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Aus meinem Leben

#1 von Linda , 30.03.2011 23:56

An dieser Stelle möchte ich, zum besserem Verständnis meinerseits, einige ausgewählte Abschnitte meiner Lebensgeschichte, an der ich gerade schreibe, zur Diskussion stellen. Jeder, auch Salih, ist dazu herzlich eingeladen, sofern die Grundregeln von Fairness, gutem Benehmen und gegenseitiger Toleranz akzeptiert werden. Hier nun das Vorwort, das ich als Brief an meine verstorbene Mutter geschrieben habe. Weitere Auszüge werden folgen:

Liebe Mutter,

Nun ist es also geschehen. Das Kind, das Du als Jungen geboren hattest, ist seit dem 22. August 1994 eine Frau geworden.
Du hattest immer geahnt, dass ich nicht „normal“ war, glaubtest jedoch, dass ich homosexuell war. Und in gewisser Weise hattest Du Recht, jedoch nicht so, wie Du gedacht hattest.
Darum hast Du und „Vater“ immer versucht, mir das „Unnormale“ mit körperlicher, und Vater“ noch dazu mit sexualisierter Gewalt, auszutreiben. Aber, wie Du vom Himmel herab siehst, hat alles nichts genützt.
Ich bin die geworden, die ich wurde, trotz aller Hindernisse.
Und derer waren viele!
Trotz der seelischen, körperlichen und sexualisierten Gewalt, die ich erleben musste, trotz Gefängnisstrafe und Dienst für die „Firma“ , und Leben in einer Sekte, der auch du bis zu deinem Tod angehört hattest.
Was bekam ich von den „Lebenden“ nicht alles zu hören, weil ich aus der Kirche ausgeschlossen wurde, und mein Geschlecht wechselte, bzw., um es in meinen Worten auszudrücken, meine Seele mit meinem Körper ausgesöhnt wurde.
Möchtest du erfahren, was ich zu hören und zu lesen bekam?
Meine eigene Schwester, inzwischen in Oklahoma lebend, dort verheiratet und wiedergeborene Christin , bezeichnete mich als „pervers“, und meinte, ich gehörte weggesperrt, so wie damals, als ich 14 Jahre alt war.
Ein mormonischer Pfahlpatriarch aus dem Pfahl Düsseldorf, der inzwischen verstorben ist, meinte, dass ich mit meinem Wechsel von Mann zur Frau „Verrat an der Männlichkeit“ begehen würde, während ein Fischer aus Alaska, den ich in L. kennen gelernt hatte, meinte, ich würde „Gott verspotten“.
Allerdings gab es auch, wenn sie auch verschwindend wenige waren, die zumindest versuchten, mich zu verstehen und mir so etwas wie Unterstützung geben wollten. Es waren ausschließlich Frauen. Warum wohl? Vielleicht, weil wir Dinge umfassender sehen als die Männer?
Eben sah ich im Fernsehen einen Bericht über eine junge Frau mit transsexueller Vergangenheit, die schon in jungen Jahren diesen Weg gehen konnte, weil beide Eltern sie unterstützten. Sie sieht toll aus, mit ihren 17 Jahren, und ich wünschte, ich hätte viel früher, vor der Pubertät, mit meinem Wechsel beginnen können.
Aber, wie Brecht es in der Dreigroschenoper so treffend formulierte: „Die Verhältnisse, die sind nicht so“!
Nein, sie waren auch nicht so!
Ein „Vater“, der uns verprügelte und vergewaltigte, eine Mutter, Du, die wegsah, und nach seinem gewaltsamen Tod alles leugnete, was er uns antat. Dazu der Mormonenglaube, zu dem wir gehörten, und die ultrakonservative Gegend im Nordwesten der USA, wo wir damals lebten, wo Kindesmissbrauch niemals so schlimm angesehen wurde, wie Homosexualität oder Transsexualität, war keine Gegend und keine Zeit, wo ich dieses hätte wagen können.
Du bist schon seit langem tot, hattest das Glück, nichts von dem mitzubekommen, was ich durchmachen musste. Und sicher schaust Du von oben auf mich herab, Dein Junge, der nun Deine Tochter ist.
Damals, als Du noch lebtest, lagen Welten zwischen uns, Grenzen und Mauern, die ich nie wagte zu übertreten. Zu sehr hatte ich Angst davor, das Bild, das Du Dir von mir gemacht hattest, und dem ich in meinem Innersten in keinster Weise entsprach, nicht zu zerstören!
Lieber nahm ich die Qual auf mich, weiter so zu leben, wie Du, meine Schwester R*, die Mormonen und andere Menschen es von mir erwarteten!
Doch nun, da Du fort von dieser Erde, aber niemals fort aus meinem Herzen und meinen Gedanken bist, sollst Du aus meinem Munde erfahren, dass ich, Dein „Sohn“; jene Gestalt mit der Du mich ins Leben entlassen hattest, so radikal ausgelöscht habe, wie es ärztliche Kunst nur vermochte.
Fast vier Jahrzehnte musste ich mein Leben als Gefangene in einem männlichen Körper verbringen, bis ich endlich den Mut fand, mein restliches Leben als Frau zu verbringen. Was Du Dein ganzes Leben nicht wahrhaben wolltest, ist nun schon seit einigen Jahren
Gewissheit.
Ich spürte damals Deine innere Verzweiflung, als Du mich als kleines Kind zu einem „richtigen Mann“ machen wolltest, und Du merktest, dass all Deine Versuche fehlschlugen.
Ich schämte mich damals, weil ich Dich enttäuscht hatte; und auch heute noch höre ich Deine stummen Anklagen, Deine Vorwürfe, und die der Mormonen, die zusammen mit Dir zu Gericht über mich sitzen wollten.
Die Anklage von Dir, meiner Schwester R*, meiner Ex-Frau D* und den Kindern wiegt schwer, fast erdrückend für mich.
Ich hätte das Schicksal herausgefordert, nach den Sternen gegriffen, mein Leben und das meiner Familie selbstsüchtig aufs Spiel gesetzt; und mich aus der Verantwortung als Ehemann und Vater gestohlen. Mein Leben als Frau würde die gesellschaftlichen Normen verhöhnen, und die Begriffe Selbstbestimmungsrecht und Selbstverwirklichung pervertieren; meine Ex- Frau der blöden
Anmache durch Männern Vorschub leisten; die göttliche Ordnung verraten, und die abendländische Ordnung in ihren Grundfesten erschüttern!
Aber was habe ich denn so Schlimmes getan?
Ich habe endlich den aus Verzweiflung geborenen Mut gefunden, zu mir uneingeschränkt JA zu sagen; und mein Schicksal, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen, und nie wieder fremdbestimmt zu sein!
Nicht, weil ich egoistisch oder leichtfertig war; sondern in äußerster Not und Verzweiflung setzte ich alles auf eine Karte, nachdem ich einen immerwährenden ermüdenden und Kräfte zehrenden Kampf gegen mein ICH geführt hatte.
In der Zeit davor hatte ich mit aller Kraft versucht, mich den äußeren Bedingungen anzupassen; und als ich merkte, das alles Beten, alles Lesen in den mormonischen Schriften, und alle Befolgung mormonischer Gebote nichts half; entschied ich mich als letzte Konsequenz nach meinem zweiten Selbstmordversuch, mich einer geschlechtsangleichenden Operation zu unterziehen.
Ich habe den Ärzten mein Leben zu verdanken, denn sie haben es geschafft, meinen Körper so zu verändern, dass meine Seele sich mit ihm eins fühlt.
Natürlich gibt es auch Konflikte, wie überall, die ich entweder mit mir oder mit andern Menschen austragen muss. Aber die sind berechenbar geworden, und ich kann sie bewältigen!
Denn nun besitze ich dieses Gefühl von Sicherheit und Ruhe, die es mir gestattet, meine eigenen Bedürfnisse distanzierter zu sehen; und mehr mich den Wünschen und Bedürfnissen anderer Menschen zuwenden kann.
Mum, ich weiß, dass Du mich niemals als Deine Tochter ansehen und begreifen würdest; genau so wenig, wie Du Deine Liebe zu einer anderen Frau annehmen konntest, oder den Hass, den Du auf den Vater meiner Schwester R* hattest.
Aber auch Du musst begreifen, ebenso wie meine Schwester, meine Ex- Frau, meine Kinder und die Mormonen; dass ihr Sohn, Ehemann, Vater, und Ältester für immer verloren ist, und nie mehr wieder leben wird!
Nun, da Du alles weißt, kann ich mich zum ersten Mal seit ich als Kind im Sandkasten spielte, verloren und vergessen in meiner eigenen kleinen Welt, Dir wieder etwas ganz anvertrauen.
Du sollst erfahren, wie alles angefangen hat; was ich auf dem Wege, den wir eine Weile gemeinsam gegangen waren, erfahren, empfunden und herausgefunden habe.
Ich werde so nah wie möglich Dir die Wahrheit berichten, und auch die Dinge nicht verschweigen, die ich am liebsten vor Scham verschweigen würde.
Aber auch hier gibt es Dinge, über die ich weder Dir noch jemand anders etwas erzählen darf; und diese Dinge werde ich auch verschweigen, um mich und andere Menschen zu schützen!
Und so habe ich hier viele Namen und Orte verändert, um Betroffenen nicht zu schaden. Ich hoffe sehr, dass mein ehrlicher und offener Brief niemand dazu verleiten möge, dass sie etwas gegen mich daraus verwenden. Ich bin weder eine Märtyrerin noch eine Kämpferin und Männerhasserin, wie die Mormonen meinen.
Sondern nur eine ganz normale Frau mit einer unnormalen Vergangenheit, die sich nichts sehnlicher wünscht, als endlich ihren inneren Frieden zu haben.
Deine Tochter
****

Widmen möchte ich dieses Buch vier Menschen, die meinem Herzen immer am Nächsten standen, auch wenn sie, die Gründe werden Sie, liebe Leserin, lieber Leser erfahren, nichts mit mir zu tun haben wollen. Diese Menschen sind:

Meine Tochter Rebecca
Mein Sohn David, sowie meinen Söhnen aus erster Ehe, Brian & Steve
Mögen sie in ihrem Urteil über mich eines Tages gnädiger sein, als sie es jetzt sind. Vor allem, wenn sie die Wahrheit über mich kennen. Mich, ihrem „Vater“, der eigentlich eine Frau ist!


Wenn Vibratoren Rasen mähen könnten, wären Männer überflüssig. --- Janet Jackson

 
Linda
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RE: Aus meinem Leben

#2 von Linda , 31.03.2011 00:07

Der Irrtum eines Arztes


Mit einem lauten Schrei betrat ich diese Welt, die für lange Jahre meine „Heimat“ werden sollte.
Nun war ich also auf der Welt. In sie gekommen in einem klapprigen Krankenwagen auf dem Weg zur Klinik. Auf die Welt von einem Mann gebracht, der das zum ersten Mal getan hatte, und der stolz meiner Mutter verkündete: „Frau S. es ist ein Junge“.
Eine Aussage, die sich später noch als Irrtum herausstellen sollte.
Wenige Minuten später waren Mutter und ich mit dem Krankenwagen in ein Krankenhaus unweit eines Flusses gebracht worden. Die Türen des Krankenwagens wurden geöffnet, und meine Mutter, die mich eingewickelt im Arm hielt, wurde mit Hilfe der beiden vom Krankenwagen in die Aufnahme gefahren. Schnell bekamen wir ein bett. Mutter ein Großes, und ich ein kleines, in dem ich eingewickelt lag.
Laut der Aussage des Tagebuchs meiner Mutter muss ich viel geschrieen haben. Vielleicht, weil ich meine Mutter vermisste, vielleicht, weil ich lieber noch in ihrem Bauch gewesen wäre, aber möglich ist auch, weil ich der Welt damit sagen wollte: „Seht her, ich bin da“!
Ich wurde zu meiner Mutter gebracht, wo ich auch weinte, trotzdem ich ihre Muttermilch bekam und gebadet und gewickelt wurde.
Im Tagebuch meiner Mutter stand, dass ein junger Arzt uns auf dem Mehrbettzimmer besuchte, wo arme Wöchnerinnen damals untergebracht wurden. Er untersuchte zuerst sie, und stellte eine leichte Mangelernährung fest, dann untersuchte er mich. Fasste mich überall an, und fragte meine Mutter, ob alle ihre Kinder so einen kleinen Penis wie ich hätten? Als meine Mutter erwiderte, dass sie nur eine Tochter hätte, runzelte er die Stirn, sagte jedoch nichts.
Zwei Tage später kam er wieder, diesmal in Begleitung eines älteren Arztes, der mich ebenfalls untersuchte. Er sagte meiner Mutter, dass ich ein „gesunder Junge“ wäre, der nur schreien würde, weil er so eine „kräftige Lunge“ hätte.
Meine Mutter war beruhigt. Und ich, so schrieb sie, für einige Stunden still.
Man sagt, dass, wenn ein Mensch stirbt, ein anderer Mensch geboren wird.
Kurze Zeit, nachdem ich der Welt mein „Hier bin ich“ entgegenbrüllte, erfuhr meine Mutter von meiner Halbschwester Ronda, dass ihr geliebter Vater in Hamburg an einem Gehirnschlag verstorben war. Obwohl beide zueinander ein mehr als schlechtes Verhältnis hatten, trauerte sie um ihn, den ehemaligen Reichsbahnobersekretär. Der Arzt, der half, mich auf die Welt zu bringen, fragte meine Mutter, wie ich, ihr „erstgeborener Sohn“ (als ob Töchter nicht zählen würden!) denn nun heißen solle, da er das in ein Formular eintragen müsse, das zum Standesamt ging.
„G*“, sagte meine Mutter, ohne groß nachzudenken.
Das war der Name ihres Bruders, der auf der Heimfahrt vom Überfall auf die Sowjetunion vermisst wurde, und über den das Rote Kreuz ihr später schrieb, das er an einer Seuche erkrankte, und irgendwo in Litauen verscharrt wurde.
Nach 6 Tagen im Krankenhaus war es endlich soweit, und wir durften nach Hause.
Doch wie sah unser „Heim“ aus? Eine eilig für Flüchtlinge zusammen gezimmerte Barackensiedlung aus Wellblech mit rundem dach und einer Außentoilette, auf der es, Sommer wie Winter ungemütlich war, zu verbringen. Schmutzige Kinder jeglichen Alters, deren „Spielplatz“ eine Müllhalde war, auf denen Ratten, so groß wie Dackel, herumkrochen.
Ein Nachbar, einer der wenigen, die einen alten Wagen aus Wehrmachtsbeständen „organisiert“ hatte, hatte uns abgeholt. Er wollte bei meiner Mutter Eindruck schinden, denn er wollte, dass diese tüchtige Frau ihn heiratete, damit er eine Ehefrau und Sexgespielin, die verwaisten 7 Kinder von ihm, eine neue Mutter bekamen. Seine Frau, zwei Jahre vorher an Krebs gestorben, hätte gerettet werden können, wenn sie nicht darauf bestanden hätte, zu Hause zu bleiben, damit ihr Mann das Geld das sie vom Amt bekamen, nicht gleich versoff.
Meine Mutter, mit ihr befreundet, wusste das, und so ließ sie sich auf diesen Säufer und Schläger nicht ein.
Meine Mutter brachte mich ins Schlafzimmer, wo sie aus alten Pappkartons und Kissen ein Bett für mich gemacht hatte. Wir waren so arm, dass wir uns nicht einmal Notwendiges leisten konnten. Zur selben Zeit kamen diejenigen, die von der Naziherrschaft auf die eine oder andere Weise profitiert hatten, wieder zu Reichtum, Amt und Würden.
Meine Schwester beäugte mich neugierig und argwöhnisch. War sie bisher das einzigste Kind meiner Mutter, die, wenn auch so gut wie nie, doch auch ab und an Liebesbekundungen und Fürsorge meiner Mutter zu spüren bekam; so witterte sie in mir eine Konkurrenz um die Liebe ihrer Mutter.
Wenn meine Mutter auf Arbeitssuche war, passte Schwester W. auf uns auf. Eine resolute, sehr dicke Mormonin, die jedem Dragoner zur Ehre gereicht hätte. Sie hatte ein Herz aus Gold, und, da sie keine Kinder bekam, trotz ihrer Ehe mit einem Nichtmormonen, waren die Kinder der Gemeinde ihr Kinderersatz. Mich hatte sie in den ersten beiden Lebensjahren, soweit ich mich erinnern konnte, sowie dem, was R* sagte, immer verwöhnt. Vielleicht, weil ich ein Baby war, aber auch vielleicht, weil ich ein Junge war. Mormonen, wie die Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage auch noch genannt wird, haben, wie ich später oft feststellen musste, Jungen/Männer viel lieber, als Mädchen. Möglicherweise, weil diese das Priestertum tragen dürfen, etwas, was Mormoninnen bis heute(2010) verwehrt ist, und, bis in die Siebziger Jahre hinein, auch farbigen Männern.
Wie dem auch sei, Schwester W. zog mich, zusammen mit meiner Mutter und meiner Halbschwester R* groß.
Meine ersten Lebensjahre waren, soweit ich das beurteilen kann aus der Rückschau, einerseits von Armut und mangelnder Liebe geprägt, andererseits aber durch meine Mutter und die Mormonengemeinde, in die wir gingen, dem strikten Gehorsam zu Regeln und zu den Befehlen der Führer, die allesamt Männer waren.
Meine Mutter hatte in der Kirche keinen leichten Stand.
Als uneheliche Mutter würde sie in der Gemeinde gemieden werden einige Frauen und fast alle Männer würden sie als „Schlampe “bezeichneten“. Frauen hätten Angst, dass meine Mutter ihnen ihre Männer wegschnappen würde, und Männer würden ihr eindeutige Angebote machen, die sie entrüstet ableugnen würden. Es kam noch schlimmer, als meine Mutter es sich gedacht hatte, als ihr Bauch in der Schwangerschaft immer dicker wurde.
Die Männer behaupteten, so wie es Männer sehr oft tun, wenn sie von der eigenen Schuld ablenken wollen, dass meine Mutter versucht hätte, sie zu verführen!
Meine Mutter belastete die ganze Situation sehr, und so zog sie sich aus der Kirche zurück.
Sie wurde seelisch und körperlich krank! Ihr Herz, schon immer etwas schwach, versagte vollends, und sie wurde ins Krankenhaus eingeliefert und sofort operiert. In dieser Zeit besuchte niemand uns von der Kirche, weder ein „normales Mitglied“, noch jemand von den offiziellen Leitern.! Weder meine Schwester und mich, die von einer mitfühlenden älteren Nachbarin versorgt wurde, noch meine Mutter, die wochenlang im Krankenhaus zur Erholung lag.
Etwa drei Wochen später kam meine Mutter nach Hause, schwach und mit blassem Gesicht.
Kaum hatte sie sich eingelebt, klingelte es schon an ihrer Türe, und zwei Missionare der Mormonen standen vor der Tür, und begehrten Einlass.
„Guten Tag, Schwester S*. Der Gemeindeleiter schickt uns zu ihnen, um zu erfahren, wie es ihnen geht, und ob wir etwas für sie tun können?“
Meine Mutter erwiderte ihnen, dass alles in Ordnung wäre, und sie keine Hilfe brauchen würde.
„ Einige Geschwister in der Gemeinde fragen nach ihnen, und wir würden sie gerne am Sonntag in den Versammlungen sehen“, erwiderte einer der Missionare.
Meine Schwester, die neben ihrer Mutter an der Tür stand, hörte mit ihren fast zehn Jahren den aggressiven Befehlston des Missionars heraus, und fuhr ebenso wie ihre Mutter zusammen.
Beide hatten panische Angst!
Angst, von Gott nicht mehr geliebt zu werden. Angst, ohne Gottes Schutz und Segen zu sein, ohne das Priestertum Gottes, ohne männliche Führung, an die sie sich lehnen konnten. Und so taten sie das, was Millionen von Menschen tun, wenn sie einer Angst machenden Manipulation zum Opfer gefallen waren: sie gingen mit mir hin!
Das Gemeindehaus befand sich in einem zweistöckigen Haus aus rotem Backstein. Meine Mutter schob mich zum Eingang der Gemeinde, nahm mich auf den Arm, meine Schwester an die Hand, und ging die Stufen hinauf, wo sie von einigen Mitgliedern sehr zurückhaltend begrüßt wurde.
Während der Versammlung der Frauenhilfsvereinigung spürte sie die Blicke der anderen Frauen in ihrem Rücken. Niemand sah sie direkt an. Keine Frau fragte sie nach ihrem Befinden.
Die Versammlung war nach etwa einer Stunde beendet, und die Frauen unterhielten sich im Foyer über ihre Kinder und ihre Ehemänner, als der Gemeindeleiter auf meine Mutter zukam, und sie freundlich begrüßte.
Schlagartig änderte sich das Verhalten der anderen Frauen und Männer, die um sie herum standen. Die Frauen, die sie noch vor kurzem mit heimlichen Blicken taktierten, waren nun die Liebenswürdigkeit in Person, und überschlugen sich förmlich mit Nettigkeiten, kleinen Geschenken und Hilfsangeboten für meine Mutter.
Denn eines hatte auch meine Mutter nicht bedacht: Mormonen mögen Ehebruch oder vorehelichen Sex nicht mögen , aber sie mögen die Mutterschaft. Und in dieser Rolle als Mutter wurde sie akzeptiert. Aber erst das freundliche Verhalten des Gemeindeleiters erlaubte es den Mormonen, diesem auch nachgehen zu dürfen Dann wurde ich irgendwann plötzlich sehr krank, und kam ins Krankenhaus.
Es wurde eine Erkältung diagnostiziert und behandelt, und der Arzt sah sich auch meinen Algemeinzustand an.
Ich war für mein Alter zu dick, das stand außer Frage, aber er stutzte, als er sich das ansah, was sich zwischen meinen Beinen befand Jedoch soll er dazu nichts gesagt haben.
So sagte es zumindest meine Schwester R* zu mir. Auch, als meine Mutter ihn darauf explizit angesprochen haben soll, soll er gesagt haben, dass alles in schönster Ordnung wäre.
Nach knapp einer Woche kam ich wieder nach Hause.
Neben Schwester W. kümmerte sich eine weitere Frau um mich, wenn meine Mutter in einer Fabrik arbeitete, denn sie hatte wieder Arbeit gefunden. Sie war sehr alt und eine Sinti. Sie hatte einen kleinen Enkel, der auch mit mir spielte, und den sie „Goldsohn“ nannte.
Sie sang mir Lieder in einer für mich fremd klingenden Sprache vor, die ich nicht verstand. Dabei rasselte sie immer mit ihrer kleinen Handkette, und beruhigte mich so, und brachte mich mitunter dadurch sogar zum Lachen, wenn ich quengelig wurde.
So erlebte ich die ersten Wochen und Monate meines Lebens.


Wenn Vibratoren Rasen mähen könnten, wären Männer überflüssig. --- Janet Jackson

 
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RE: Aus meinem Leben

#3 von magnusfe , 31.03.2011 12:36

hey linda, wenn du jetzt eine frau bist und dich zur frau umoperieren hast lassen, weil du denkst, du hattest, den falschen körper, und findest männer erotisch - dann bist du theologisch völlig korrekt jetzt

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RE: Aus meinem Leben

#4 von Guest8 ( gelöscht ) , 31.03.2011 17:10

Wie wäre es theologisch betrachtet, wenn sich ein Mann, der auf Frauen steht, umoperieren lässt und weiterhin auf Frauen steht?

Guest8

RE: Aus meinem Leben

#5 von Eifelgeist , 31.03.2011 19:23

Zitat
Wenn Vibratoren Rasen mähen könnten, wären Männer überflüssig. --- Janet Jackson



Ich finde, das ist eine Beleidigung für die Frauen!
Verhindert ein fehlender P****., dass sie selbst Rasen mähen können?


Irren ist menschlich. Darum könnte alles, was wir glauben, ganz anders sein!

 
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RE: Aus meinem Leben

#6 von Linda , 31.03.2011 20:44

Magnus, ich finde Männer nicht erotisch, sondern Frauen, bin also lesbisch. Wie Hildegard von Bingen, auch eine Lesbe, habe ich jedoch keine lesbische Sexualität, weil ich sie nicht mehr brauche, um mich als Lesbe zu identifizieren. Das war früher so (bis 2003)


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RE: Aus meinem Leben

#7 von Linda , 31.03.2011 20:48

@ Eifelgeist,

Zitat
Ich finde, das ist eine Beleidigung für die Frauen!
Verhindert ein fehlender P****., dass sie selbst Rasen mähen können?



Ich fand den Spruch von der Jackson nur cool, darum habe ich ihn genommen. Denn er spielt auf die Geschlechtsrollenklischees an, nachdem frau für den Haushalt, und man(n) für draußen (z.B. Rasen mähen) verantwortlich ist. Wir wissen beide, dass Frauen auch einen rasenmäher bedienen können (bei Heterotussis a la Paris Hilton bin ich mir hingegen nicht 100% sicher)


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RE: Aus meinem Leben

#8 von 667-NeighbourOfTheBeast , 01.04.2011 13:21

Naja, ein Benzinmotor ohne elektrischen Anlasser ist schon eine Herausforderung.


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RE: Aus meinem Leben

#9 von Linda , 01.04.2011 18:25

Neighbour, noch nie was von "Muskelkraft" gehört, und, sich sexuelle Gefühle "aus den Rippen schwitzen" oder sich "verkneifen"?


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RE: Aus meinem Leben

#10 von 667-NeighbourOfTheBeast , 01.04.2011 23:31

Zitat von Linda
Neighbour, noch nie was von "Muskelkraft" gehört


Und ein bißchen technische Begabung gehört auch noch dazu.

Zitat von Linda
und, sich sexuelle Gefühle "aus den Rippen schwitzen" oder sich "verkneifen"?


Nein. Wozu?


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RE: Aus meinem Leben

#11 von Salih , 01.04.2011 23:32

Hat man, wenn man sich zur Frau umoperieren lassen hat, überhaupt empfindungen beim Sex, wie sie auch jemand hat, der sich nicht umbauen lassen hat?




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RE: Aus meinem Leben

#12 von Linda , 02.04.2011 07:31

Ja, hat man! Im Gegensatz zu vor der OP, sogar noch besseren und intensiveren. Als "Mann" hatte ich am Sex keinen Spaß (nicht nur wegen dem Fetzen Fleisch zwischen den Beinen, der nicht zu mir gehörte), als Frau umso mehr. Als "Mann", hatte ich, wenn überhaupt, nur einen Orgasmus. Als Frau multiple Orgasmen. Als "Mann" dachte ich an den Rat, den Queen Victoria von England ihren Landestöchtern gab. "Augen zu, ihr tut es für das Vaterland." Als Frau ist es mir nie wichtig gewesen, ob ein orgasmus das Ergebnis guten Sexes war, sondern es war mir wichtiger, wie das "Gesamtpaket" aussieht.
Alles das Ergbnis dessen, dass Seele und Körper nun Eins sind!


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RE: Aus meinem Leben

#13 von Eifelgeist , 02.04.2011 09:14

Der Lokalreporter interviewt das Goldhochzeitspaar.
"Darf ich eine Frage zur Sexualität stellen?"
Er: "Wir sind täglich mehrmals sexuell aktiv!"
Reporter: "Respekt!"
Er: "Ja, sie geht mir ständig auf den Sack!"


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RE: Aus meinem Leben

#14 von Linda , 02.04.2011 11:35

So kann es auch passieren, Eifelgeist. Im Moment bin ich sexuell nicht aktiv (auch nicht per "Handbetrieb"), da Sexualität in meinem Leben nicht so wichtig ist. Liegt vielleicht an der Diabetes, aber kann auch an der Übersättigung liegen.


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RE: Aus meinem Leben

#15 von Salih , 02.04.2011 20:51

Ahja.... und wie kann es gehen wenn sie den Pimmel abhacken? Feucht wird da von alleine doch auch nix, oder?




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