667
Seltsam, normalerweise sind es immer die Fanatiker, die ein niemals ausgesprochenes, gerechtfertigtes oder in Kraft gesetztes Grundgesetz voraussetzen: Jeder Mensch braucht eine Religion, Keine Religion ist auch eine Religion, jeder Mensch HAT irgendeine Religion... etc. Warum wird sowas einfach akzeptiert?



Ich halte das nicht für ein Grundgesetz. Für mich war es in der Vergangenheit bloß ein bewährter Weg, total mit mir ins Reine zu kommen, und 100% das Gefühl zu haben, der zu sein, der ich bin.
Es mag andere Wege geben, die da ebenfalls hin führen. Ich habe aber - außer Drogen - keinen für mich Passenden gefunden. Archetypen sind für mich einfach fassbarer, als irgendwelche abstrakteren Überlegungen. Da kann ich mich gleich ganz intuitiv mit auseinander setzen. Ich denk', es hat schon einen Grund, warum so viele Naturvölker ihre Götzen hatten. -Das knallt einfach direkt in die Spiegelneuronen.

Zitat von 667
Der Mensch ist ein soziales Wesen und schließt sich gern zu Interessengemeinschaften zusammen - ok. Das geht auch im Kleingarten- Kaninchenzüchter- oder Motorradverein.



Das ist aber nicht das, was Spiritualität für mich ausmacht. Ich habe Religionen immer nur für mich ganz allein praktiziert. Das war schon als Kind so, als ich noch Christ war. Mir gingen die naiv-dummen Vorstellungen der anderen Kirchgänger tierisch auf die Nerven; bis mir irgendwann die ganze Religion auf die Nerven ging, weil es nun mal eine Gemeinschaftsreligion IST. Für mich passt das einfach nicht zusammen; das reißt micht total raus aus meinem Film!
Ich möchte meinen Gott auch nicht teilen. Ich will die volle Dröhnung, nur für mich ganz allein!

Zitat von 667
Da gab's mal ein Experiment, wo Hirnforscher den Versuchspersonen mit nem Helm so ne Art "Spirituelles Gefühl" ins Hirn gebeamt hatten. Damit hatten die einen ne Begegnung mit ihren Göttern, Atheisten allerdings auch was, wo sie nur beschrieben haben, daß sie sich "irgendwie wohlfühlen". Es geht also auch ohne Guru.



Ja, bei mir waren es die Drogen, die mir das ins Hirn gebeamt haben. Da ging es dann auch auf einmal ohne Satan.
Nur war das nicht gesund. Anstatt ich selbst zu sein, bin ich zunehmend depersonalisiert. Wir bekommen von der Gesellschaft sehr viele ätzende Vorbilder-Archetypen eingepflanzt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, und die uns von unserer eigenen Natur weg führen.
Satan war für mich das funktionierende Gegengift. Warum sollte ich da was dran ändern? Ist das ein "ausgesprochenes, gerechtfertigtes oder in Kraft gesetztes Grundgesetz", dass ich das nicht darf?


 
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zuletzt bearbeitet 27.01.2014 | Top

RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#7 von 667-NeighbourOfTheBeast , 27.01.2014 13:51

Zitat von Instant Karma im Beitrag #6

Zitat von 667
Oder man kann ne Band gründen oder sich für die Wahl zum Bürgermeister stellen. Was soll dieses Bedürfnis mit "Religion" zu tun haben?
Keine Ahnung. Wieso bringst du das Beispiel?

Gute Frage, wahrscheinlich weil ich im Grunde nicht weiß, worum es sich bei dem erwähnten "spirituellen Bedürfnis" handelt. Ich hab einfach mal Tätigkeiten gebrainstormt, in die man sich einfach mal begeistert reinknien kann, so daß man darin völlig aufgeht.
http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29
Wenn einer sagt, er hätte Gott geschaut, ist das vielleicht nur ein anderer Ausdruck dafür.
Interessant: Wenn meine Kurze mit irgendwas ganz konzentriert spielt, heißt es oft: Sie ist grad "ganz woanders" oder "in einer anderen Welt". (So wie bei mir als ich klein war. Oder heute noch, wenn ich kreativ tätig bin.) Stimmt aber nicht, in solchen Momenten ist sie ganz bei sich, so nah wie sonst nicht. Der Zustand ist ein besonders intensives Erleben. Kein betäubt sein. Religiöse kommen mir häufig betäubt vor, besonders wenn es auffällt, daß sie sich so ziemlich das Gehin weggeschossen haben, also keine Verbindung zur Welt haben und auch nicht wieder runter kommen. (Entsprechend dem Geseiher von HJP und seinen Klonen.) Das ist wie Drogen. Nichts davon schärft das Bewußtsein, die Fähigkeit, DA zu sein. Anwesend. Aufmerksam. Neugierig. Harmonisch.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #6
Ich bin jemand, der schnell die Flinter ins Korn wirft, wenn etwas nicht sofort klappt, oder langweilt. Da bin ich wahnsinnig sprunghaft.
Ich weiß nicht, ob es Techniken gibt, daran etwas zu ändern. Motivationsmangel wird es nicht sein, weil der Anfang ja geht. Aber nicht das Durchhalten. Aber da hilft auch keine Sekte. Alle wollen nur Dein Bestes. Aber gib das lieber nicht her.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #6
Entscheidender ist, dass ich schon echt gerne in einer Welt leben würde, in der wir alle mit unseren Geistern im Körper hocken, und nach dem Tode weiter existieren.
Der Selbsterhaltungstrieb ist zumindest ein Grund, für diesen Wunsch Verständnis zu haben.
Es gibt ja auch "Unsterblichkeit" im übertragenen Sinne, indem man bei den Leuten, die einen kennen, Erinnerung hinterläßt. Als Oma mit tollen Geschichten, oder als Künstler mit bedeutenden Werken.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #6
Archetypen sind für mich einfach fassbarer, als irgendwelche abstrakteren Überlegungen.
Idole haben so einen schönen kleinen Nachteil: Sie sind nie perfekt. Jemanden zu "vergöttern" ist immer ein Fehler. Daher der Tip: Triffst Du Buddha, töte ihn. Von daher finde ich Buddhismus cool. Es ist eine Übung, auf genau das zu verzichten, was Du gerade verlangst. Aber Buddhisten sind langweilig, daher ist auch das nichts für mich.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #6

Zitat von 667
Da gab's mal ein Experiment, wo Hirnforscher den Versuchspersonen mit nem Helm so ne Art "Spirituelles Gefühl" ins Hirn gebeamt hatten. Damit hatten die einen ne Begegnung mit ihren Göttern, Atheisten allerdings auch was, wo sie nur beschrieben haben, daß sie sich "irgendwie wohlfühlen". Es geht also auch ohne Guru.
Ja, bei mir waren es die Drogen, die mir das ins Hirn gebeamt haben.

Vielleicht hat das Zeug ja das Potential, den "Flow" chemisch zu erzeugen. Das ist dann wie ein abgekupferter Doktor. Eben nicht echt.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #6
Wir bekommen von der Gesellschaft sehr viele ätzende Vorbilder-Archetypen eingepflanzt, ohne dass wir uns dessen bewusst sind, und die uns von unserer eigenen Natur weg führen.
Stimmt. Was aber nicht daran liegt, daß es nur die falschen Vorbilder sind, sondern daß wir überhaupt einen Hang zu Vorbildern haben. Vorbilder sind ok, wenn sie irgendwas richtig machen. Das heißt dann noch lange nicht, daß sie ALLES richtig machen.


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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#8 von Instant Karma , 27.01.2014 14:26

Zitat von 667
Gute Frage, wahrscheinlich weil ich im Grunde nicht weiß, worum es sich bei dem erwähnten "spirituellen Bedürfnis" handelt. Ich hab einfach mal Tätigkeiten gebrainstormt, in die man sich einfach mal begeistert reinknien kann, so daß man darin völlig aufgeht.



Die brauche ich zusätzlich, weil Religion ist keine Tätigkeit. Religion beinhaltet freilich Tätigkeiten. Die haben aber den Zweck, Spiritualität zu erleben und das Verhältnis zu seiner Gottheit zu stärken. Für mich ist das eher die Befriedigung eines Grundbedürfnisses, ähnlich wie Sex. Klar, wenn ich grad fick', hab' ich keine Zeit, Modellautos anzupinseln. Das heißt aber ja nicht, dass das eine das andere irgendwie ersetzt oder kompensiert.

Zitat von 667
Interessant: Wenn meine Kurze mit irgendwas ganz konzentriert spielt, heißt es oft: Sie ist grad "ganz woanders" oder "in einer anderen Welt". (So wie bei mir als ich klein war. Oder heute noch, wenn ich kreativ tätig bin.) Stimmt aber nicht, in solchen Momenten ist sie ganz bei sich, so nah wie sonst nicht. Der Zustand ist ein besonders intensives Erleben. Kein betäubt sein.



Das ist ein sehr gutes Beispiel, 667! Das Spielen kann sehr spirituell sein. Als Kind habe ich meine Lego-Stadt GELEBT, und sie war voller Archetypen, die ich aus der Alltagswelt, Funk und Fernsehen, aufgesogen habe.
Es war auch eine Möglichkeit, mit diesen Archetypen zu experimentieren. Was passiert, wenn sie in die oder die Situation kommen? Wie verhalten sie sich? Wie würde ICH mich verhalten? Erkenne ich mich irgendwo wieder? Wie stehe ich in Beziehung zu dem oder dem Typ? Durch das Spielen reorganisiert das Kind sich selbst und entdeckt sich dabei. Genau das macht die Religion mit mir auch. Und: Es fühlt sich geil an. Da ist einfach irgendwas in den Genen, das mich dafür belohnt.

Zitat von 667
Religiöse kommen mir häufig betäubt vor, besonders wenn es auffällt, daß sie sich so ziemlich das Gehin weggeschossen haben, also keine Verbindung zur Welt haben und auch nicht wieder runter kommen. (Entsprechend dem Geseiher von HJP und seinen Klonen.) Das ist wie Drogen. Nichts davon schärft das Bewußtsein, die Fähigkeit, DA zu sein. Anwesend. Aufmerksam. Neugierig. Harmonisch.



Das ist religiöser Wahn. Eine Art spirituelle Triebstörung.

Zitat von 667
Es gibt ja auch "Unsterblichkeit" im übertragenen Sinne, indem man bei den Leuten, die einen kennen, Erinnerung hinterläßt. Als Oma mit tollen Geschichten, oder als Künstler mit bedeutenden Werken.



Das ist für mich auch nur eine Ausflucht. Wenn ich es auf das Wesentliche herunter breche, geht es mir um die Erhaltung der Bewusstseinskontinuität. Alles andere ist mir völlig wursch, weil es für mich keinen Nutzen mehr hat.
Was die Gesellschaft mit meinem Nachlass macht, ist nicht mehr MEIN Bier. Nach mir kann gerne die Sintflut kommen.

Zitat von 667
Idole haben so einen schönen kleinen Nachteil: Sie sind nie perfekt.



Das macht sie aber auch so spannend und lebhaft! Klar, es wäre sicherlich "perfekter", wenn ich mir irgendwelche Eigenschaften und Tugenden heraus suche. "Tue was du willst", "lass' dich nicht verarschen", "befrage deine Vernunft", "sei humorvoll. -So gefällst du dir doch!".
Das hat für mich den Charme guter Jahresvorsätze, und am Ende tut man es dann doch nicht. Ich bin da nicht so roboterhaft, dass ich mir irgendwelche Parameter übergeben könnte, die ich dann einhalte.

Wenn ich mir aber ein Wesen vorstelle, mit Schwert, wallendem Haar und einer ehrfurchtgebietenden Anmut, das alle diese Aspekte als Eigenschaften HAT, dann berührt mich das ganz intuitiv und direkt. Es ist einfach funktionaler. -Und selbst davon möchte ich mich befreien!

Ich möchte nicht 1:1 sein wie irgendein Geistwesen. Dafür bin ich wirklich selbstverliebt genug. Ich käme nie bewusst auf den Trichter, mich von meiner Person abzuwenden; ich möchte zu ihr HIN finden. Ich möchte aber mit dem Geistwesen in Beziehung stehen. Dafür muss es natürlich schon ein paar Eigenschaften haben, die ich auch bewundere. Und es muss in einigen Punkten auch Eigenschaften mit mir teilen. Denn sonst ist das Interesse schlicht nicht da, und die Chemie stimmt nicht. Aber es ist nicht so, dass ich vor hätte, dieses Geistwesen dann zu imitieren. Satan hat zum Beispiel die Eigenschaft, mich zu dem zu peitschen, der ich wirklich bin. Denn das ist es, was er an mir schätzt. -Und das wiederum, was ICH erreichen möchte. Drum passte das ganz gut. Das Nachäffen ist mehr so das Christending. Satan kopieren zu wollen, würde ihn anwidern.

Satan ist für mich insofern ein Vorbild, als dass er den Idealzustand des rein Natürlichen verkörpert; des sich selbst Seins. Trotzdem hat er - wie jeder andere auch - eine EIGENE Natur und eine EIGENE Persönlichkeit, die nicht die meine ist.


 
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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#9 von 667-NeighbourOfTheBeast , 27.01.2014 15:21

Zitat von Instant Karma im Beitrag #8
Das ist ein sehr gutes Beispiel, 667! Das Spielen kann sehr spirituell sein. Als Kind habe ich meine Lego-Stadt GELEBT, und sie war voller Archetypen, die ich aus der Alltagswelt, Funk und Fernsehen, aufgesogen habe.
Alles klar, dann ist das ein Flow. Einfach was cooles, wo man nur keine Religion für braucht, um es zu erleben. Vielleicht hätt ich auch gesagt, das ist wie Sex. Aber wohl nur, wenn man man beim Sex einen Flow ewlebt. Tut wohl auch nicht jeder.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #8
Es war auch eine Möglichkeit, mit diesen Archetypen zu experimentieren.
Was ich besonders cool finde, ist wenn Archetypen umschlagen. Also ein Guter im Grunde fies ist oder ein Böser nur mißverstanden wurde und eigentlich gut wird, z.B. so wie Sirius Black in Harry Potter 3. Oder so wie in "Sixth Sense" mit Bruce Willis. Wo die rumspukenden Geister letztlich nicht dich fressen wollen, sondern Dir was wichtiges mitteilen.

Zitat von Instant Karma im Beitrag #8
Das ist für mich auch nur eine Ausflucht. Wenn ich es auf das Wesentliche herunter breche, geht es mir um die Erhaltung der Bewusstseinskontinuität.
Und gerade die verliert man schon jeden Abend. Vielleicht sind Kinder deswegen so schwer ins Bett zu kriegen, weil sie sich an ihrer Bewußtseinskontinuität festklammern.
Und die Lösung ist nicht Festhalten, sondern Loslassen. Cool werden. Da, schon wieder Buddhismus...

Zitat von Instant Karma im Beitrag #8
Das Nachäffen ist mehr so das Christending. Satan kopieren zu wollen, würde ihn anwidern.
Hehe, cooler Typ.


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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#10 von Instant Karma , 27.01.2014 15:55

Zitat von 667
Alles klar, dann ist das ein Flow. Einfach was cooles, wo man nur keine Religion für braucht, um es zu erleben.



Ja, ich denk', das kann man so stehen lassen. Nur möchte ich nicht das Gefühl zum Selbstzweck, sondern schon auch die anderen Vorteile, wie Selbstfindung und spirituelle Geborgenheit, mit einheimsen.
Und es gibt auch einen rein technischen Aspekt, der mich sehr fasziniert: Durch die Gespräche mit Rafa ist mir nämlich rückwirkend klar geworden, dass die Geistwesen eine Partition in unserem Gehirn für sich beanspruchen.
Das kann vielleicht nur jemand verstehen, der mal religiös sehr unterwegs war. Oder eine Psychose hatte. Damit meine ich nicht, dass eine Religion eine Psychose sei. Aber die spirituelle Kommunikation verläuft über ähnliche Kanäle.
Wie ist es denn sonst zu erklären, dass Stimmen über dich her ziehen, mit teils völlig unterschiedlichen Persönlichkeiten; völlig losgelöst von eigenen, bewussten Denkprozessen? Ich habe das selbst, bei einem GBL-Entzug, mehrere Tage erleben dürfen.

Satan existiert wirklich!
Und auch wenn man sich XTC rein werfen könnte, um totale Liebe zu empfinden, so ist das mit einer echten Beziehung nicht vergleichbar.

Zitat von 667
Und gerade die verliert man schon jeden Abend.



Aber man erhält sie am nächsten Morgen wieder zurück.

Zitat von 667
Hehe, cooler Typ.



Eben! ;-)


 
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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#11 von Salih , 27.01.2014 20:19

Zitat von Instant Karma im Beitrag #1
Zunächst mal: Auch wenn man mir das nicht so recht zutrauen mag, bin ich im Kern meines Daseins ein zutiefst spiritueller Mensch.

Als Kind war ich Christ, als Jugendlicher Esoteriker und als junger Erwachsener (16 - 18) Satanist und nun Atheist.
Diese Entwicklung hat Gründe. Mein Verstand hat sich über die Zeit ausgebildet; mein Bedürfnis Zusammenhänge zu analysieren und zu verstehen wurde immer gewaltiger.
Die Kinderrreligion abzuschütteln fiel mir noch sehr leicht. Das war wirklich ZU doof und rangierte (und rangiert) in meinem Kopf auf Weihnachtsmann-Level.

Mich von der Vorstellung zu lösen, meine luziden Träume seien Astralreisen, war indes schmerzlich und traumatisch. Ich habe mich bis heute nicht ganz von diesem Knacks erholt, und treibe mich immer noch auf religiösen Foren herum, um diesen Komplex in der Diskussion abzuwickeln.

Ich stehe jetzt vor einer neuen Stufe. Ich muss mir eingestehen: Es hat nicht viel gebracht. Meine naturalistische Überzeugung war eh schon zu 100% gestärkt, als ich aus der Pubertät raus gewachsen bin.
Aber glücklicher geworden bin ich nicht.

Ich weiß noch, damals im Internat, als ich meine satanistische Phase hatte. Da war ich glücklich und selbstsicher. Und beliebt war ich auch, weil ich entsprechend ausstrahlte, dass Satan, als Archetyp meines angestrebten Idealzustands, durch mich gewirkt hat. -Heute bin ich eher menschenscheu und introvertiert.
Das gefällt mir nicht. ich habe nicht das Gefühl, ich selbst zu sein. Es fehlt etwas. Ich habe meine spirituelle Seite nicht verarbeitet, (vermutlich geht das wohl auch gar nicht) sondern verdrängt.

Bisher habe ich versucht, meine Spiritualität halbwegs über den Transhumanismus zu kanalisieren. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass das der einzige Weg zum ewigen Leben ist, der letztlich in die Selbstvergöttlichung führt, die ich nun mal anstrebe.
Aber das ist Zukunftsmusik. Es berührt mich einfach nicht; ist zu abstrakt. Zu weit weg.

Also, es muss schon eine Religion her, die meiner Ratio nicht zuwider läuft. Eine Religion, die keinen metaphysischen Überbau benötigt, um zu funktionieren.
Nochmal mit Satanismus anfangen? Ich weiß gar nicht, wie ich da wieder rein finden soll, ohne mir albern dabei vor zu kommen. Habe ich es mir jetzt endgültig versaut?



Wäre der Buddhismus nicht was für dich? Buddhistische Zentren der Karma-Kagyü-Linie von Ole Nydahl gibs ja mittlerweile in fast jedem Dorf.


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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#12 von Instant Karma , 27.01.2014 21:18

Zitat von Salih
Wäre der Buddhismus nicht was für dich?



Nein, ich will meine Persönlichkeit ja entfesseln und nicht fesseln.

 
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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#13 von grobian , 28.01.2014 10:51

Wäre Gurdjieff was für Dich ?
Wäre Jan Cox was für Dich ?
Wäre UG was für Dich ?

Eckankar wäre nichts für Dich.

 
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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#14 von 667-NeighbourOfTheBeast , 28.01.2014 11:24

Zitat von Instant Karma im Beitrag #10

Zitat von 667
Und gerade die verliert man schon jeden Abend.
Aber man erhält sie am nächsten Morgen wieder zurück.

Hoffst Du. Beim letzten nicht.


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RE: Welche Religion ist die Richtige für mich?

#15 von Instant Karma , 28.01.2014 12:48

Das habe ich jetzt nicht ganz verstanden. Was hoffe ich?
Dass ich wieder aufwache, ist doch eine völlig naheliegende Annahme, weil 20000-fach bewährte Erfahrung.

 
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